Berühmte Quarter Horses & -Vererber

 

Zantanon � Teil I aus Western News 2/07

Eine Serie f�r QH-Z�chter & -Enthusiasten

�bersetzung und Bearbeitung: Heinz Langer

Teil I

 

Es ist einfach faszinierend, der Herkunft unserer Rasse nachzusp�ren! Ich hoffe, es geht euch genau so wie mir. Daher beginne ich, aus pers�nlichem Enthusiasmus heraus, mit der �bersetzung und Bearbeitung des bereits vierten amerikanischen Fachbuches �ber die Vorfahren unserer so gesch�tzten Quarter Horses.

Das Unterfangen ist gar nicht so einfach, ist doch das Stutbuch erst mit Gr�ndung der American Quarter Horse Association im Jahr 1940 er�ffnet worden. Mir stehen zwar Unterlagen zur Verf�gung, welche die Herkunft der Rasse bis ins 17. Jahrhundert zur�ckverfolgen, was jedoch Pferde betrifft, die heute nicht mehr von Interesse sind. Gro�e Namen haben im 20. Jahrhundert die Zucht gepr�gt und diese wollen wir im Detail zur�ckverfolgen.

Jedem Fan des Quarter Horse ist der Name King P-234 ein Begriff. So liegt es nahe, sich einmal ausf�hrlich mit seinem ber�hmten Vater Zantanon, dem unvergleichlichen �Man O War of Mexico�, zu besch�ftigen. Gl�cklicherweise liegen dazu noch relativ viele Fotos aus den ersten Archiven der AQHA vor. (HL)

 

1917 wurden zwei Hengstfohlen geboren, welche die damaligen Pferdeleute in den USA aufs �u�erste beeindrucken sollten.

Eines dieser Fohlen erblickte das Licht der Welt auf einer luxuri�sen Thoroughbred-Zuchtfarm im Osten der Vereinigten Staaten. Es lief Rennen auf den feinsten Race Tracks des Ostens, gewann 20 von 21 Starts und sorgte f�r Schlagzeilen in der ganzen Welt. Es wurde mit 249.465 Dollar Gewinnsumme der Leading American Thoroughbred Money Earner jener Zeit. Sein Name war Man O�War. Er war so gut, dass sein Einfluss ausreichte, die Autorit�ten der Englischen Vollblut-Zucht (auch in Europa) zu �berzeugen, die amerikanischen Blutlinien zu akzeptieren.

Das andere Hengstfohlen, von dem hier die Rede ist, wurde auf einer kleinen Ranch in S�d-Texas geboren und startete seine Rennkarriere auf behelfsm��ig angelegten Rennbahnen in Mexiko. Es war nur einer kleinen Gruppe von Leuten bekannt, die sich in der Gegend mit Kurzstreckenrennen befassten. Sein Name war Zantanon, und weil er ebenfalls dauernd gewann, wurde er bald unter dem Namen �The Man O�War of Mexico� bekannt.

Was die Qualit�t der Zuchterfolge betraf, hatte Zantanon bald die Nase vorn. Man O�War zeugte zwar einige au�erordentliche Nachkommen, wie War Admiral und Crusador, doch er bekam nicht das optimale Stutenpotenzial zu decken, sodass sein Zuchterfolg keineswegs seine Rennerfolge erreichen konnte.

Zantanon hingegen bew�hrte sich als hervorragender Vererber, selbst mit einer begrenzten Zuchtstutenherde. Seine S�hne und T�chter sorgten f�r die Grundlage, was heute die moderne American Quarter Horse-Zucht ausmacht.

Das Hengstfohlen namens Zantanon wurde am 17. M�rz 1917 geboren. Sein Z�chter war der heute noch legend�re Ott Adams, der seine Ranch nahe der Kleinstadt Alfred hatte. Adams Erfahrung garantierte dem dunklen sorrel-farbenen Hengstfohlen den Erfolg in der �rtlichen Quarter Horse-Zucht.

Zantanons Vater war Little Joe, ein legend�rer Sprinter, der wiederum von dem gro�en Traveler stammte. Little Joes Mutter war Jenny, von Sykes Rondo. Jennys Mutter war May Mangun, eine Enkelin von Old Billy. Dies alles sind Namen, die sich der QH-Interessierte merken sollte, ist er ernsthaft an der Herkunft unserer Rasse interessiert.

Da Little Joe zu einer der feinsten Familien au�erordentlicher Sprinter z�hlte, war es keine �berraschung, dass er so ber�hmte Rennpferde wie Joe Moore, Grano De Oro und Cotton Eyed Joe zeugte. Little Joe war ein Vollbruder des in Texas so rennerfolgreichen King (nicht King P-234), der sp�ter in Arizona unter dem Namen Possum bekannt und ein �u�erst erfolgreicher Vererber wurde.

