Western Ladies Side Saddle

von Ingrid Gampe

aus Western News 2/02 und 3/02

Western Ladies Side Saddle verbindet den Flair des Westernreitens mit der Eleganz des Reitens im Damensattel. L�ngere Zeit in Vergessenheit geraten, ist es dem Engagement einiger Weniger zu verdanken, dass auch diese Reitweise wieder auflebt.

Der Damensattel kam vermutlich im Jahr 1607 mit den ersten Kolonialistinnen nach Nordamerika und erfreute sich vor allem bei den Ladies des amerikanischen S�dens gro�er Beliebtheit. Insbesondere kurze Wegstrecken legten die Ladies lieber auf dem R�cken eines Pferdes als in einer Kutsche zur�ck. Aufgrund der Nachfrage produzierte jeder Sattler auch Side Saddles f�r seine weibliche Kundschaft. Die Sattler im Osten produzierten nach englischem Modell. Sattler im Westen gingen dazu �ber, das Aussehen der Side Saddles an das der dort �blichen Stock Saddles anzupassen. Man fertigte die S�ttel mit Skirt, zwei Gurten, einer Cantle Roll (erh�hter Rand der Sitzfl�che) und Blumenpr�gungen im Leder � der Western Ladies Side Saddle (siehe Abbildung) war geboren.

Heute gibt es sehr gut erhaltene historische St�cke. Aber nat�rlich werden in den USA auch neue S�ttel gefertigt. Aus Sicherheitsgr�nden sollte man immer darauf achten, dass der Side Saddle mindestens zwei H�rner an der linken Seite hat (bei linkssitzigem Sattel). Meistens wird das untere der beiden H�rner ein Schraubhorn sein. Von Vorteil ist es, wenn der Sattel auch auf der rechten Seite zumindest eine horn�hnliche Erh�hung hat � das gibt zus�tzliche Sicherheit. Der Steigb�gel ist genau wie beim Westernsattel breit und bequem und meist aus Holz (bei modernen S�ttel auch Kunststoff) gefertigt und mit Leder umn�ht, der Steigb�gelriemen kann mit einem Fender erg�nzt sein. Die B�gelmaschine (ein Sicherheitsmechanismus beim klassischen Damensattel) kann beim Western Side Saddle entfallen, da durch den breiten Steigb�gel die Wahrscheinlichkeit, beim Sturz daran h�ngen zu bleiben, geringer ist.

Das Side Saddle Horse wird klassischer Weise einh�ndig im Bit vorgestellt. �u�erst elegant ist die Verwendung von Romals � ansonsten werden die �blichen Split Reins verwendet. F�r Pferd und Lady ist es nat�rlich am einfachsten, mit einem Snaffle zu beginnen.

Die Kleidung einer Western Lady setzt sich aus Westernhut, Oberteil (Bluse mit Gilet oder Jacke), Rock, Stiefeln, Handschuhen, Reitstock und einem Sporn (am linken Fu� getragen) zusammen. Anders als beim klassischen Damensattel-Turnier-Outfit m�ssen die Kost�me keinen gedeckten Farbton haben � ganz im Gegenteil: Ein f�rbiges oder gemustertes Kost�m vermittelt einen frohen, flotten Eindruck. Ob mit Fransen, Volants oder gerade geschnitten - es sollte nat�rlich unbedingt der Lady stehen und zur Farbe des Pferdes passen � wohlf�hlen ist wichtig! Solle man schon im Besitz von Western-Turnierkleidung sein, dann braucht diese nur mit einem passenden Rock erg�nzt werden.

Ob wir uns bei einer Show in der Ladies Side Saddle Class dem Wettkampf stellen oder im Ladies Outfit gegen Sonnenuntergang reiten � Western Ladies are back!

Weitere Infos und Kontakte unter: http://www.damensattel.at/

by ingrid gampe

Western Ladies Sidesaddle at the Show

Im Zuge der heurigen �nderungen zur �TO wurde nun erstmals die M�glichkeit geschaffen, Western Ladies Sidesaddle-Klassen nach der �TO auszuschreiben. Die Bestimmung hierzu findet sich unter den "Allgemeinen Turnierbestimmungen" � Teil B, Punkt 9, hier hei�t es:

"Alle Bewerbe k�nnen im Westerndamensattel ausgeschrieben werden, dabei ist ein Reitrock oder eine Reitsch�rze zu tragen. Die Verwendung eines bis zu 100 cm langen Reitstockes oder einer Reitgerte als Schenkelersatz ist erlaubt."

Sidesaddle-Klassen sind allerdings keine neue Sache auf �sterreichischen Westernshows. Unter der Organisation von Elisabeth Chat wurden bereits seit mehreren Jahren Ladies Sidesaddle-Klassen organisiert und erfolgreich durchgef�hrt. Allerdings waren diese Klassen auf eine Rasse � n�mlich Vollblutaraber � beschr�nkt. Die Bewerbe sind nach den Regeln der ECAHO (European Conference of Arab Horse Organisations) ausgeschrieben worden, wo Ladies Sidesaddle-Klassen nach dem Vorbild der AHSA (American Horse Shows Association, Arabian Division) bereits festgeschrieben sind.

