Rocket Bar (TB) - 1951-1970

Dieser au�ergew�hnliche Sohn von Three Bars war nicht nur ein Wunderpferd auf der Rennbahn, sondern auch als Vererber ber�hmt. Er gilt als einer der besten S�hne Three Bars - und das will schon etwas hei�en! In seiner Laufbahn als Renner zeigte er viel Herz, Speed und Unerm�dlichkeit!

Rocket Bars Z�chter soll Charles H. Reed aus Midlothian, Virginia, gewesen sein. Doch der Hengst wurde offensichtlich in Arizona geboren. Er kam 1951 auf der Talmadge Ranch nahe Tucson zur Welt kam, wo auch Three Bars zu Hause war.

Rocket Bars Mutter war Golden Rocket, eine hervorragende Stute, die auch Sieger der Washington Futurity wurde. Ihre Mutter Morshion konnte 16 Rennsiege aufweisen, einschlie�lich Rosedale, Consolation und den Montauk Claiming Stakes.

Als Absetzer wurde Rocket Bar f�r $5.000,- an den Arzt Dr. Harold Donovan aus Tucson verkauft, der sich in Raton, New Mexico, in der N�he von La Mesa Park niedergelassen hatte, um hier ein Krankenhaus zu er�ffnen.

Rocket Bar gewann sein erstes Rennen f�r Dr. Donovan im Oktober 1953 mit unglaublichen 45 L�ngen Vorsprung in Raton, New Mexico. Zwei Wochen sp�ter, in seinem zweiten Rennen, st�rzte er am Start, rappelte sich jedoch wieder auf, �berholte das ganze vor ihm liegende Feld und ging als Erster �ber die Ziellinie, was damals bereits ein Foto bewies! Von diesem Moment an galt er bereits als "Wonder Horse"!

Die Folge von Rocket Bars Unfall nach dem Sturz aus der Startbox war eine Verletzung seines linken Vorderfu�wurzelgelenks, was seine weitere Rennkarriere in Frage stellte. Dr. Donovan tat alles menschenm�gliche, um die Verwundung in den Griff zu kriegen. Er verbrachte unz�hlige Stunden damit, das "Knie" des Hengstes mit Ultraschall zu behandeln. Diese Behandlung, kombiniert mit zwei bis drei Wochen Ruhepause zwischen den Rennen, stillte die Schmerzen und reduzierte die Entz�ndung, wenn er nicht rennen musste.

1956, als 5-j�hriger, lief Rocket Bar wieder Rennrekord im Turf-Paradies in Phoenix, wo er die F�nfachtelmeile beim Phoenix Gold Cup in 57,8 bew�ltigte. In der selben Saison verbesserte er seinen eigenen Rekord auf 57,6. Der Weltrekord in dieser Distanz lag damals bei 57. 1957 wiederholte er seinen Sieg mit drei vollen L�ngen Vorsprung.

1958 hielt es Donovan f�r angemessen, den Hengst aus dem Rennsport zur�ckzuziehen. W�hrend seiner f�nfj�hrigen Renn-Karriere hatte der Chestnut-Hengst 35 Rennen gelaufen, wovon er 16 gewonnen hatte, 6 Mal Zweiter und 4 Mal Dritter geworden war. Insgesamt gewann er $22.904. Mit seinem dritten Platz in einem 440 Yard-AQHA-Rennen in Albuquerque im Jahr 1953 bekam er sein Race Register Of Merit (ROM).

Dr. Donovan war selbst nicht interessiert, einen Deckhengst zu halten und war sich auch im Klaren, dass Rocket Bar Probleme im Zuchtbereich der Thoroughbred-Industrie finden w�rde. Die TB-Z�chter waren an ihm als Short Racer nicht interessiert. Er war f�r sie zu sehr Sprinter, als dass er lange Distanzen gewinnen k�nnte. Andererseits z�gerten die Quarter Horse-Z�chter, einen Vollbluthengst in ihr Zuchtprogramm zu integrieren. Tats�chlich gab es nur einen Pferdemann, der ein Auge auf Rocket Bar geworfen hatte: George Kaufmann, einer der f�hrenden Leading Quarter Horse Race Trainer des Landes, z�chtete in Kalifornien, meist in Los Alamitos. Kaufmann und seine Frau Josephine interessierten sich f�r Rocket Bar.

Es dauerte f�r alle Beteiligten eine Weile, ein Einvernehmen zu finden. Donovan hatte Rocket Bar in Arizona stehen und verdiente an jedem Sprung $200 Decktaxe mit AAA-Stuten. Die Kaufmanns besa�en den bekannten Deckhengst Tinky Poo, der jedoch in den sp�ten F�nfzigern unfruchtbar geworden war. Sie verf�gten �ber eine Zuchtstutenherde von Tinky Poo, Barred, Joe Reed II und Reed Joe-T�chtern aus Arizona, aber keinen Deckhengst.

