Tipps f�r Turnierreiter � von Sylvia Katschker
Wann beginnt eine Pr�fung und damit ihre Beurteilung und wann endet sie?
Western News 1/2001

Auch den Profis unterlaufen hin und wieder Fehler, manche geschehen unbewusst - und denen kann man schwer gegensteuern. Aber manchmal ist es einfach nur Unwissen.
Z.B. der tragische Fall vor kurzer Zeit in einer wirklich bedeutenden Reining. Bei einem walk-in Pattern greift der Open-Reiter seelenruhig mit der zweiten Hand zu den Z�geln und �berpr�ft nochmals seine Z�gell�nge. Normalerweise sind NRHA-Patterns einh�ndig zu reiten (bis auf wenige Klassen, bei denen beidh�ndige Z�gelf�hrung erlaubt ist). Bevor dieser Reiter nun �berhaupt die Mitte der Arena erreicht und dort angaloppiert, ist er bereits disqualifiziert (hier 0-Score). Denn er darf niemals die Z�gel "abl�ngen", w�hrend sein Pferd noch in Bewegung ist. Egal ob es bewusst oder unbewusst war, der Bewerb ist f�r ihn aus, bevor er noch begonnen hat.
Grunds�tzlich kann ein Richter das Pferd beurteilen, sobald es die Bahn betreten hat. In einigen Bewerben gibt es wohl noch eine magische Schwelle, bis zu der man noch kleine Korrekturen am Z�gel zul�sst oder noch die zweite Hand. Aber bitte niemals in einer Reiningklasse! Denn dort ist die zweite Hand (bei einh�ndiger Z�gelf�hrung) absolut tabu, ebenfalls wie R�ckw�rtsrichten, einen kleinen Zirkel gehen, sonstige zus�tzliche Man�ver (alles 0-Score) oder unn�tige Ber�hrungen, wie Sattel anfassen (Penalty 5). Das f�hrt zu schmerzhaften Erfahrungen mit dem Richtsystem!
Bei Pleasure-Reitern dauert es oft unertr�glich lange, bis sich diese einmal in die Arena begeben. Da wird gezupft und r�ckw�rtsgerichtet und werden Spielchen getrieben! Das macht auch die Richter etwas sauer, manchmal hilft eine Stopuhr - aber ehrlich gesagt, nicht wirklich! Sind das nun Top-Pferde bzw. Reiter sieht man noch eventuell dar�ber hinweg, anderen Reitern w�rde ich dieses Geduldspiel nicht empfehlen. Leider fallen gerade in gro�en Pleasure-Klassen h�rtere Korrekturen und sonstige Einlagen besonders auf - oft zu 100% nur dem Publikum. Da existiert nun einmal diese Grauzone, die man den Reitern zusteht, um ihre Pferde wieder zu korrigieren. Manche Reiter n�tzen diese M�glichkeit wirklich schamlos aus!
Was nun gerade bei dieser Disziplin sehr unsch�n auff�llt, am Ende beim R�ckw�rtsrichten oder auch bei der Siegerehrung - manche k�nnen es einfach nicht lassen. Da werden pl�tzlich die Pferde bestraft - da wird gerupft und sporniert. Oft ist es auch das Siegerpferd, dem diese Ehre geb�hrt. Das macht immer ein eigenes Bild f�r das Publikum. Und zwar ein grauenhaftes! Vorher werden diese Pferde noch sehr nett vorgestellt und pl�tzlich stempelt man dieses Pferd zum "Bock" und versucht es vor aller Augen zu disziplinieren. Da kann ein Richter nicht mehr viel machen (je nach Regelbuch) - oft gibt es aber Aufsichtspersonen, die sollten dann tats�chlich einschreiten.
Horsemanship/Showmanship at Halter:
Grunds�tzlich ist die jeweilige Einzelaufgabe entscheidend f�r die Platzierung. Aber auch das Gesamtbild vorher und nachher wird einbezogen. Unaufmerksamkeit dem Pferd oder dem Richter gegen�ber kann Pl�tze kosten. Es gibt zwar Regeln f�r diese Klassen, aber so eng sind die oft nicht auszulegen. Die Eigeninterpretation des Richters entscheidet �ber Sieg oder Niederlage.
Man sollte vom Betreten der Bahn bis zum Verlassen immer konzentriert sein, alles zusammen entscheidet �ber einen guten Platz. Vom netten Outfit (das muss nicht teuer sein), einem freundlichen Gr��en des Richters, der n�tigen Aufmerksamkeit vor und nach dem Pattern - das ist eine Einheit! Das Pattern genau zu studieren, ist eine der wichtigsten Aufgaben. Auf der richtigen Seite der Marker zu arbeiten, sich den Abstand einzuteilen, sich und das Pferd optisch m�glichst gut zu pr�sentieren. Der Richter m�chte anhand der Leistung erkennen, ob sich der Reiter �berhaupt Gedanken gemacht hat, wie er denn dieses Pattern bew�ltigen m�chte. Eine selbstbewusste Ausstrahlung kann jeder erlernen, ebenso wie einen korrekten Sitz oder eine richtige F�hrposition. Das alles ist mit Arbeit verbunden - und zwar innerhalb eines guten Trainings!
