Finde den Mittelpunkt

Welche Merkmale kennzeichnen einen professionellen Turnierreiter?

Sicheres Auftreten und Vertrauen, meint Barbra Schulte, mentale Trainerin aus Texas.

By Ross Hecox - �bersetzung Vera Reiter

Mit Hilfe ihres "Mentally Tough Training for Riders" bereitet Barbra Schulte zahlreiche Teilnehmer an World Shows vor, um erfolgreich zu sein. Wer an die Spitze reiten will, sollte sich ein Beispiel an dem ber�hmten amerikanischen Basketballspieler Michael Jordan nehmen, an seinem selbstsicherem Auftreten und Selbstvertrauen. Es w�re nahezu unvorstellbar, k�me Jordan mit h�ngenden Schultern und v�llig ausgepumpt und entnervt auf das Spielfeld. Ganz egal, ob noch kurz vor dem Basketballspiel ein Reifen seiner Limousine geplatzt ist und er deshalb fast zu sp�t zum Anpfiff gekommen w�re, bei Spielbeginn ist er ist "voll da".

Eine 25 Jahre lang dauernde Studie an weltbesten Athleten ergab, dass all diese Spitzensportler die gleiche Eigenschaft aufweisen: Sie besitzen die F�higkeit, sich in jeder noch so heiklen (Lebens-) Situation k�rperlich und geistig in einen Zustand zu versetzen, der es ihnen erlaubt, das Beste daraus zu machen.

Ziel dieses "Mentally Tough Programm" ist es, dem Teilnehmer zu vermitteln, wie er diese ideale Leistungsbereitschaft erreichen kann, wie er ruhig, konzentriert, mit viel Selbstvertrauen und mentalem Gleichgewicht energiegeladen den gro�en Wettkampf meistert.

Viele Athleten beschreiben diese au�ergew�hnliche Situation als "im Mittelpunkt, im gr�nen Bereich sein". Sie man�vrieren sich selbst in diese Zone, egal ob sie Football, Baseball oder Golf spielen.

Barbra Schulte meint, dass der Reiter diese ideale Leistungsbereitschaft auch leicht auf sein Turnierpferd �bertragen kann. Vorausgesetzt, er ist f�hig, seinen eigenen K�rper, seine Psyche und seine Emotionen zu kontrollieren.

"Dein K�rper, dein Geisteszustand und deine Gef�hle existieren nicht separat. Du kannst mental dazu f�hig sein, positive Emotionen wie Selbstvertrauen, Gelassenheit und Leistungsbereitschaft zu wecken."

Mentale St�rke zu trainieren, ist genauso wichtig wie das Reiten zu lernen. Es ist eine F�higkeit, die ebenfalls erlernt werden kann. Der Reiter muss sie nur noch praktizieren k�nnen.

Nicht viele Sportveranstaltungen testen den K�rper, die Psyche und die Emotionen des Reiters so hart wie zum Beispiel die APHA World Show. Die Teilnahme daran erfordert ein hohes Ma� an Vorbereitungen, angefangen vom Training und der Ausr�stung des Pferdes selbst, �ber die Turnierkleidung, die Transportbedingungen, die Finanzen bis zu den Helfern. Um f�r diese Show, die immer im Juli stattfindet, tats�chlich ger�stet zu sein, m�ssen viele �berlegungen angestellt werden. Wie dein Pferd sollst auch du selbst gut vorbereitet sein:

Lernen zu Hause

Selbstvertrauen und "im Mittelpunkt stehen" w�chst nicht allein mit den gro�en Turniererfahrungen. Vieles davon kann zu Hause am eigenen Reitplatz erlernt werden.

Barbra listet einige Komponenten auf, wie sich der Teilnehmer einer gro�en Show bereitmachen kann:

1. Ziele setzen

Setze dir ein bestimmtes Ziel, um den n�tigen Ehrgeiz daf�r entwickeln zu k�nnen. Egal ob du eine World Show gewinnen, irgendeine bestimmte Platzierung oder gewisse Punkte erreichen willst. Deine Erwartungen sollen nicht deine Leistungsf�higkeit negativ beeinflussen.

