Turniertipps von Sylvia Katschker
Showmanship at Halter & Halter - Teil 1
Rechtzeitiges Training f�r abgesetzte Fohlen/und �ltere Pferde f�r die neue
Turniersaison
Western News 6/98
Oder auch: Anleitung zur Erw�rmung des menschlichen K�rpers im Winter.
Jetzt, wenn die kalte Jahreszeit beginnt, w�re es eine Abwechslung f�r
Mensch und Tier, einmal etwas anderes zu machen. Es w�re aber auch ein
notwendiges Training �ber einen l�ngeren Zeitraum in den oben genannten
Disziplinen.
Es sind 2 verschiedene Disziplinen und doch sind sie so nah verwandt.
Showmanship at Halter wurde eingef�hrt, um Amateuren und Jugendlichen die Basis
f�r das Vorstellen eines Pferdes in Hinblick auf zuk�nftige Halter-Klassen zu
erm�glichen. Bei Showmanship at Halter steht die Bewertung des Vorf�hrers und
die Einhaltung des Patterns im Vordergrund. Das hei�t, es gibt zwischen
Showmanship at Halter und Halter zwar gro�e inhaltlichen Unterschiede - aber
eigentlich ist bei beiden Bewerben nur eines wichtig: das professionelle
Pr�sentieren eines Pferdes.
Bei Halter-Pferden wird auf die Zuchteignung geschaut. Das m�glichst korrekte
Exterieur eines Pferdes steht im Mittelpunkt, beginnend mit einem kleinen,
ausdrucksvollen Kopf, einem gut angesetztem Hals, einem richtig ausbalancierten
K�rper, geraden Beinen, richtiger Beinstellung. Insgesamt sollte das Pferd eine
sch�ne Bemuskelung aufweisen. Eine Stute sollte dennoch weiblich aussehen,
w�hrend bei einem Wallach nat�rlich nicht die Zuchteignung entscheidend ist,
sondern seine Eignung als Reitpferd.
Das hei�t nat�rlich nicht, dass ein Showmanship at Halter-Pferd der
h�sslichste Ackergaul sein soll, nur das Exterieur spielt eine geringere Rolle.
Nat�rlich sieht ein sehr gut gebautes Pferd in Schritt, Trab und in den
Drehungen wesentlich besser aus als ein sich schlecht bewegendes Pferd. Der
optische Eindruck spielt zumindest subjektiv eine nicht zu verleugnende Rolle.
Doch ohne die entsprechenden Man�ver jemals ge�bt zu haben, ist auch das
bestgepflegte und korrekt gebaute Pferd chancenlos.
Was bei Shows oft vergessen wird: Beide Disziplinen sind eigenst�ndig, d. h.
ohne �bung, nur so zum "Dr�berstreuen", schauen Pferde in diesen
Disziplinen schrecklich aus! Vor allem gegen�ber ausl�ndischen Richtern
pr�sentiert man ein schlechtes Bild!
Bei Halter-Klassen ist man es fast irgendwie gew�hnt, dass Pferde hinter dem
Vorf�hrer hinterhergezogen werden. Der Richter hilft oft mit Schnalzen oder
sonstigen Hilfen, das Pferd zum Traben zu bringen. Die Teilnehmer vergessen,
auch die anschlie�ende Wendung durchzutraben und wissen nicht, wie und wo sie
ihr Pferd aufstellen sollen. Dass ein Pferd vielleicht einmal nicht lostraben
will, vor allem vielleicht ganz junge Pferde Probleme bereiten, oder Pferde beim
Aufstellen zu nerv�s sind und umhertanzen, das soll hier nicht angekreidet
werden. Man merkt nur schon in Halter-Klassen, ob der Vorf�hrer eigentlich
wei�, was er tun soll und ob er alles versucht, oder ob jemand nur planlos
durch die Gegend rennt.
Bei Halter-Klassen gibt es kein Pattern, Vorf�hrer/Pferd gehen im Schritt auf
den Richter zu, dieser tritt zur Seite, Vorf�hrer/Pferd traben vom Richter weg
und das Pferd soll auch die Wendung durchtraben. Danach soll das Pferd so
aufgestellt werden, dass der Richter es auch beurteilen kann. Das klingt relativ
einfach, ist es aber nicht.