Halter:
Nachdem verschiedene Richter die Pferde auch verschieden aufgestellt haben m�chten, ist es g�nstig, sich entweder eine andere Halter-Klasse anzusehen oder den Ringsteward zu fragen. Dieser kann bei dem Richter nachfragen. Das erspart dann unn�tige Zickzackkurse w�hrend der Pr�fung. Halterpr�fungen sind aktive Pr�fungen - warum also stehen immer wieder Vorf�hrer gelangweilt neben ihren Pferden? Man muss versuchen, sein Pferd immer bestm�glich zu pr�sentieren. Das bedeutet, es immer wieder erneut aufzustellen, wenn es eine andere Position eingenommen hat. Ebenso soll das Pferd wachgehalten werden, also keine schlafenden Pferde. Ein bisschen Sand, ein bisschen Zureden und andere Tricks erm�glichen erst ein gutes Pr�sentieren. Ansonsten kann der vermeintliche Sieg auch mit einem Top-Pferd in einem Debakel enden. Denn Richter k�nnen nur sehen und beurteilen, was sie angeboten bekommen; sie k�nnen nicht interpretieren.
Zusammenfassung:
Ab dem Betreten der Bahn ist jederzeit eine Bewertung m�glich, diese endet erst beim Verlassen der Bahn. Anderes Verhalten kann Disqualifikation oder schlechtere Bewertung nach sich ziehen.
Anmerkungen in eigener Sache:
Zu Beginn einer neuen Turniersaison sind ein paar Gedanken �ber das Training angebracht. Die meisten Trainingspl�ne betreffen einzelne Man�ver in den verschiedenen Disziplinen. Da wird auf die Intensit�t und die verschiedenen Intervallsteigerungen R�cksicht genommen. Das allein erscheint zu wenig! Die Pferde werden beim Training und auf den Turnierpl�tzen durch Traben bzw. Galoppieren "aufgew�rmt" - soweit so gut. Meistens besteht das Abreiten aber auch zu einem guten Teil zum "M�demachen" des Pferdes. Was st�rend wirkt, dass der Mensch beim Sport bei sich selbst anders handelt. F�r diverse Sportarten gibt es verschiedene Dehnungs�bungen, und zwar vor und nach einer sportlichen Bet�tigung!
Man versucht, seine Muskeln nicht "sauer" zu machen. Danach geht es f�r Spitzensportler zum Auslauftraining oder zu sonstigen �bungen, damit es zu keinem Muskelkater oder Leistungseinbruch kommt. Kombiniert wird das mit Massagen und eventuell Saunabesuchen.
Was tut der Reiter f�r sein Pferd, au�er es m�de zu machen. Longiert er es vorher warm - das w�re schon ganz nett! Was macht er nachher? In den Stall stellen und am n�chsten Tag erneut Bewerbe oder intensives Training starten? Besser w�ren Auflockerungsm�glichkeiten - z.B. Auslaufen im Rundcorral, Spazierenf�hren, Schrittmaschine, Koppelgang, Solarium und Massagen. Es w�re wichtig f�r jedes Pferd, w�rde sich sein Reiter dar�ber rechtzeitig Gedanken machen! Folgesch�den tauchen erst sp�t auf, oft ist es bereits zu sp�t. Diese Sch�den sind am R�ntgenbild feststellbar oder es treten langwierige Lahmheiten auf. �berbelastet wird jedes Turnierpferd - die Grenzen zu ernsthaften Sch�den sind sehr flie�end.
Gegenma�nahmen: Es werden vermehrt verschiedene gute Kurse angeboten. Es w�re empfehlenswert, w�rde sich jeder �ber den Knochen- und Muskelaufbau informieren, ebenso �ber das richtige Aufw�rmen aus medizinischer Sicht . Wege k�nnen gefunden werden, dem Pferd vern�nftig zu helfen nach anstrengender Arbeit, damit die diversen R�ckst�nde im K�rper abgebaut werden. Massagekurse lege ich jedem pers�nlich ans Herz - einfach auch, um das Verst�ndnis f�r die Bed�rfnisse des Partners Pferd zu f�rdern. Was einem Menschen hilft, ist auch bei unseren Vierbeinern angebracht. Sie geben uns die Leistung, wir sollten es ihnen mit bester Betreuung danken.
Massagekurse werden auch von Tier�rzten angeboten, man sollte das Fr�hjahr n�tzen, um solche Kurse zu besuchen!