George Kaufmann wusste, dass Thoroughbred Stallions zu jener Zeit in der QH-Zucht nicht sehr popul�r waren. Er wusste aber auch, dass eine neue Futurity (The All American) in New Mexico gestartet worden war - mit einer B�rse von mehr als 100.000 Dollar. Deshalb war er der Meinung, dass ein Funken schnellen TB-Blutes sehr n�tzlich sein k�nnte. So beschloss er, drei Stuten, eine AAA-Stute und zwei andere von Rocket Bar decken zu lassen. Als er diese zu dem Hengst brachte, fragte er Donovan, wieviel er f�r Rocket Bar zahlen m�sste, w�rde er ihn erwerben. Donovan forderte $36.000. Daraufhin resignierte Kaufmann, da er selbst kaum 1.000 Dollar aufbringen konnte.

Kaufmann kehrte ein paar Monate sp�ter nach Arizona zur�ck, um seine drei Stuten zur�ckzuholen. Kaufmann hatte einen Vertrag �ber $36.000 aufgesetzt, der den Preis durch sechs freie Bedeckungen auf $30.000 reduzierte. Er schlug vor, ein Z�chter-Syndikat zu gr�nden, welches den Kaufpreis f�r Rocket Bar durch kostenlose Bedeckungen f�r die Teilhaber realisieren sollte. In gemeinsamem Einvernehmen nahm Kaufmann daraufhin den Hengst mit auf seine Ranch in Modesto, Kalifornien, die sp�ter "Rocket Bar Ranch" genannt wurde.

Josephine Kaufmanns M�dchenname war Starlin. Ihr Vater war O.M. Starlin, der in den Main Streets kleinerer St�dte von Kansas TB-Rennen zu veranstalten pflegte. 1959 �bersiedelte Starlin nach Kalifornien und wurde Partner seiner Tochter und seines Schwiegersohns. Stuten wie Sue Wood und Suleo waren sein signifikantester Beitrag zu dieser Partnerschaft.

Im ersten Jahr verlangte Kaufmann $300 Decktaxe f�r Rocket Bar. Er deckte 30 fremde und 28 eigene Stuten. Er brachte das erste Rocket Bar-Hengstfohlen 1962 zur zweiten All American Versteigerung nach Ruidoso Downs. Sein Name war Mr. Tinky Bar und er brachte 3.500 Dollar. Im folgenden Jahr gewann Mr. Tinky Bar die Kansas Futurity und wurde Zweiter in der All American. Er gewann $98.371 und wurde 1963 Champion Quarter Running 2-year-old Colt.

Die n�chste Rocket Bar-Nachzucht brachte beim All American Sale bereits $16.000 Verkaufspreis und stieg in der Folge auf $20.000 und mehr.

Kaufmanns Strategie, Rocket Bar zu promoten, war einfach. Er deckte nur die besten Stuten, die er und Starlin besa�en, mit dem Chestnut-Hengst, trainierte die Nachzucht und brachte sie auf die Rennbahn. Er bem�hte sich auch, nur die besten Stuten von au�erhalb zu bekommen.

Oftmals war es der Fall, dass er mit seinem Trailer von Kalifornien nach Oklahoma fuhr, die Stute eines Kunden nach Kalifornien mitnahm und sie, wenn sie von Rocket Bar gedeckt war, wieder nach Oklahoma zur�ckbrachte.

Es dauerte nicht lange herauszufinden, dass das Wonder Horse der Rennbahnen auch ein Wonder Sire war. Z.B. wurden alle Nachkommen von Kaufmanns Tinky Poo-Stuten, die von Rocket Bar bedeckt waren, gute Rennpferde.

Am 3. April 1965 fand die Pacific Coast Quarter Horse Racing Association Spring Futurity in den Sacramento Fairgrounds statt. F�nf der zehn Finalisten waren von Rocket Bar und sie siegten mit Top-Zeiten. Es waren dies Suleo�s Rocket, Cape Canaveral, Rocket Vandy, Rocket�s Glare und Clabber�s Rocket. Im darauffolgendem Jahr liefen 15 Rocket Bar-Nachkommen in AQHA-anerkannten Rennen und erlangten alle ihr Register of Merit.

1956 deckte Kaufmann nochmals 50 fremde Stuten f�r je $2.500 Decktaxe mit Rocket Bar. Schlie�lich verkaufte er 1966 den Hengst an Billy und Harriet Peckham und Sonny und Sarah Henderson f�r 360.000 Dollar. Damals bestand das Rocket Bar-Syndikat aus den Peckhams, den Hendersons, Z. Wayne Griffin, Leo Winters, Jacob Bunn, Mr. & Mrs Tom Carter, Dan Urschel und Mr. & Mrs. Bert Hall. Es war eines der ersten Besitzer-Konsortien der Quarter Horse-Industrie.

