Tipps f�r Turnierreiter

Showmanship at Halter - 2. Teil
Sylvia Katschker
Western News 1/99

Showmanship at Halter ist eine Teamleistung von Vorf�hrer und Pferd. Es ist der Job des Teilnehmers, den Richter davon zu �berzeugen, dass sein Team das beste in der Arena ist; es ist der Job des Pferdes mit seinem Handler zu kooperieren.
Die Viertel-Methode:
Bei jeder Shomanship at Halter-Klasse wird ein sogenanntes "Set-Up" verlangt. Dabei betrachtet der Richter das Pferd einzeln. ("Set up horse for inspection.") Dabei hat sich die Viertelmethode als sehr n�tzlich erwiesen. Wenn man n�mlich bei dieser Pr�fung zur falschen Zeit am falschen Punkt ist, kann das wertvolle Punkte kosten. Entwickelt hat sich diese Methode aus dem Sicherheitsdenken: Wie hat der Teilnehmer sein Pferd am besten unter Kontrolle, wie gef�hrdet man am wenigsten den Richter.
Viertelmethode

Zuerst einmal teilt man den Pferdek�rper optisch in 4 Teile:

A: linke Seite vom Kopf bis zum Widerrist

B: rechte Seite vom Kopf bis zum Widerrist

C: rechte Seite vom Widerrist bis zum Schweif

D: linke Seite vom Widerrist bis zum Schweif

In welcher Zone sich nun der Richter befindet, das ist auschlaggebend f�r die Position des Vorf�hrers! Niemals sollte man mit seinem eigenen K�rper die Sicht des Richters auf das Pferd verdecken!

In den Zonen C und D bewegt sich nur der Richter, diese sind niemals der Arbeitsbereich f�r den Vorf�hrer!

Zum Arbeitsbereich des Vorf�hrers z�hlen also nur die Zonen A und B! Das bedeutet, dass man sich niemals in dem Bereich hinter dem Widerrist aufh�lt, w�hrend der Richter das Pferd betrachtet.

Bevor wir nun das ganze Schritt f�r Schritt genau durchgehen, ein kleiner Tip: K�mmert euch einfach einmal nur um die Zonen A und B. Das hilft dem Verst�ndnis f�r diese theoretisch schwierige Sache sehr. Eine 2. Person spielt den Richter, diese geht vor dem Pferdekopf auf einer Linie gerade von der Zone B in die Zone A und bleibt dann dort stehen. Wenn der Richter nun genau vor dem Kopf des Pferdes den Schnittpunkt von Zone A und B �berschreitet, wird es Zeit f�r den Vorf�hrer, die Seite zu wechseln. Auch wenn er nun in der Zone A stehen bleibt, verdeckt er dem Richter das Pferd. Also muss er elegant in die Zone B wechseln. Dann wechselt der Richter wieder zur�ck. Damit nun nicht beide in Zone B stehen, muss nun der Vorf�hrer wieder zur�ckwechseln. Das m�sst ihr ein paar Mal �ben!

Wenn das nun klar ist, kann man mit allen 4 Zonen arbeiten:

Steht der Richter irgendwo in der Zone A, sollte man auf der rechten Seite des Pferdes stehen. Man wechselt also von der urspr�nglichen Position (Zone A - an der linken Seite des Pferdes) vor dem Pferd in die n�chste Zone, n�mlich in die Zone B. Damit sieht nun der Richter das ganze Pferd von der linken Seite. Der Vorf�hrer sucht sich nun in Zone B den Punkt, wo er Blickkontakt mit dem Richter haben kann; aber nicht so, dass man um die Ecke blinzelt oder unter dem Pferdekopf/Hals steht. (Siehe Foto 1!)

Auf diesem Foto sieht man auch sehr gut, in welchem Winkel die Fussspitzen des Teilnehmers in Richtung der Pfedehufe zeigen, ca. 45�.

Der schwierigste Teil ist, wenn sich der Richter die Vorderansicht des Pferdes ansieht. Da verdeckt man sehr leicht die freie Sicht auf das Pferd. Man muss dem Richter ausweichen, schnell die Seiten wechseln (in die andere Zone gehen), aber nicht zu hastig und geschmeidig. Es soll bei jedem Wechsel die gleiche Anzahl der Schritte genommen werden, nicht zu viele und nicht zu wenige. Ob man nun mit seinem �u�eren oder inneren Bein beginnt, ist Training/Trainersache. Dem Richter ist das egal. Es soll nur ein System dahinterstecken. Einen jungen Vorf�hrer mit nur 3 Schritten um ein gro�es Pferd zu jagen, wird eher zur Erheiterung beitragen. Man sollte sich vor dem Pferd nicht steif hin und her bewegen; Anmut und Eleganz ist gefragt. Eine geschlossene Beinstellung des Vorf�hrers ist dagegen Pflicht; l�mmeln gibt es hier nicht. Die Schritte sollten folgendes beinhalten: Immer entweder mit dem �u�eren/inneren Fu� beginnen, dann folgen 3-5 Schritte um das Pferd herum (die F�hrkette wird dabei mit der rechten Hand unter dem Kinn durchgef�hrt, niemals �ber die Nase gezogen), ein Drehen der Fu�spitzen zum Pferdehuf und das Zusammenstellen der F��e). Man mu� seinen Stil finden, ein Mann von 100kg wird im Ballettstil ein nicht so gutes Bild abgeben. Es soll spielerisch wirken, automatisiert sein!