Ab der laufenden Saison k�nnen nun Pferde aller Rassen im Western Sidesaddle auf einer Show vorgestellt werden � vorausgesetzt der Veranstalter schreibt eine eigene Klasse f�r Western Ladies Sidesaddle aus. Gemischte Klassen, also "side and astride"-Klassen sind weder erlaubt noch w�ren sie sinnvoll, da z.B. eine vergleichende Bewertung durch den Richter f�r korrekten Sitz kaum m�glich w�re.

Die Bestimmung im Regelement f�r Westernreiten von �sterreich ist kurz gehalten. Erw�hnt werden nur

bulletWesterndamensattel bulletReitrock oder Reitsch�rze bulletReitstock oder Reitgerte

Selbstverst�ndlich gelten alle anderen Bestimmungen des �sterreichischen Westernreglements auch f�r Bewerbe, die im Westerndamensattel ausgeschrieben sind. Dies gilt sowohl f�r die Z�umung des Pferdes, als f�r die Kleidung der Reiterin, also Westernhut, Stiefel, lang�rmeliges Oberteil, wahlweise Sporn usw. (siehe Reglement f�r Westernreiten von �sterreich).

N�her eingegangen sei daher nur auf die hinzukommenden Vorschriften:

  1. Westerndamensattel (Western Sidesaddle)

In der Bestimmung wird ausdr�cklich von einem Westerndamensattel gesprochen. Ein Damensattel im englischen Stil ist somit nicht erlaubt. Hier unterscheidet sich die �sterreichische Regel von der ECAHO-Bestimmung, denn in den Ladies Sidesaddle Classes nach ECAHO-Rules sind beide Arten von Sidesaddles zugelassen.

Was zeichnet einen Westerndamensattel aus?

bulleteine Western-style Gurtung (keine Gurtstippen, die Gurtringe m�ssen Teil des Sattels sein, ein Balanceriemen ist erlaubt) bulletein Western "side-bar" tree, wie er auch bei "astride"-Westerns�tteln verwendet wird bulletdie "Cantle-roll", eine Erh�hung des rechten Sattelrandes �ber die gesamte Sitzl�nge bulletder Western"look", also square oder round skirt, ev. graviertes Leder, Silberverzierungen, Stickerein, saddle strings oder andere Dekorationen (optional) bulletein Westernsteigb�gel (keine Tapaderos) oder ein (Western-Style) Sicherheitssteigb�gel

Weitere Informationen zu verschiedenen Arten von Westerndamens�ttel gibt es auf der Home-Page von "Hundred Oaks": http://members.aol.com/sidesadl/sidesaddles2.html

  1. Reitrock oder Reitsch�rze
  2. Reitrock/-sch�rze sind weder im Regelbuch der AHSA (American Horse Shows Association) � Western Division noch in der �TO � Westernreiten genau definiert. Von der AHSA wird nur festgehalten, dass die Reiterin einen Rock oder eine Sch�rze und einen G�rtel unter Schlaufen tragen muss. In Klassen, in denen Chaps vorgeschrieben sind, muss der Rock entweder aus dickem Material oder Leder bestehen. Regelungen zu L�nge oder Farbe des Rockes gibt es keine, wobei sichergestellt sein sollte, dass das rechte Bein ganz verdeckt ist, und das linke Bein zumindest bis zum Kn�chel bedeckt ist. Unbedingt sollten sich die Ladies hier, was Farbe Verzierung und Material betrifft, an die Gepflogenheiten auf den Westernshows bzw. wenn m�glich bei Western Sidesaddle-Klassen z.B. in den USA halten.

  3. Reitstock oder Reitgerte

Im Reglement der AHSA ist Stock oder Gerte nicht erw�hnt und somit auch verboten, da sie f�r andere Reiter auch nicht erlaubt sind. Nach den Regeln der ECAHO ist Stock, Gerte oder Sporn wahlweise erlaubt. Im �sterreichische Regelement ebenfalls erlaubt, orientierte sich dieses somit an der Bestimmung der ECAHO. Die Ladies m�ssen allerdings auf das Verst�ndnis der anderen Showteilnehmer hoffen, denn diese d�rfen keine(n) Stock/Gerte tragen, auch wenn der Stock das Bein bei den Ladies nicht nur unterst�tzt, sondern diesen sogar vollkommen ersetzen muss!

Western Sidesaddle-Klassen sind eine weitere M�glichkeit, um Abwechslung in einen langen Showtag zu bringen. Doch um im Turniersport anerkannt zu werden, wird es an uns Ladies liegen, uns an die Sitten und Gepflogenheiten, die im Westernshow-Sport �blich sind, zu halten. Wir d�rfen uns nicht auf Ausnahmen und Sonderbehandlungen zur�ckziehen, sondern m�ssen uns durch eine gute "performance and good horsemanship" unsere Anerkennung erreiten.

Ich freue mich schon auf den ersten Bewerb, bei dem wir unsere Pferde lady-like vorstellen werden � also Ladies: e-mail an mich (ingrid.gampe@gmx.at), wenn ihr Interesse habt, euer Pferd im Western Siedesaddle vorzustellen, um die Ausschreibung von Bewerben vorzubereiten.

by ingrid gampe

Info: www.damensattel.at (klick auf: western)