Eine World Show zu gewinnen, ist ein wunderbares Ziel. Es f�llt dich mit Motivation. Aber du sollst den psychischen Druck, unbedingt gewinnen zu wollen, vermeiden. Wenn du dich nur auf dein vorgelegtes Ziel konzentrierst, wirst du dir ins eigene Bein schie�en.

In Wirklichkeit hast du keine Kontrolle �ber das Ergebnis. Was du selbst steuern kannst, ist dich und dein Pferd k�rperlich und mental bereit zu machen. Konzentriere dich auf all das, was du selbst in die Hand nehmen kannst.

2. Ein Bild machen

Es ist wichtig, dass du ein klares Bild vor Augen hast, wie du dich verh�ltst, wenn du in die Showarena einreitest. Ideal w�re es, wenn du dir jedes Mal beim Reiten daheim die Zeit nimmst, dich zu entspannen und dir dabei vorstellst, du bef�ndest dich bereits in der Arena. Versuche, das Pferd exzellent zu reiten und �berpr�fe, wie du dich dabei f�hlst. Eine allgemein g�ltige Weisheit sagt: "Wie du denkst wie du bist, so wirst du auch sein." Es ist ungemein wichtig dir vorzustellen, wie alles am Turnier ablaufen soll.

3. Konzentriere dich auf deine St�rke

Viele Sportler f�rchten sich davor, was im Bewerb passieren k�nnte. Nicht wenige Turnierreiter denken, "mein Pferd ist nur zu Hause gut, hier am Turnier zeigt es sich von der schwachen Seite". Und: "Das und das Pferd geht ja viel besser als meines."

Barbra stellt wieder Michael Jordan als gutes Beispiel voran: Er vergleicht sich nicht mit den anderen Wettk�mpfern. Er ist sich seiner vollkommen sicher und pr�sentiert sich auch dementsprechend.

�berlege, was alles besonders an dir und deinem Pferd und deinem Reitstil ist. Um das n�tige Selbstvertrauen zu bekommen, konzentriere dich auf deine eigenen Qualit�ten und die deines Pferdes.

Ein Sportler soll generell nicht auf seinen Schw�chen herumreiten. Anstatt dessen sollte er im Training daran arbeiten, sich so gut wie m�glich zu verbessern und sein Selbstvertrauen aus seinen St�rken ziehen.

Zum Beispiel in der Reining: Du reitest wundersch�ne Zirkel, deine Sliding Stops sind zwar ganz nett, aber nicht aufregend. Akzeptiere einfach, dass deine Stops nicht au�ergew�hnlich gut sind, aber sei stolz auf deine Zirkel und entwickle eine besondere Begeisterung daf�r.

4. Arbeite mit deinem Pferd

Die Haltung, die du gegen�ber deinem Pferd einnimmst, beeinflusst seine Leistungsf�higkeit.

Barbra Schulte meint, wenn du von deinem Pferd Fehler erwartest und ihm damit nicht vertraust, treffen diese tats�chlich leichter ein.

Hat das Pferd seine Schw�chen, dann versteifen sich viele Turnierreiter darauf. Bef�rchten sie, dass es keine konstante Leistung bringen kann, wird das auch leicht eintreffen, weil sie sich ja andauernd darauf konzentrieren.

Sei dir deshalb dar�ber im Klaren, was du von deinem Pferd willst. Nimm zuerst einmal an, es wird alles richtig machen. Falls das nicht funktioniert, konzentriere dich darauf, was du von ihm willst und wie du es ihm vermittelst. Um das Beste aus deinem Pferd herauszubringen, solltest du darauf achten, dass du selbst eine konstante Leistung bringen kannst. Jedes Pferd hat seine individuellen Bed�rfnisse, wie es entspannt, konzentriert und dem Reiter sein Vertrauen schenken kann. Versuche zu verstehen, was dein Pferd braucht und schaue nicht darauf, was andere mit ihren Pferden machen.

