Ber�hmte Quarter Horses & Vererber
Oklahoma Star Jr.
Eine Serie f�r QH-Fans - �bersetzung und Bearbeitung: Heinz Langer
aus Western News 2/02
Oklahoma Star Jr. war nicht gerade einer der bestaussehenden und athletischsten S�hne von Oklahoma Star P-6. Es erwies sich jedoch zu jener Zeit, dass er in seiner bew�hrten Familie ein w�rdiger Namensvetter seines ber�hmten Vaters war.
Oklahoma Star Jr. wurde von einem Pionier der Quarter Horse-Zucht, John Dawson, aus Talala, Oklahoma, in der nord�stlichen Ecke des Staates gezogen. Als Star Jr. 1934 zur Welt kam, hatte Dawson schon 50 Jahre lang gute Arbeitspferde gez�chtet. Er hatte als 16-j�hriger (1887) mit einer netten 2-j�hrigen Stute zu z�chten begonnen.
1940, als die AQHA gegr�ndet wurde, war Dawson bereits einer der erfolgreichsten QH-Z�chter im Land. Seine Leistungen wurden mit der Eintragung eines von ihm gez�chteten Pferdes, Old Red Buck, mit der Registrationsnummer 9 bei der AQHA als einer der Foundation Sires anerkannt.
Oklahoma Star Jr. stammte aus einer liniengezogenen Little Earl-Stute namens Babe Dawson, einer Tochter von Little Earl Jr., aus Queen, von Little Earl. Little Earl war ein Missouri Mike-Hengst aus der Cold Deck-Familie, die durch S. Coke Blake, aus Pryor, Oklahoma, popul�r gemacht wurde.
Abgesehen von Oklahoma Star Jr. war Babe Dawson auch die Mutter von Baldy, einem der gro�artigsten Roping-Pferde aller Zeiten. Baldy war f�r seine fantastischen Stops bekannt und wurde unter Clyde Burk und Troy Fort R.C.A. Calf Roping Champion in den Jahren 1944, 1947 und 1949.
Zu jener Zeit wurde Baldy auch von vielen Top Calf Ropern zu Siegen geritten, darunter Ike Rude, Irby Mundy, Everett Shaw, Dee Burk, Jack Skipworth, Cotton Lee, Roy Lewis und Earl Moore.
Doch zur�ck zu Oklahoma Star Jr. John Dawson gefiel der chestnut-farbene Junghengst so gut, dass er ihn als Hengst belie� und ihn sechs Jahre lang als Haupt-Deckhengst in seiner Zucht einsetzte. Nachdem Star Jr. eingeritten war, wurde er wegen einer Verletzung am Sprunggelenk nicht mehr intensiv weitertrainiert. 1942 oder 1943 hatte Dawson jedenfalls die Weide voll mit Star Jr.-T�chtern und einen neuen Zuchthengst, Wimpy II, mit dem er diese Stuten bedeckte.
So verkaufte er Star Jr. an Ronald Mason, aus Newata, Oklahoma, dem letzten Besitzer von Oklahoma Star, der ihn wiederum an R.W. Viersen aus Okmulgee weiterverkaufte. Wie Dawson und Mason, war auch Viersen einer der besten QH-Z�chter der Gegend. Ein Mann, der sowohl Viersen als auch Oklahoma Star Jr. kannte, war Nick McNear aus Adair, Oklahoma.
McNear hielt Oklahoma Star Jr. f�r den besten Zuchthengst, den er �berhaupt kannte, obwohl er sich des nicht unbedingt beeindruckenden Aussehens des Pferdes bewusst war. Laut McNear war Star Jr. ein kleines Pferd, das weniger als 425 kg wog, aber nichtsdestoweniger Zuchtpferd. Larry Kilgore aus Broken Arrow war ebenfalls ein Bewunderer von Star Jr.
Kilgore arbeitete ein Jahr lang f�r Viersen und erinnert sich, das Vierson zun�chst nur mit seinen Hengsten Little Jodie, Star McCue, Grey Question und Hysition (TB) und seinen guten Bert-T�chtern z�chtete. Star Jr. fungierte blo� als Probierhengst.
Star Jr. bedeckte zun�chst nur einige wenige Stuten und Jack Henson, der f�r Viersen als Vormann arbeitete, merkte bald, dass die Nachzucht des Hengstes Pferde waren, wie ein Mann sie sich nur w�nschen konnte. Langsam aber sicher f�hrte Jack ihm immer mehr Stuten zu. Kilgore ritt Oklahoma Star Jr. auch einige Male, um mit ihm die Milchk�he zur Ranch zu treiben und bemerkte dabei, dass der Hengst eine gesunde Portion Cow Sense besa�.
Wie McNear, war auch Kilgore der Meinung, dass Star Jr. nicht gerade ein sehr sch�nes Pferd war. In der Tat riet Henson den Leuten, die ihre Stuten zum Decken bringen wollten, die Stuten zu schicken, ohne sich den Hengst vorher anzuschauen.
Kilgore best�tigt aber auch, dass jeder, der ein Star Jr.-Pferd aus einer Bert-Stute besa�, ein weiteres haben wollte. Sie waren als gute, von Natur aus begabte Cow Horses bekannt, die leicht zu reiten waren und alles taten, was man von ihnen verlangte. Laut Kilgore waren sie gute, solide Arbeitspferde, die schnell genug waren, ihren Job zu tun.
1955 veranstaltete R.W. Vieren ein gro�es Sale Event, bei dem auch Oklahoma Star Jr., bereits 21 Jahre alt, angeboten wurde. Er wurde von Paul Lomax aus Skiatook erworben, bei dem er noch 5 Jahre verblieb, bis er 1960 starb.
