Turniertipps - Sylvia Katschker
Die besten Wege, mit fast 100%iger Sicherheit nicht zu gewinnen :
Western News 3/00

Halter:
Sein Pferd nicht zu pr�sentieren und es nachzuziehen wie einen Esel. Im Schritt nicht auf den Richter zuzugehen, sondern ihm m�glichst aus dem Weg zu gehen. Wenn der Richter noch das Gl�ck hatte, wenigstens die Menschenbeine auf Anomalien beurteilen zu k�nnen (denn das war das einzige, was er erblicken konnte), nicht anzutraben und auch die vorgeschriebene Wendung im Trab nicht auszuf�hren (auch dies steht im Official Handbook of Rules and Regulations).
Danach stellt man das Pferd schief und m�glichst langgezogen auf (damit jegliche Bemuskelung m�glichst abhanden kommt) oder mit den Hinterbeinen zu weit nach vorne bzw. die Vorderbeine zu weit nach hinten. (Das Pferd sieht dadurch optisch nicht gerade h�bsch aus und die Beinstellung l�sst sich nur erahnen. - Ist es nun von Natur aus windschief gebaut oder hat nur der Vorsteller vergessen, es m�glichst perfekt aufzustellen?) Man l�sst es vorne und hinten so eng wie m�glich aufstellen - garantierte Zur�ckreihung seitens des Richters. Erkl�rung: Pferde mit schmaler Brust und sehr bodenenger Stellung kommen sowieso nach M�glichkeit nicht als Siegerpferd in Betracht. Wenn man nun ein besser gebautes Pferd genauso aufstellt, f�llt man leicht in dieselbe Kategorie. Obwohl der Richter nun aber schon genau wei�, ob das Pferd falsch aufgestellt ist oder ob es nicht so gebaut ist, wie es gew�nscht ist.
Bodenenge Stellung oder andere Fehlstellungen werden bereits anfangs im Schritt und Trab festgestellt und notiert (bei kleineren Klassen meist im Kopf, bei gro�en werden meistens auch schriftliche Notizen gemacht). Nichtanwenden der Viertelmethode bezeugt eindeutiges Nichtwissen worum es geht. In Showmanship at Halter wird das verlangt, was eigentlich in Halter fortgesetzt werden sollte. Sicherheitsdenken ist auch hier wichtig (f�r den Richter n�mlich).
Pleasure:
Der beste Weg nicht zu gewinnen ist der, das Pferd mit der Nase st�ndig hinter der Vertikalen zu halten. Das ist auch ein Disqualifikationsgrund. Wenn das Pferd die Ohrspitzen etwas tiefer als den Widerrist h�lt, kann das zwar auch zur Disqualifikation f�hren, wird aber meistens nicht ganz so rigoros gehandhabt. Es wird meistens geduldet, wenn das Pferd in dieser Haltung sich selbst nat�rlich tragen kann. Tr�gt es aber den Kopf sehr tief, beeinflusst das auch meistens die Qualit�t der G�nge. Es wird dann nicht mehr rund galoppieren k�nnen und nur �ber die Vorhand die Hinterhand nachziehen, anstatt mit einem Vorw�rtsimpuls von der Hinterhand ausgehend zu galoppieren und traben.
Horsemanship:
Das Pattern nicht genau anzuschauen und etwas anderes zu reiten als dort geschrieben steht, ist ein idealer Weg, nicht zu gewinnen. So z.B. auf der falschen Seite der Marker zu reiten oder beim falschen zu stoppen oder zu drehen.
Das Pattern kann ohne korrektem Sitz niemals sauber geritten werden. Dieser ist im Regelbuch eindeutig definiert.
Eine gerade Linie soll durch Schulter, H�fte und Kn�chel (bzw. auch wenigstens hinter dem Absatz) gehen. Die Ferse ist der tiefste Punkt - das setzt nicht zu lange B�gel voraus. Man kann nur die Zehenspitze im B�gel haben, das f�hrt zu Punkteverlust, oder man macht es richtig: Der Ballen oder auch der ganze Fu� kann sich im B�gel befinden. Tipp: Der Ballen sieht eleganter aus. Viele schaffen es, nur die Fu�spitze im B�gel zu platzieren und diese dann auch noch extrem nach au�en zu drehen. Sehr unelegant!