5. Fit machen

Um einen optimalen Leistungsstandard zu erzielen, muss der Reiter in guter physischer Form sein. Schulte empfiehlt regelm��iges k�rperliches Training entweder zu Hause oder zum Beispiel in einem Fitness-Studio. Reiten alleine reicht f�r die k�rperliche Fitness nicht aus. Folgende Aspekte wirken sich positiv aus:

bulletSt�rkung des Herz-Kreislaufsystems bulletSt�rkung der Bauchmuskeln bulletVerst�rkte Flexibilit�t und Muskelkraft des gesamten K�rpers

Bevor du an einem gro�en Turnier teilnimmst, solltest ein Ganzk�rper-Fitnessprogramm absolviert haben. Wenn kurz vor oder w�hrend des Turniers alles sehr stressig wird, k�nnte schon der K�rper schlapp machen. Ist der K�rper trainiert, ist der Mensch auch mental st�rker. Mit physischer Z�higkeit w�chst auch das emotionale Durchhalteverm�gen.

6. Entwickle dein eigenes Showverhalten

Der Reiter sollte sich bereits vor der Show dar�ber Gedanken machen, wie er dort auftreten wird. Deshalb ist es so wichtig, die mentale und emotionale Kontrolle �ber sich selbst bereits zu Hause zu trainieren. Bist du daheim w�hrend des Reittrainings ruhig und konzentriert, wirst du den ganzen Druck, der w�hrend des Wettbewerbs auf dir lastet, besser ertragen k�nnen.

Konzentriere dich beim Reiten daheim zuerst einmal darauf, was du mit deinem Pferd erreichen willst. Dann wende Techniken an, um die ideale Showhaltung zu finden. Sage dir selbst, wie du am besten auf dem Pferd sitzt und welche Haltung von Vorteil w�re. Vergewissere dich, ob du dich dabei wohl f�hlst.

Lass beim Reiten nicht das Kinn fallen, hebe es an, nimm die Schulterbl�tter zur�ck, schaue nach vor und nicht etwa auf die M�hne deines Pferdes. Deine K�rperhaltung erz�hlt �ber dein inneres Befinden. Wie du nach au�en wirkst, so l�sst sich auch dein psychischer Zustand erahnen, zumindest ob du dich auf dem Pferd wohl f�hlst und deiner Sache sicher bist oder nicht.

Reitest du zu Hause mit h�ngenden Schultern und schaust immer ins Pferd hinein, wirst du es am Turnier genauso praktizieren.

Bereits w�hrend des Trainings sollte sich der Reiter immer wieder fragen, warum er �berhaupt an einem Turnier teilnehmen will. Frage dich ganz ehrlich, ob es dir �berhaupt Spa� macht. Es soll auf keinen Fall zur Tortur werden. Der Grund sollte einfach Freude am Reiten, am Wettkampf und an der die Liebe zum Pferd sein.

7. Bewerte dich selbst:

Turnierreiter ben�tigen im Training ein objektives Feedback, egal ob es fachkundige Betreuer, Trainer oder Videoaufzeichnungen sind. Die Ritte w�hrend der Show sollten nachher kommentiert und analysiert werden, meint Barbra Schulte. "Es ist wie beim Profi-Fu�ball oder Basketballspiel. Nach dem Match studieren die Teamspieler mit ihren Trainern das Video. Sie erkennen dann zum Beispiel, dass ihre Verteidigung gut, ihre Offensive aber nicht so besonders war."

Beim Reiten ist es �hnlich. Der Schl�ssel zum Erfolg ist, alle wesentlichen Komponenten zu erkennen, angefangen von der Qualit�t des Pferdes �ber die Qualit�t des Reitens und deine F�higkeit, dein K�nnen in der Showarena umzusetzen. Nach der Analyse versuche deine St�rken anzuerkennen und an deinen Schw�chen zu arbeiten.