Die Mutter von Zantanon war Jeanette, die sowohl eine Enkelin als auch Urenkelin von Sykes Rondo (also linien-gezogen) war. Aus weiteren Anpaarungen mit Little Joe brachte Jeanette den guten Vererber Pancho Villa sowie die Stuten Black Annie und Little Sister zur Welt.

Ott Adams pflegte seine Rennaspiranten sehr jung zu ver�u�ern. So verkaufte er Zantanon zusammen mit zwei weiteren potenziellen Rennern mit 11 Monaten an Erasmus Flores aus Nuevo Laredo, Mexico. Flores� Onkel, Don Eutiquio Flores holte sich Zantanon aus dieser Gruppe und versprach seinem Neffen, dass er bereits drei Monate sp�ter von der Rennveranlagung des Hengstfohlens profitieren werde. Der Colt wurde unverz�glich ins Training genommen.

Flores Senior lie� Zantanon Rennen laufen bis er 14 Jahre alt war. Gew�hnlich wurde er von Flores� Sohn geritten, der 70 kg wog. W�hrend dieser Jahre wurde Flores ein reicher Mann. � Er besa� die Ranch und mehrere H�user in der Stadt. Zantanon wurde ein konstanter Sieger, vor allem als Short Racer auf 300 Yards, wo er Rekordzeit lief. Er gewann gegen alle, die da kamen. Seine Herausforderer kamen aus hunderten Meilen Entfernung � nur um geschlagen zu werden.

Zantanons letztes Rennen ging gegen eine schnelle, junge Tochter von Ace of Hearts, namens Coneza. Seit Coneza zweimal den ber�hmten Renner Pancho Villa, einen Vollbruder von Little Joe, geschlagen hatte, galt sie f�r viele als Favorit. Doch der 14-j�hrige Hengst lie� sie einfach stehen und �berquerte als Sieger die Ziellinie.

Einer der M�nner, der Zantanan unbedingt schlagen wollte, war der Vater von Manuel Benavides Volpe aus Laredo, Texas. Es war ihm ein so dringendes Bed�rfnis, den Sohn von Little Joe zu besiegen, dass er sich eine ganze Kollektion von acht hochgez�chteten Stuten bester Rennpferdequalit�t kaufte, um sie gegen Zantanon laufen zu lassen. � Sie verloren alle gegen den unvergleichlichen Hengst!

Der alte Volpe, dessen Plan so kl�glich gescheitert war, entwickelte daraufhin eine ausgesprochene Aversion gegen Zantanon. Sein Sohn hingegen begeisterte sich, nachdem er das Desaster seines Vaters miterlebt hatte, f�r die Idee, Zantanon f�r die Zucht zu kaufen. Das war, nachdem er den Hengst gesehen hatte und auch geh�rt hatte, dass er trotz falscher Behandlung st�ndig gewann. Sobald er dies erkannt hatte, beschloss er, den Rennstar wieder �ber den Rio Grande zur�ckzubringen, und ihm die Behandlung angedeihen zu lassen, die er seit seinem ersten Lebensjahr gar nicht kannte.

Volpe erkannte, dass der Hengst seine unglaublichen Rennerfolge ausschlie�lich seiner Abstammung und seiner H�rte verdankte, nicht seiner sogenannten Rennkondition. Er wurde n�mlich, bevor ihn Volpe kaufte, nur auf hartem Schotterboden gehalten und trainiert. Man war der Meinung, er k�nnte nur bei m��iger F�tterung in �u�erlich ziemlich traurigem Zustand, n�mlich d�rr und lustlos, gewinnen. Dazu bemerkte der bekannte Pferdekenner John Armstrong, ein anderes Pferd h�tte in diesem Zustand nicht einmal eine Kuh arbeiten, geschweige denn, ein Rennen gewinnen k�nnen. Einmal zur�ck in Texas, kannte Zantanon keine leere Futterkrippe mehr.

Obwohl Volpe Zantanon keine fremden Stuten zuf�hrte und viele von Volpes Stuten mit dem Hengst verwandt waren, hatte das Pferd hier seine Chance, sich als Deckhengst zu profilieren. In den nur 10 Jahren Deckzeit und trotz der geringen Anzahl an Stuten bewies Zantanon, dass er als Vererber genauso unglaublich war wie als Rennpferd.

Weil Zantanon ein Jahr nach Gr�ndung der AQHA starb, hatte er nicht viel Gelegenheit, seine Nachzucht f�r die Registrierung im Stutbuch und f�r die nachfolgende Quarter Horse-Industrie bedeutungsvoll zu dokumentieren.