Wenn der Richter nun n�hertritt, kann man sich etwas zur�ckstellen/drehen. Wenn er nun genau vor dem Kopf steht, nicht voreilig wieder in die Zone A zur�ckwechseln, weil man meint, er w�rde nun mit seinem Rundgang beginnen; er setzt als 1. den n�chsten Schritt, sobald er nun die Zone B betritt, wechselt man erst in Zone A. (Siehe Foto 2!)

Der Richter hat nun in Zone B wieder die freie Sicht auf das Pferd, kann aber jederzeit - und das wird er auch versuchen - Blickkontakt zum Vorf�hrer aufnehmen. Dieser muss nun aber immer wieder Kontrollblicke auf sein Pferd werfen, denn dieses kann inzwischen seine Beine irgendwohin gestellt haben. Wenn das der Fall ist, muss man das Pferd auch noch dazu bringen, sich wieder ordentlich hinzustellen, w�hrend die Richterinspektion weitergeht und man auch noch zwischen Zone A und B hin- und herwechseln muss. Wie schon in Teil 1 angemerkt: Niemals den K�rper/die Beine des Pferdes mit der Hand ber�hren, auch nicht mit dem Fu� antippen. (Das ist nur in Halter-Klassen erlaubt!) Die einzigen Hilfsmittel sind das Zupfen an der F�hrkette, die K�rpersprache und leise Stimmhilfen.

Der Richter sollte gen�gend Zeit f�r dieses Wechseln lassen. Ein Fehler tritt aber hier h�ufig auf: Wenn man vor dem Richter die Zonen wechselt und w�hrenddessen sich sofort mit dem K�rper zum Richter dreht, kann diese Bewegung das Pferd st�ren; es versteht dies vielleicht als Aufforderung zum Vorw�rtsgehen. Also soll der ganze Vorgang geschmeidig und nicht hastig erfolgen.

Der Richter erreicht nun Zone C, er ist also hinter dem Widerrist und geht Richtung Schweif. Nun wechselt der Vorf�hrer wieder in die Zone B (f�r den Blickkontakt mit dem Richter), stellt sich nicht zu knapp zum Pferd, damit der Richter auch noch den Pferdehals/Kopf erkennen kann. Dann wartet man, bis der Richter von Zone C in Zone D geht. Doch Achtung: Viele Richter bleiben genau hinter dem Schweif stehen und betrachten das Pferd von hinten; also nicht voreilig in die Zone A wechseln. Manche gehen sogar wieder einen Schritt in die alte Zone C zur�ck! (Siehe Foto 3 und 4)

Sobald der Richter nun aber die Zone D betritt, wechselt man zur�ck in die Zone A und nimmt wieder Blickkontakt zu ihm auf. Wenn er nun an der linken Seite hervor zur Zone A kommt (er �berschreitet die magische Grenze des Widerristes), wechselt man noch einmal zur�ck in die Zone B mit Augenkontakt zum Richter.

Danach l�sst er den Vorf�hrer in die Ausgangsposition zur�ck, damit dieser entweder das Pattern beenden kann oder er geht zum n�chsten Teilnehmer, wenn das Set-Up woanders war.

Achtung:

Diese Strategie der Viertelmethode ben�tzt man w�hrend der ganzen Klasse, egal wo nun der Richter ist oder mit wem er gerade arbeitet. Man erm�glicht ihm immer die freie Sicht auf das Pferd. Die Klasse beginnt mit dem Hereinf�hren des Pferdes und endet kurz vor der Siegerehrung. Also kann es durchaus zur Beurteilung geh�ren, dass ein Getratsche mit anderen Teilnehmern, die Unaufmerksamkeit nach dem eigentlichen Pattern (nicht mehr aufpassen, wohin sich der Richter bewegt etc.) sich negativ auswirkt.

Ein Beispiel:

Der Richter l�sst die Teilnehmer an der rechten Seite aufstellen, bevor das eigentliche Pattern begonnen wird. Nun geht er vom Eingang der Arena in Richtung des ersten Teilnehmers. Um die Sicht auf das Pferd nicht zu verdecken, geht jeder Teilnehmer auf die rechte Seite des Pferdes (oder wie vorher beschrieben in die Zone B), bis der Richter vor dem jeweiligen Pferd (Pferdekopf) vorbeigeht, dann wechselt man wieder auf die linke Seite zur�ck.

N�chstes Beispiel:

Alle Pferde sind wie im oberen Beispiel an der rechten Seite aufgestellt, das eigentliche Pattern beginnt, der Richter steht auf seinem Platz. Wenn er sich nun irgendwann zu den anderen aufgestellten Pferden umblickt, soll ihm niemand die Sicht auf das Pferd verdecken. Somit kann sich eine geteilte Aufstellung der Teilnehmer ergeben: Manche stehen rechts vom Pferd, die anderen links vom Pferd. Auch hier gilt immer noch die Viertelmethode mit den Zonen. Oberstes Gebot: Blickkontakt mit dem Richter aufnehmen, ihm aber nicht die Sicht verstellen.

Der Richter steht links vom Kopf des Pferdes (Zone A). Der Teilnehmer steht auf der rechten Seite so, dass er vom Richter gesehen werden kann und Augenkontakt zum Richter aufnehmen kann (Zone B).

Wenn der Richter nun direkt vor dem Pferd in die Zone B wechselt, so wechselt der Teilnehmer in die Zone A.

Wenn nun der Richter die rechte Seite des Pferdes betrachtet (Zone B), bleibt der Teilnehmer solange auf der linken Seite bis der Richter den Widerrist passiert und in der Zone C die rechte H�lfte des Pferdes betrachtet (Zone A). Dabei steht der Teilnehmer in der Zone B. Wenn der Richter hinter dem Schweif herumgeht, wechselt der Teilnehmer mit ihm zusammen zur�ck in die Zone A.