Tipps f�r Turnierreiter
Fliegende Galoppwechsel - leicht verst�ndlich gemacht
Western News 2/2000

F�r die meisten Pferdefachleute sind gut ausgef�hrte Fliegende Wechsel ein Zeichen f�r ein fortgeschrittenes Training und Horsemanship.
Nach au�en schaut so etwas immer leicht aus - und so sollte es ja auch sein. Es soll spielerisch wirken. Durch Kontrolle �ber Vor-, Mittel- und Hinterhand ist es recht einfach, fast jedem Pferd einen korrekten Fliegenden Galoppwechsel beizubringen.
Da man bei einem guten Reiter und Pferd so gut wie keine Hilfen mehr sieht, stellt sich nun die Frage, wie machen die denn das?
Es gibt verschiedene Trainingsmethoden. Wer ein Pferd hat, bei dem er nicht von der Vorhand �ber die Mittelhand bis zur Hinterhand jeden dieser K�rperteile auch getrennt gymnastizieren kann, der hat ein Problem. Wie f�r alle Disziplinen und Man�ver gilt auch hier, die Basisarbeit ist am wichtigsten. Gelingen die verschiedensten Biege-, Seitw�rts- und andere wichtige Gymnastizierungs�bungen nicht, so muss zuerst an diesen gearbeitet werden. Seiteng�nge vom Schenkelweichen �ber Traversalverschiebungen bis zum Kruppherein geh�ren auch in das Ausbildungsprogramm eines guten Westernpferdes. Durch wenig Z�gel- und Schenkelhilfen sollte sich das Pferd biegen bzw. vom inneren und �u�eren Schenkel leicht weichen lassen. Ohne diesen �bungen hat man nach wie vor ein steifes und unbiegsames Tier, das damit auch nicht an irgendwelchen Hilfen steht.
Selbst f�r das Ausreiten w�rde man ein so schlecht ausgebildetes Tier nicht reiten wollen. Somit kommt dieses Pferd auch f�r keine einzige Turnierdisziplin infrage. Diese Gymnastizierungs�bungen lassen sich f�r Trail, Western Riding, Reining, Horsemanship etc. anwenden und geh�ren zum t�glichen Training dazu, vor allem in der Aufw�rmphase, aber vor allem auch dann, wenn irgendwo Kommunikationsprobleme zwischen Reiter und Pferd auftauchen. Man kehrt immer wieder zur Basisarbeit zur�ck.
Um einem Pferd einen Fliegenden Wechsel zu lernen, sollte man davor einen Plan bereit haben. Denn auch das Pferd sollte leicht verstehen k�nnen, was man eigentlich von ihm will.
Das Ziel:
Das Pferd sollte den Fliegenden Wechsel ohne Richtungswechsel und ohne schneller zu werden ausf�hren. Es sollte im gleichen Rahmen bleiben und auch keine heftige Reaktion zeigen. Alles sollte weich und geschmeidig sein!
Man kann auch dem jungen Pferd sofort den Fliegenden Wechsel beibringen. Voraussetzung daf�r ist aber:
Das Pferd geht nicht gegen das Gebiss, sondern nimmt es willig an (vertikale Kontrolle). Es l�sst sich auch mit dem Kopf zur Seite biegen (laterale Kontrolle), ohne dass es sich dabei im Genick/Hals verwirft, d.h., die Ohren sollen sich immer in einer waagrechten Linie befinden. Es sollte sich auch leicht vom angelegten Schenkel weg bewegen. Auch bei einem sogenannten nat�rlichen Wechsler ist die Kontrolle �ber Kopf und K�rper des Pferdes notwendig.