1967 gewannen Rocket Bar-S�hne und -T�chter zehn Futurities und Derbys. Das n�chste Jahr brachte mit Rocket Bars sechster Generation wieder 17 neue Stakes Winner auf die Liste seiner Nachkommen.

1969 berichteten die Sportjournalisten von dem Wonder Sire Rocket Bar, dass er wohl der gr��te Vererber in der Geschichte der Running Quarter Horse-Welt sein m�sste, den es je gegeben hat und geben w�rde.

In den sp�ten 60er-Jahren kam Rocket Bar von Kalifornien nach Texas. Damals war er zur Legende geworden. Er deckte dort ber�hmte Stuten wie Chicado V., Noorella, Straw Flight, Fly Straw, Cute Trick, Top Ladybub, Leocita, Miss Top Flame und andere.

Entgegen dem Optimismus seiner Inhaber sollte die Decksaison 1970 leider seine letzte sein.

Am 23. Oktober 1970, am H�hepunkt seiner Popularit�t, verstarb der gro�e Rocket Bar an den Folgen einer Kolik-Operation. Er war 19 Jahre alt.

Rocket Bar zeugte 287 Pferde, die alle ihr Racing ROM errangen. Darunter waren 46 Superior Race Award-Sieger, 138 Pferde mit Speed Index 90 und mehr und 32 Pferde mit Speed Index 100 und h�her.

Abgesehen von Mr. Tinky Bar waren weitere Rocket Bar Champions: Nug Rock, Top Rocket, Rocket Wrangler, Osage Rocket, Rocket Elaine, Quincy Rocket, Marble Man und Flying Rocket. Alle von ihnen gewannen mehr als 100.000 Dollar in ihrer Renn-Karriere.

Rocket Bar zeugte auch sieben AQHA Champions: Rocket Hug, Heza Rocket, Rocket�s Chick, Rocket Little, Fire Rocket, Sugar Rocket und He Rocket. Die drei letzteren wurden AQHA Supreme Champions und machten ihren Vater zum zweiten Leading Sire von Supreme Champions. Nur Three Bars zeugte um einen mehr.

Rocket Bar Boy und Rocket Bracket wurden Superiors in Cutting und Chariot Racing, beide mit Speed Index 90+.

Rocket Bar�s T�chter geh�rten auch zu den besten Zuchtstuten der QH-Industrie. Lee Rocket, aus der Tinky Ann, von Tinky Poo, gebar den gro�en Charger Bar, der in f�nf Jahren 21 Stake Races und $495.437 sowie neun Champion-Titel gewann. Gay�s Delight, aus der Miss Ginger Gay, von Palleo Pete, brachte Tiny�s Gay, den Gewinner von $444.721 und drei Champion-Titeln. Apachette�s Bar, aus der Apchette, von Super Charge war die Mutter von Laderago, der $206.800 gewann. Und die Liste ging weiter und weiter.

Insgesamt produzierten die T�chter von Rocket Bar 632 ROM Horses mit einer Gesamtgewinnsumme von $8,060.907.

Hometown Girl, eine Stute, geb. 1988, von Doc�s Hickory und aus der Rocket Jo Dee, von Rocket Bar, wurde 1993 AQHA High Point Senior Reining Horse mit 36,5 Punkten.

Unter den vielen S�hnen von Rocket Bar, welche die Blutlinie ihres Vaters weitervererbten, war auch Rocket Wrangler, aus der Go Galla Go, von Go Man Go.

Rocket Wrangler zeugte den legend�ren Dash For Cash, Halter von f�nf Champion-Titeln, mit einer Gewinnsumme von $507.687 und Leading Sire von Money Earners, Stake Winners und Running Champions.

Rocket Wrangler war auch Vater anderer ber�hmter Renn-Sieger, wie War Star Wrangler, American Speed, Double Dutch Bus, Rambling Sally, The Heat Is On, Wrangler Sam, Tisa Golden Dream, Rockay, Rockets Magic und Quick Wrangler.

Durch alle Generationen der Rocket Bar-Linie zog sich konsequent Speed und Entschlossenheit des Vererbers.

Eine Autopsie von Rocket Bar zeigte, dass er �ber eine enorme Lungenkapazit�t und ein ungew�hnlich gro�es Herz verf�gte, das 2,5 mal gr��er war als normal. Rocket Bar hatte w�rtlich genommen wahrhaftig eine Menge Herz!