8. Komme zeitig zur Show:

"Versichere dich, dass du entspannt und gut vorbereitet zum Turnier f�hrst", betont Barbra. Plane die Reiseroute im voraus. Das Lederzeug soll ge�lt, die Stiefel sauber, dein Pferd gestylt und dein H�nger ordentlich aufger�umt sein. Und das alles eine Woche vor der Abfahrt. Besonders schlecht w�re es, wenn du die Nacht vor der Abreise bis nach Mitternacht aufbleibst, um schnell noch deine Sachen zusammenzupacken.

Hast du dich auf das Turnier bereits zu Hause gut vorbereitet, wirst du nach der Ankunft gen�gend Zeit f�r dich und dein Pferd finden. Sonst w�rest du von dem Stress der letzten Tage so m�de, dass du nicht mehr gen�gend emotionale Kraft f�r den Wettkampf �berhast.

Am Turnier:

Versuche nach der Ankunft ein Gef�hl f�r die Turnier-Atmosph�re zu bekommen und bereite dich mental und physisch auf die Show vor. Barbra erkl�rt nun, wie du dich f�r die einzelnen Starts zurechtmachen kannst:

1. Sorge f�r deinen K�rper

Trinke gen�gend Wasser und iss bewusst gesund. Vergiss nicht auf das Fr�hst�ck am Morgen. Dein Blutzucker f�llt alle 90 bis 120 Minuten. Es ist wichtig, f�r Spitzenleistungen k�rperlich fit (und nicht ausgehungert) zu sein, nur so kann sich der Sportler hellwach und leistungsbereit f�hlen. Iss fettarm, kohlenhydratreich und vermeide Kristallzucker.

Vor dem ersten Turniertag sollst du unbedingt ausgeschlafen sein. Es kommt eine Menge Aufregung und damit ein Adrenalinaussto� auf dich zu. Zusammen mit gen�gend Schlaf und ausgewogener Ern�hrung musst du Zeit finden, dich zu entspannen. Auch emotional. Viele Teilnehmer, auch in einer World Show, lassen sich von dem ganzen Turnierrummel so durcheinanderbringen und unsicher machen, dass sie bereits vor dem Start ausgepumpt sind.

2. Kundschafte die Arena aus

Inspiziere noch vor dem ersten Bewerb die Arena, ziehe die Ger�che ein, lass die Umgebung, die Stimmung auf dich einwirken. Stelle dir vor, wie du hier in der Halle (oder am Austragungsplatz drau�en) reitest und wie du dich dabei auf die Arbeit konzentrierst.

Falls gerade ein Bewerb gestartet wurde, beobachte nur einen Reiter und stelle dir vor, das w�rest du. Je mehr du dich dabei mental hineinversetzt und dich an das Geschehen anpasst, desto gr��er die Wahrscheinlichkeit, dass du dir bei deinem ersten Start nicht mehr fremd vorkommst und dir denkst: Da bin ich schon mitgeritten!

3. Bereite dich mental vor

Ein oder zwei Stunden vor deinem Start bereite dich auf deinen idealen Leistungszustand vor. Gehe deine Patterns im Kopf durch. Konzentriere dich darauf.

4. Halte dich an Rituale

Minuten vor dem Start werden die Nerven am meisten beansprucht. Wendet der Reiter ein immer wiederkehrendes Ritual vor den Starts an, ist er entspannter und kann sich besser konzentrieren. Was willst du als erstes tun, wenn du mit deinem Pferd die Arena betrittst? Zum Beispiel: Nimm deine Schultern zur�ck und hebe dein Kinn, oder ber�hre noch kurz dein Pferd und sage: "Lass uns gehen!"

Wenn du nun einreitest, dann mit vertrauenserweckendem Blick. Lass das alles zum Ritual werden. Egal, wie hektisch es vor dem Betreten des Showrings zuging, vergiss niemals auf das Ritual.

Im Bewerb:

Bist du nun einmal drinnen und damit den scharfen Blicken der Richter ausgesetzt, ist die Vorbereitungszeit zu Ende. Jetzt ist es an der Zeit, mutig zu sein.