Eine gute �bung - Two Track:
Das Pferd geht gleichzeitig vorw�rts und seitw�rts in einer versammelten Manier. Wenn das Pferd vorw�rts geht, nimmt man vorsichtig beide Z�gel etwas an und treibt es mit beiden Unterschenkeln in eine leichte Versammlung. Wenn man nun nach rechts (siehe Bilder) seitw�rts gehen m�chte, dr�ckt man mit dem linken Schenkel und gibt den rechten Schenkel weg vom Pferd. Das Pferd sollte nicht �berbogen sein. Auch der innere linke Z�gel sollte nicht zu stark angenommen werden. Der K�rper der Pferdes soll m�glichst gerade bleiben. Am Anfang erlaubt man dem Pferd auch eine leichte Biegung, damit es versteht, was man von ihm will. Aber es sollte durch das regelm��ige �ben nach einiger Zeit immer gerader werden. Man sollte Seitw�rts�bungen nicht �bertreiben. Auf keinen Fall darf es ohne Aufw�rmen ausgef�hrt werden. Umgekehrt sollte auch nicht �bertrieben mit einem ersch�pften Pferd gearbeitet werden. Die Muskeln sollten "warm" sein, um die Verletzungsgefahr so gering wie m�glich zu halten. Man l�sst das Pferd dazwischen immer wieder etwas anderes tun, wie einfaches Geradeausgehen, als Belohnung.
Im Laufe des Trainings l�sst sich das Pferd versammelt seitlich verschieben und zwar im Schritt, Trab und Galopp. Wenn man im Schritt die Vorw�rtsbewegung langsam reduziert, kommt man zum Sidepass (keine Vorw�rtsbewegung mehr). Da das Pferd bereits gelernt hat, voreinander und seitw�rts mit den Beinen zu �berkreuzen, wird es das auch beim Sidepass tun, selbst wenn es ganz gerade gerichtet wird.
Der Reiter kann dabei auch in seinem Sitz und in der Ausf�hrung viele Fehler machen. Er verlagert sein Gewicht zu stark, er zieht zu stark am Z�gel, vergisst das Pferd gerade zu richten. Das kann sp�ter zu Problemen f�hren. Denn das Pferd sollte einmal auch die Fliegenden Galoppwechsel gerade gerichtet ausf�hren.
Pete Kyle hat als Vorbereitung noch eine andere �bung, bei der das Weichen vom Schenkel und die Aufrichtung der Schulter des Pferdes leicht verst�ndlich gemacht werden kann.
Die n�chste �bung - der Circle Drill:
Man galoppiert rechts herum am Zirkel. Das Pferd soll gleichm��ig und in Anlehnung galoppieren. Sein Kopf ist dabei leicht nach innen gestellt. Nun dr�ckt man mit dem �u�eren linken Schenkel und das Pferd bewegt sich nun nach innen - und zwar im Two-Track. Nach einigen Spr�ngen stoppt man nun das Pferd, danach bewegt man sich im Sidepass noch ein wenig mehr nach innen. Immer noch dr�ckt der linke Schenkel. Dabei verlagert das Pferd das Gewicht nach rechts, die linke Schulter hebt sich dabei und wird somit frei. Jetzt h�rt man auf, mit dem linken Schenkel zu dr�cken und gibt damit den Weg frei f�r das Pferd . Man dr�ckt nun mit dem rechten Schenkel und das Pferd galoppiert links an. Das Pferd soll nun geradeaus galoppieren und anschlie�end auf einen Linkszirkel gebracht werden. So ist der erste Schritt zum Wechsel getan.
Vorsichtiges und weiteres Training wird das Pferd in dieser �bung festigen. Letztlich wird dabei der Sidepass eliminiert. Dabei geht das Pferd im Two-Track nach innen, man h�lt es leicht mit beiden Z�geln, man h�rt mit dem einen Schenkel auf zu dr�cken und legt den anderen Schenkel an. Danach wird auch das Two-Tracking reduziert und letztlich nimmt man das Pferd vorne nur leicht auf und wechselt die Beinposition.