Wichtig ist, dass man wei�, wo der Richter stehen wird. Dieser wird auch
meistens erkl�ren, bis wohin man traben soll, bevor man die Wendung macht und
wo die ersten Pferde stehen sollen. Zur Hilfe werden Pylonen aufgestellt. Vor
allem derjenige, hinter dem die Wendung durchgef�hrt werden soll, ist wichtig!
Das Pferd soll nun genau auf den Richter zugehen. Und da liegt schon das erste
Problem: Oft geht der Vorf�hrer genau auf dieser Linie. Aber eine falsche
Beinstellung oder Lahmheiten sind nicht sehr zweckdienlich zur Beurteilung des
Pferdes. Au�erdem sollte es ein z�giger Schritt sein; in einem zu langsamen
Tempo kann der Richter nicht zuviel von Lahmheiten erkennen. Auch ist es
schwieriger, ein Pferd im langsamen Tempo auf einer geraden Linie zu halten. Ein
Zick-Zack-Kurs ist zur Beurteilung nicht sehr hilfreich. Nicht dem Richter
ausweichen, er macht Platz und tritt zur Seite. W�hrenddessen kann man das
Pferd schon antraben. Dabei soll man das Pferd nicht hinter sich herziehen.
Soviel an K�rpersprache zwischen Pferd und Vorf�hrer sollte schon da sein
(�bungen siehe beim Showmanship-Abschnitt). Auch hier geht das Pferd und nicht
der Vorf�hrer in gerader Linie weg vom Richter (Dieser kann die Beinstellung
und das Auffu�en der Hinterbeine erkennen.) bis zu dem Marker, der die Wendung
einleitet und trabt hinter diesem durch die Wendung und weiter gerade in
Richtung der gegen�berliegenden Seite (Der Richter kann hier n�mlich nochmals
feststellen, ob ein Pferd lahmt.), zumindest bis zur H�lfte der Bahn. Manche
Richter wollen auch einen Bogen sehen. Bei Ungewissheit ist immer der
Ringsteward zu fragen. Dieser hilft auch bei der Platzaufteilung der Aufstellung
weiter, sagt, ob eine neue Reihe gebildet werden soll, etc. Beim Aufstellen
nicht vergessen, dass nach M�glichkeit nicht von der Linie des Vordermannes
abgewichen werden soll. Also l�sst man gen�gend Abstand (Steigen, Auskeilen,
R�ckw�rtsrichten) nach vorne und hinten!
Bei Halter-Klassen darf das Pferd angegriffen werden. Man kann also ein Bein
hochheben und neben das andere wieder abstellen lassen. (Ohne �ben zu Hause
wird das normalerweise nicht klappen.) Betrachtet das Pferd von der Seite. (Es
sollte die Beine unter dem K�rper haben, die Hinterbeine nicht zu weit nach
hinten ausgestellt, nicht zu weit nach vorne, etc.)
Am besten ist es, mit einer 2. Person zu Hause �ben, wie das Pferd so
aufgestellt werden kann, dass Vorz�ge betont und M�ngel kaschiert werden.
Trainer haben da ihre Tricks auf Lager: den Sand um/unter einen Huf so zu
verteilen, dass ein Fehler nicht so stark auff�llt, etc.
Wenn der Richter sich nun die einzelnen Pferde genauer ansieht, sollte man nicht
zwischen Pferd und Richter stehen. Also der Richter soll immer freie Sicht auf
das Pferd haben (siehe Viertelmethode bei Showmanship at Halter). Wenn das Pferd
sich pl�tzlich bewegt und unvorteilhaft steht, gibt hier der Richter die
M�glichkeit, dieses zu korrigieren. (In der Showmanship at Halter hat man dazu
auch die M�glichkeit, allerdings wartet der Richter hier nicht, man darf auch
die Beine des Pferdes nicht ber�hren.) Manchmal geht er inzwischen auch zum
n�chsten Pferd und kommt danach zur�ck. Die Lippen sollte sich das Pferd
problemlos �ffnen lassen. (Zu Hause �ben ist Pflicht, sonst sieht der Kampf
grauenhaft aus. Eleganz ist hier gefragt, nicht Brachialgewalt.) Es sollte mit
2-3 Fingern m�glich sein, die Ober- und Unterlippe so zur�ckzuschieben, dass
dem Richter der Blick auf die Z�hne erm�glicht wird. Er kontrolliert nur auf
einen m�glichen fehlerhaften �berbiss.
Die Aufmerksamkeit sollte immer auf den Richter und das Pferd gerichtet sein: Wo
ist der Richter gerade? Sieht er jetzt her? Steht das Pferd immer noch korrekt?