Barbra z�hlt einige Punkte auf, wie du dabei einen klaren Kopf und funktionierenden K�rper behalten kannst:

1. Konzentriere dich auf deinen Job

Im Verlauf eines Bewerbes oder eines Turniers k�nnen eine Anzahl an Verwirrungen auftreten. Der Reiter, der gerade showt, soll sich von diesen �u�eren Umst�nden nicht ablenken lassen. Barbra: "Das einzige, was du jetzt unter Kontrolle halten sollst, ist dein Ritt. Mach dich selbst bereit, reite ein und absolviere dein Pattern. F�hre alles mit viel Selbstvertrauen und Eigenenergie aus, dann verlasse den Showring in gleicher Manier wie beim Einreiten." Die Richter, was andere Leute dar�ber denken oder sagen, was andere Reiter dabei tun, das soll dich gar nicht interessieren. Das hat alles nichts mit deinem Job zu tun. Falls du doch irgendwie aus der Fassung gebracht wirst, komm zur�ck zu der Frage: "Was ist jetzt mein Job?"

2. Kontrolliere deine Atmung

Falls das Gef�hl der Bedr�ngnis oder Angst aufkommt: Eines der hilfsreichsten Dinge, die du dagegen anwenden kannst, ist kr�ftig durchzuatmen. Der Extra-Sauerstoff erreicht das Gehirn und hilft dir dabei, klarer zu denken und deine Muskeln zu entspannen.

Konzentriere dich auf die Atmung und denke an deine Aufgabe. Versuche dir vorzustellen, wie das Einatmen in deinen K�rper absinkt und auch das Pferd einbezieht. Nutze die gespannte Situation, um einen noch konzentrierteren Standpunkt einzunehmen. Und je mehr du das alles praktizierst, desto besser wirst du Probleme bew�ltigen k�nnen.

3. Richte dich auf

Hochkar�tige Wettk�mpfer besitzen die F�higkeit, direkt "im Geschehen zu stehen", meint Barbra. Welchen Schritt sie auch setzen, was immer sie tun, sie denken nicht dar�ber nach, was jetzt geschehen k�nnte, positiv oder negativ. Sie �ngstigen sich nicht, was falsch gehen k�nnte. Um in diesem Moment zu verharren, kontrolliere w�hrend des Reitens deine Schultern, dein Kinn, deine Blickrichtung. Egal was geschieht, nimm eine selbstbewusste Haltung ein und schaue vorw�rts. Ein fallen gelassener Blick l�sst den Reiter unsicher wirken.

4. Lass dich von Fehlern nicht unterkriegen

Nur ein Fehler w�hrend eines Bewerbes kann manchmal schon alles ruinieren. Du musst das Missgeschick sofort wieder vergessen, damit du noch ein starkes Finish reiten kannst.

Barbra: "Passiert ein Fehler, �rgern sich viele Reiter und spielen ihn automatisch immer und immer wieder in Gedanken durch. Anstatt zu sich selber zu sagen: Kein Problem. Nur so bist du f�hig dazu, wieder mit voller Energie weiterzumachen."

Hast du ein Man�ver verpfuscht und musst es nochmals absolvieren, sage "Noch einmal". Damit wischt du alle negativen Gedanken beiseite und kannst dich tats�chlich auf das Man�ver voll konzentrieren.

5. Relaxe

Innerhalb jeder Klasse gibt es Erholungsphasen. F�r ein oder zwei Sekunden hast du die M�glichkeit, bewusst durchzuatmen und zu entspannen. In der Reining hast du diese M�glichkeit zum Beispiel nach dem Stoppen. Atme tief durch und befiehl dir selbst, dich zu entspannen. Du reduzierst damit deinen Pulsschlag und die Aktivit�ten der Gehirnwellen, du f�llst Sauerstoff in deine Muskeln, und das alles erm�glicht dir, den Rest deines Rittes wieder konzentriert zu absolvieren. Bist du darauf nicht trainiert, tritt der gef�rchtete "Schneeballeffekt" ein: Der Bewerb ger�t, je l�nger er dauert, emotional immer mehr au�er Kontrolle. Der Effekt ist zum Beispiel sicherlich dann eingetreten, wenn der Reiter die Arena wieder verlassen hat und nicht wei�, was drinnen �berhaupt geschehen und wie er geritten ist.