Allerdings k�nnten hier die Schwierigkeiten erst richtig beginnen. Die Pferde nehmen den Wechsel vorweg und lassen die neue innere Schulter fallen und dr�cken sofort zur neuen Seite hin�ber. Hier muss man es sofort stoppen, dr�ckt es wieder vom alten Schenkel weg und l�sst es danach im anderen Galopp wieder angaloppieren. Wo immer Probleme auftauchen, man muss wieder einen Schritt zur�ckgehen und die Vorbereitungs�bungen wiederholen. Somit gibt es auch hier immer einen Weg zur�ck zur Basisarbeit.
Gro�e Problem bereitet es, wenn man zwar die neue innere Schulter anheben kann, aber mit dem Schenkel die Hinterhand nicht hin�berdr�cken kann. Dazu eignet sich hervorragend das Kruppherein. Denn der Fliegende Wechsel ist eigentlich nichts anderes als ein Verschieben der Hinterhand auf die neue innere Seite bei gleichzeitiger Anhebung der inneren Schulter. Ein gut gymnastiziertes Pferd bekommt nicht viel mit, was eigentlich passiert. Genauso sollte der Reiter gar nichts oder nicht viel sp�ren. Das Pferd bringt nur das andere Hinterbein vermehrt unter sich. Deshalb ist es sinnlos, ein Pferd mit enormem Sporeneinsatz oder gar Peitschen zu einem Fliegenden Wechsel zwingen zu wollen. Es sollte ganz nat�rlich f�r das Pferd sein, diese �bung auszuf�hren. Dabei sollte es kein Buckeln, kein gr��ere Anhebung der Schulterlinie oder sonstige Widersetzlichkeiten geben - das sind nur erzwungene Wechsel. Auch die Geschwindigkeit sollte nicht gr��er werden, allerdings ist es noch ein gr��erer Fehler, das Pferd vor dem Wechsel extrem langsam zu machen. Es hat dann kaum noch die Chance auf einen Wechsel.
Keine Hilfe ist es, bei Problemen das Pferd durch viele Wechsel zu korrigieren. Man braucht einfach nur zur�ck zur Basis zu gehen.
Ein �lteres, trainiertes Pferd wird vielleicht sehr schnell einen Wechsel vorwegnehmen wollen. Dem kann man mit viel Au�engalopp begegnen. Au�erdem ist es mit einem Reiningpferd z.B. nicht angebracht, immer nur im Center zu wechseln. Man wechselt an anderen Pl�tzen oder eben vom Au�engalopp zur�ck. Man kann z.B. den Zirkel wechseln, ohne dass das Pferd dabei umspringt. Man kann es dann entweder sp�ter vom Au�engalopp einfach wechseln lassen oder man kehrt wieder zur�ck auf den Ausgangszirkel ohne Wechsel. Das Pferd soll Fliegende Wechsel nie mit Richtungs�nderungen in Zusammenhang bringen! Wechselt das Pferd dort, wo es nicht wechseln soll - auf keinen Fall die Nerven verlieren, einfach durchparieren zum Schritt und Basis�bungen machen. Sonst schafft man das Problem, dass Pferde auch noch Angst vor dem Wechsel haben und dabei nur mehr davonrennen.
Tipp:
Es ist schwer f�r jemanden, der noch nie Fliegende Wechsel geritten hat, diese dem Pferd beizubringen. Meistens kommen nur irgendwelche misslungenen Wechsel dabei heraus. Oft macht das Pferd dabei auch einfach einen Zwischentritt im Trab, ohne dass der Reiter davon etwas merkt.
Die �bungen sind sehr gut auch f�r Pferde, die Fliegende Wechsel bereits k�nnen, aber der Reiter noch Probleme hat. Es ist aber absolut empfehlenswert, dass zuerst ein Trainer dem Pferd diese �bungen inklusive dem Wechsel beibringt! Nicht weil sie so schwer sind, das Gegenteil ist der Fall: der Anf�nger macht ein gro�es Problem daraus - wo keines da ist. Damit schafft er auch f�r das Pferd ein fast aussichtloses Unterfangen!