M�glichst jeglichen Z�gelkontakt vermeiden und die Ellbogen durchstrecken - und der Weg zu den unteren Pl�tzen er�ffnet unendliche Weiten; es sei denn, alle tun so etwas! Die freie Hand wird in den Magen gerammt und verharrt dort total verkrampft. Das ist vielleicht ein eher mentales Problem. Denn die meisten wissen nicht, dass sie sich so verkrampfen! Und fast jeder tut es, wenn etwas schief l�uft! Tipp: Mittels Video sich selbst kontrollieren (im Training wie im Bewerb).
Showmanship at Halter
Nichtanwenden der Viertelmethode f�hrt zum garantierten Misserfolg! Ebenso, sich direkt vor das Pferd zu stellen. Man hat sich hier zwar irgendwie bewegt, aber immer noch zu wenig f�r die Sicherheit des Richters getan. Ber�hren des Pferdes ist ein weiterer Tipp, um nicht siegen zu m�ssen. Kein selbstbewusstes Pr�sentieren und keinen Blickkontakt mit dem Richter aufzunehmen, ist nicht so schlimm, verhindert aber auch das erfolgreiche K�mpfen um die ersten Pl�tze. Den Richter extrem anzugrinsen und �bertriebene Gestik und Mimik kann zwar zum Sieg f�hren, aber nur dann, wenn nicht wenigstens ein anderer sein Pferd auch sehr gut pr�sentieren kann. Garantierter Erfolg: Der Richter �rgert und am�siert sich �ber den �berm��ig showenden Teilnehmer, und er w�nschte, er k�nnte jemand anderen gewinnen lassen. Das f�llt unter pr�potentes Showen. Manche beherrschen das auch in anderen Klassen wie z.B. in der Horsemanship, Reining...
Trail
Den Plan nicht genau zu studieren, bringt garantierten Nichterfolg! So f�hrt eine Drehung in die andere Richtung im Stangenquadrat als vorgesehen zu einer doppelten Bestrafung. Man bekommt Schlechtpunkte (in einem bew�hrten Richtsystem z.B. 10) und wird noch hinter jedem anderen gereiht, der das Hindernis richtig geritten ist (auch wenn die Ausf�hrung sehr schlecht war, aber eben wenigstens in die korrekte Richtung). Hier wird dann von sogenannten "dirty circles" gesprochen.
Wenn Rechtsgalopp �ber Stangen verlangt wird und das Pferd dabei in den Trab zur�ckf�llt, wird es interessant. Viele Richter geben auch hier eine 10 und das bedeutet dann nichts Gutes f�r den Score, andere geben vielleicht eine 7 - 8. Nicht alle reihen hier die 10 nach hinten. Verwirrend? It is! Es gibt ein neues Richtsystem, dem Reining Score Sheet nachempfunden! Nachteil: Es geht nur mit einem Schreiber, und es ist nicht vorgeschrieben, dieses anzuwenden; au�erdem sind Abweichungen m�glich!
Das Tor auszulassen, verringert auch die Siegeschancen sehr, auch hier wird meistens die 10 gegeben und zur�ckgereiht! Das Pferd von der Br�cke heruntersteigen zu lassen, hat meistens dasselbe Ergebnis (denn rund um die Br�cke ist der imagin�re Abgrund). Aus einem L mit einem Bein herauszutreten, f�hrt nur mehr zu einer durchschnittlichen Bewertung (bei dem System von 0 bis 10 ist 0 exzellent und 10 hundselendig oder nicht/falsch ausgef�hrt), 2 F��e drau�en ist nur mehr knapp unter 10.
Warum oft nun amerikanische Richter trotzdem besser werten, ist leicht erkl�rt: Sie wollen nicht addieren. It�s just that simple!