Tats�chlich ist f�r die Qualit�t seiner Fohlen von Bedeutung, dass Zantanon dreifach liniengezogen auf Sykes Rondo zur�ckgeht. Sykes Rondo war ein Sohn von McCoy Billy und daher ein Mitglied der ber�hmten Billy-Familie aus der QH-Fr�hgeschichte. Schon Helen Michaelis, eine der ersten AQHA-Sekret�rinnen und QH-Historikerin verweist darauf, dass die Billy-Familie eine der popul�rsten QH-Familien im Texas des 19. Jahrhunderts war.

In Volpes Obhut zeugte Zantanon King P-234, einen der unsterblichen und ber�hmtesten Vererber der Quarter Horse-Zucht. Dieses bay-farbene Hengstfohlen kam 1932 zur Welt und absolvierte wie sein Vater zuerst eine sensationelle Rennkarriere, bevor er als Calf Roping Horse und Cow Horse �berhaupt Verwendung fand und eine universell begabte Nachzucht zeugte, die sich in allen Disziplinen, vor allem jedoch im Cutting bew�hrte, sodass die King P-234-Familie zum Synonym f�r Cutting Horses wurde.

 

San Siemon
Im Jahr 1934 kam San Siemon zur Welt, Zantanons Sohn, der sich als gro�artiger Zuchthengst bew�hren sollte. Seine Mutter war eine Tochter von Possum, namens Panita.

Possum, ein Vollbruder von Little Joe (Zantanons Vater), war einer der bedeutendsten Foundation Sires der top QH-Zucht in Arizona.

Typisch f�r die guten S�hne von San Siemon waren Bras d�Or, Joe Barrett und Black Hawk. San Siemons T�chter waren ein Grund daf�r, dass er auch heute noch in den Kreisen von Quarter Horse-Z�chtern sehr popul�r ist.

Bras d�Or, aus der ber�hmten Zuchtstute Lady Coolidge, zeugte die AQHA Champion-Stute Ann d�Or und eine Reihe von ROM-Performers in Working Events. Seine T�chter gebaren die AQHA Champions Skipper Bar 2, Casey Tivio, Fairfax Suzie, Rosada Bars und Robin Tivio sowie eine Reihe von Race und Working ROM-qualifizierten Pferden.

Joe Barrett, von San Siemon, aus der Little Sue, war 1944 Grand Champion Stallion in Fort Worth. Als Zuchthengst zeugte er sowohl Racing als auch Working ROM Qualifiers. Unter den Nachkommen seiner T�chter waren die AQHA Champions Poco Mo, Jody Cord und Julio Bar sowie das Superior Cutting Horse Hollywood Bill. Joe Barretts T�chter zeugten ebenfalls ROM-Pferde f�r die Rennbahn und die Working Arena.

Black Hawk, ein weiterer Sohn von San Siemon, aus der Little Sue, einer Tochter von Sam Watkins, von Hickory Bill, zeugte eine Menge erfolgreicher Rodeo Performer mit AQHA-Rekorden, darunter zwei Racing- und sechs Arena ROM-Qualifizierte.

San Siemons T�chter gebaren viele Renn- und Arena ROM-Pferde, unter anderen den AQHA Champion Dixie Siemon, der auch Superior Halter Horse war. Weitere Superior Halter Horses dieser Stuten waren San�s Jo und Cutter Smokey.

Sue Hunt brachte die Performance ROM Qualifiers Continental King und Sansue Bert zur Welt. Continental King, ein Superior Reining Horse, wurde ein wichtiger Vorfahre in der Cutting- und Reining Horse-Industrie.

San Sue Darks wurde die Mutter des gro�en Vererbers Leo San. Unter Leo Sans zahlreicher Working- und Racing ROM-Nachkommenschaft waren Wimpy Leo San (High Point Halter Stallion 1961), Leo San Van (High Point Cutting Gelding, High Point Halter Gelding, High Point Cutting Gelding 1962) und Tabor�s Leo (High Point Barrel Racing Stallion 1962).

In der n�chsten Folge, Zantanon � Teil II, erfahrt ihr alles �ber so ber�hmte QH-Vorfahren wie Peppy San und San Peppy, ebenfalls Nachkommen des ber�hmten Zantanon.

 

Pedigree:

 

 

 

Unknown

 

 

Traveler

 

 

 

 

Unknown

 

Little Joe

 

 

 

 

 

Sykes�Rondo

 

 

Jenny

 

 

 

 

May Mangum

Zantanon (1917-1941)

 

 

 

 

 

 

Big Jim

 

 

Billy

 

 

 

 

MacFadden Mare

 

Jeanette

 

 

 

 

 

Sykes Rondo

 

 

Unnamed Mare

 

 

 

 

Unknown