Halter-Klassen k�nnen lange dauern, darum muss man die Aufmerksamkeit des
Pferdes oft "k�nstlich am Leben erhalten". Ein d�sendes Pferd kann
man mit rieselndem Sand, einem Feuerzeug oder mit dem Ende der F�hrkette
aufwecken. Lasst euch die Tricks erkl�ren!
Das Pferd soll immer stolz pr�sentiert werden. Es wird nicht zum Schlachter
gef�hrt. Die Vorf�hrer/Pferdkombination sollte wegen des Erscheinungsbildes
die Blicke auf sich lenken. Keinesfalls soll der Augenkontakt mit dem Richter
gescheut werden. Das selbstbewusste Auftreten des Vorf�hrers soll vermitteln:
Seht her, was f�r ein tolles Pferd ich hier habe! Wenn man nur auf den Boden
schaut und sich nicht traut, notwendige Korrekturen am Pferd vorzunehmen, kommt
das auch beim objektiven Betrachter nicht so gut an. Das Gegenteil ist aber auch
nicht erw�nscht: �bertriebene Gestik und Mimik des Vorf�hrers ver�rgert nur
den Richter. Ein L�cheln und auf Fragen freundlich Auskunft zu geben, das ist
der richtige Weg! Man muss sich einfach einmal �berlegen, wie man selbst ein
Pferd kaufen w�rde. Wie sollte es pr�sentiert werden? W�rden mir schlurfende
Schritte eines Vorf�hrers gefallen, der ein Pferd hinter sich herzieht und
nicht einmal auf einer geraden Linie gehen kann? Nichts anderes stellt man sich
in einer Halter-Klasse vor: Ein Pferd f�r den Verkauf oder als hochwertiges
Zuchtpferd vorzustellen!
Showkleidung kann sein, muss aber nicht sein! In den Halter-Klassen sieht man
noch vereinzelt Blue Jeans. Besser w�re f�r einen Mann: ein Jackett mit
Krawatte, eine "saubere" Hose; f�r Damen: Jacke mit Bluse (gen�gt
aber auch nur Bluse) und Hose, saubere Stiefel. Nat�rlich sind Chaps und Sporen
nicht erw�nscht. Besonders f�r Damen gibt es tolle Halter-Jackets und enge
Hosen. Zu viel Geld daf�r auszugeben, ist nicht notwendig! Eine saubere
Kleidung und der richtige Umgang mit dem Pferd sind die eigentlichen
Voraussetzungen f�r den Sieg oder die Platzierung!
In der Showmanship at Halter sind Blue Jeans auf jeden Fall zu vermeiden, ebenso
weite Kleidungsst�cke (st�ren optisch). Die Haltung sollte auch hier elegant
wirken: der gleiche Laufschritt wie das Pferd, die Ellbogen am Oberk�rper
angelegt (nicht schaufeln!), die F�uste aufgestellt (vor dem K�rper), das Ende
der F�hrkette aufgerollt in der linken Hand.
In der Showmanship at Halter-Klasse niemals die H�nde wechseln (die linke Hand
hat immer das F�hrkettenende in der Hand) - in der Halter-Klasse ist das
niemals ein Problem! Auch das eigene Aussehen beim Laufen von einer zweiten
Person zu Hause korrigieren lassen.
Das Pferd sollte in beiden Klassen richtig sauber sein. Auch ist mit den
Vorbereitungen nicht erst am Turnier zu beginnen, sondern mindestens schon ein
paar Wochen vorher zu Hause (waschen, trimmen). Beim Clippen vorsichtig sein.
(Vor allem nachfragen, ob es auch im Ausland erlaubt ist.)
Das Pferd sollte kein Nylonhalfter tragen, ein einfacheres Silberhalfter ist
schon professioneller. Das Halfter soll korrekt verschnallt sein. Auf keinen
Fall sollte es sehr weit angepasst sein. Das Halfter soll ziemlich eng am
Pferdekopf anliegen. Auch hier gibt es wieder Tricks, optisch einen Pferdekopf
h�bscher aussehen zu lassen. (Nur eines nie tun: zu tief schnallen, da dadurch
die Nasenl�nge optisch sehr h�sslich verl�ngert wird. Bei Pferden mit einem
langen Nasenr�cken setzt man das Halfter etwas h�her hinauf.) Der Bridle Path
wird nur bis maximal eine Ohrl�nge geschoren. Bei Pferden mit einem nicht ganz
so perfekten Kopf nicht einmal diese Ohrl�nge (um das Richterauge nicht so sehr
auf diesen Teil zu lenken).