Trainiere dich selbst so weit, dass du dich w�hrend des Rittes immer wieder entspannen kannst.

Viele Leute reiten deshalb gerne Turniere, weil sie sich von Natur aus gerne mit anderen messen. Eine World Champion Show zu gewinnen, beruht nur auf konsequentem Training, und dieser Sieg ist die Belohnung f�r all die M�he, die Zeit, das Geld und die Kilometer, die daf�r aufgewendet wurden. Aber der Ruhm des Sieges ist nicht der einzige Grund, weshalb die meisten Leute ihre Pferde transportieren. Der gr��te Gewinn daraus ist, die Arbeit mit ihren Pferden und guten Trainern w�rdigen zu k�nnen.

"Niemand kann den H�hen und Tiefen eines Wettkampfs entrinnen", meint Barbra, "Du erlebst viele Aufregungen und St�rze. Auch wenn du erst zu Jahresende erfolgreich bist, was z�hlt, ist, dass du dich und dein Pferd verbesserst hast. Freue dich dar�ber."

Sei ein leidenschaftlicher Turnierreiter, konzentriere dich darauf, was du unter Kontrolle zu halten hast, und lass alles andere auf dich zukommen.

Hast du alles, was du brauchst?

Egal, ob aus reinem Vergn�gen oder aus Appetit am Wettkampf, f�r Barbra Schulte sind drei Komponenten f�r erfolgreiches Turnierreiten wesentlich:

1. Das richtige Pferd

Es soll zu dir und zu der Disziplin, in der du mit ihm starten willst, passen .

2. Die richtigen F�higkeiten

Vergewissere dich, ob und wie du im Training vorankommst

3. Unterst�tzung

Hast du Freunde, die dir dabei helfen und Selbstvertrauen schenken? Das k�nnte auch dein Trainer, Mentor oder ein Familienmitglied sein.

Neun Schritte f�r einen besseren Showeffekt:

1. Setze dir lang Ziele.

2. Setze dir kurze Ziele, um Einzelheiten zu verbessern, wie zum Beispiele bessere Balance oder entspannt zu bleiben.

3. Konzentriere dich darauf, welche F�higkeiten du noch dazu lernen willst, und nicht darauf, was nicht alles noch passieren kann.

4. �berpr�fe deinen Fortschritt nach jedem Trainingsritt.

5. Versuche dich immer wieder zu entspannen, egal, ob du gerade im Bewerb bist oder zu Hause trainierst.

6. Nimm dir immer gen�gend Zeit.

7. Falls du dich m�de f�hlst, trainiere k�rzere Intervalle oder lass einige �bungen ganz aus.

8. Denke positiv. Irrt�mer und Fehler sind nur Indikatoren daf�r, was du das n�chste Mal verbessern kannst.

9. Am wichtigesten: Habe Freude am Reiten!

Barbra Schulte:

Sie wohnt in Brenham, Texas. Seit 1982 trainiert und showt Barbra Cuttingpferde und gewann bereits das NCHA Derby, die Superstakes Classic und die Augusta Futurity. Ihre Showpferde brachten eine Gewinnsumme von �ber 800.000 US-Dollar ein..

LLGE Sports Science stellten ihr 1994 ein Certificate f�r das "Mentally Tough Training" f�r Reiter aus. LGE ist Marktf�hrer im Training von professionellen und olympischen Athleten sowie von Gesch�ftsleuten.

Barbra hilft ihren Sch�lern in allen Turnierdisziplinen, ihre Psyche, ihren K�rper und ihre Gef�hle zu kontrollieren. Sie lernt ihnen, ihr Bestes in der Show zu geben.

Western News 3 + 4/2001