Das Lackieren der Hufe soll rechtzeitig geschehen. Wenn der Hallensand oder die
Einstreu daran kleben, hat es keinen Versch�nerungseffekt mehr. Es gibt eigene
schwarze Huflacke, die den Huf sch�n gl�nzen lassen. (Achtung: Niemals einem
Appaloosa schwarze Hufe machen, sondern farblose.) Weiters kann man die zu Hause
geschorenen wei�en Abzeichen an den Beinen mit Spray oder Babypuder wei�
machen. Diverse Sprays oder Lotionen geben dem Pferdehaar einen tollen Glanz.
(Rechtzeitig auftragen! Bei manchen muss nach dem Trocknen noch einmal
dar�bergeb�rstet werden.) Um N�stern/Augen/Ohren und bei gut gebauten Pferden
Schulter/H�fte zu betonen, gibt es eigene Produkte, mit denen Glanzeffekte
erzielt werden k�nnen.
Achtung bei Showmanship at Halter: Hier kann wirklich die Sauberkeit eines
Pferdes �berpr�ft werden: Der Richter kann die M�hne anfassen und Schuppen
oder Schmutz so leicht feststellen. Auch kann er Ohren und
Schweif/Geschlechtsteile auf ihre Sauberkeit �berpr�fen! Tip: Die Ohren mit
einer fettreichen Lotion versehen (auch innen), f�r die Geschlechtsteile einen
K�bel mit Schwamm mitnehmen. (Pferde misten immer unangemeldet, die Reste
geh�ren vor dem Start entfernt.) Auch Augen und N�stern sollten vor dem Start
nochmals mit einem anderen Schwamm ges�ubert werden.
Eine lange M�hne muss nicht unbedingt eingeflochten werden. In der
Halter-Klasse erkennt der Richter damit besser die Halskonturen/Halsform, in der
Showmanship at Halter-Klasse erzielt man ein optisch ruhigeres Bild. Gepflegt
m�ssen lange M�hne und Schweif auf jeden Fall wirken. Auf keinen Fall soll
wegen einer dieser Disziplinen eine lange M�hne abgeschnitten werden. Es gibt
verschiedene Methoden, um diese kunstvoll einzuflechten.
Zwei Pferde im Schritt. Beide Teilnehmer pr�sentieren ihre Pferde, nicht sich
selbst. Sie befinden sich zwischen Pferdekopf und Schulter und geben damit auch
den Blick frei auf das Profil ihrer Pferde. Die Pferde sind aufmerksam und gehen
flott vorw�rts. Man beachte die korrekte Position der H�nde und die richtige
Armhaltung und bei der vorderen Vorf�hrerin den Blickkontakt zum Betrachter. Zu
Trainingszwecken benutzen sie die Umz�unung, damit die Pferde gerade
vorw�rtsgehen.
Das Pferd steht korrekt, die Hinterbeine zu weit weg, die Hinterbeine zu weit
vorne.
1) Dieses Pferd ist so aufgestellt, dass alle Beine sich direkt unter seinem
K�rper befinden. Sein Ausdruck ist wachsam und interessiert.
2) Dieses Pferd steht zu gestreckt und ist nicht aufmerksam.
3) Bei diesem Pferd sind die Hinterbeine zu weit unter den K�rper geschoben. Es
ist nicht aufmerksam.
1) Die Kette f�hrt durch den unteren Teil des Halfters zur�ck zum Ende des
Kettenteiles und wird dort eingeh�ngt. Der Kettenteil wird somit halbiert, um
nicht zu weit weg vom Pferd sein zu m�ssen. Die einfachste, aber nicht so
h�ufig genutzte M�glichkeit.
2) Die Kette f�hrt seitlich durch den linken Ring, geht �ber die Nase und
f�hrt durch den rechten seitlichen Ring zum obersten Ring. �blich f�r Hengste
und nerv�se Pferde. Der Verschluss schaut nach au�en; die Kette nicht
verdrehen!
3) Die Kette f�hrt seitlich durch den linken Ring, verl�uft unter dem
Unterkiefer, kommt durch den rechten seitlichen Ring und wird rechts oben
eingeh�ngt. H�ufigste Variante! Verschluss schaut nach au�en, die Kette soll
nirgends verdreht sein.