W�hrend Oklahoma Star Jr.�s �u�eres zu w�nschen �brig lie�, kehrte sich sein Erfolg als Vererber zum Gegenteil. Nur zwei seiner Nachkommen waren Rennpferde, doch einer von beiden, War Star, lief einen Speed Index von 95 und gewann insgesamt 10.250 Dollar auf den Rennbahnen.
Als Vater von Show Horses erwies sich Oklahoma Star Jr. jedoch als sehr vielseitig. V�s Sandy, 1948 geboren, ein Wallach aus der Adonna, von Bert, wurde 1956 AQHA Champion mit 108 Halter- und 31 Performance-Punkten. Geritten von seiner Besitzerin Jane Majo aus Okehma, wurde er eines der ersten gro�en Barrel Racing Horses. Das Paar gewann den Girls Barrel Racing Association World-Titel 1959 und 1960.
V�s Jose, ein 1951 geborener Hengst, aus der Lady Panita, von Bert, wurde 1957 AQHA Champion und mit 64 Halter sowie 29 Performance-Punkten Superior Halter Horse. Star Jr.�s Joie, eine Stute, 1956 aus der V�s Beggar, von Little Jodie, gewann 1959 den Titel der AQHA High Point Calf Roping Mare. Mr. Star Jr., ein Hengst, 1958 geboren aus der Ingersoll�s Miss Snip, von Tamo, errang seine AQHA Championship 1963 und wurde im selben Jahr auch AQHA High Point Barrel Racing Stallion.
Baby Doll Combs, eine der ber�hmtesten T�chter Oklahoma Star�s Jr., erschien nie in den offiziellen AQHA Aufzeichnungen im Get of Sire-Rekord des Hengstes. Doch sie ist eine unsterbliche Legende im professionellen Rodeo-Sport. Unter dem einfachen Namen Baby Doll war sie eines der gr��ten Bulldogging Horses aller Zeiten.
Baby Doll wurde 1947 aus der Miss Boctick, einer Tochter von Bert, geboren. Von 1953 bis 1960 gewann sie im Bulldogging mehr als 400.000 Dollar. Alle Zeitschriften, sogar das Life-Magazine, berichteten �ber ihre sensationellen Erfolge.
So gut Oklahoma Star Jr. auch als Vererber war, so gilt er doch vor allem als herausragender Erzeuger von Zuchtstuten. Das stellte sich heraus, als John Dawson Star Jr�s T�chter mit Wimpy II bedeckte.
Z.B. brachte Kate Dawson Dowson Novata zur Welt, die 1961 die Hauptrolle im AQHA Pole Bending spielte. Aus der Nelly Dawson stammt Dawson Jack, ein AQHA Champion und Superior Halter Horse, aus der Nellie Don Dowson - Dawson�s Surprise, ebenfalls ein AQHA Champion.
Aber auch mit anderen Hengsten brachten Star Jr.-T�chter Spitzenpferde hervor. Von Gold King Bailey, aus der Socks Dawson stammte Pat Dawson, 1961 AQHA Champion und 1962 AQHA Top Barrel Racing Horse. Bedeckt von Chico Dawson, gebar Dawsons�s Fan Slats Dawson (bei der AQHA als Dawson�s Slats registriert), der 1958 NCHA World Champion Cutting Horses und sp�ter in die NCHA Hall of Fame aufgenommen wurde.
Von King Sunday, aus der Susette Clepper, entstammt Sundalee Dee, ein AQHA Champion und Superior Cutting Horse. Dieselbe Stute brachte von M&M Major�s Magnum, den AQHA Champion und Superior Halter Horses Raysette, und als sie mit Joe Norfleet gedeckt wurde, produzierte sie Kiowa Dusty, ein Superior Cutting Horse.
Star Jr�s Sue brachte drei AQHA Champions: Tabano Star Jr., von Tabano King, Benear Jr�s Sue, von Sandy Benear und Two Eyed Star Jr., von Two Eyed Jack.
Als schlie�lich die Star Jr.-Tochter Hat Band von King Command gedeckt wurde, war das Ergebnis Frosty Star, der AQHA High Point Cutting Stallion 1971.
Weitere ber�hmte Nachkommen von Oklahoma Star Jr. Waren Doc Diablo Star Jr., von Docs Diablo, aus der Star Jr�r Cat (er wurde 1987 AQHA High Point Cutting Stallion), das Superior Western Pleasure Horse Bonanza�s Bay Lady, von Coy�s Bonanza, aus der June Twilight, AQHA Champion und Superior Horse in Halter und Pleasure, Red Star Bar, von Julio�s Bar, aus der Sandra Star.
Insgesamt produzierten Oklahoma Star Jr.-T�chter 15 Race ROM Earners, 42 Performance ROM Earners, 11 AQHA Champions und 12 Superior Event Earners.
Der Oklahoma Star Jr.-Sohn, Pat Star Jr., der leider nur 14 Jahre alt wurde, zeugte 20 AQHA Champions und 10 Superior Halter Horses, darunter Dot Pat Star, Babe Pat Star, Johnny Pat Star und Dina Pat Star. Jedes dieser Pferde war AQHA Champion mit mehr als 100 Halter Points.
Pat Star Jr. war ebenfalls Maternal Grand Sire von 23 AQHA Champions und Gewinnern von 42 Superior Event Awards.
Eine weitere ber�hmte Zuchtstute aus der Oklahoma Star Jr. Familie war War Bird, von War Star. Sie war die Mutter folgender erfolgreicher Pferde: War Leo (AQHA Champion, Superior in Halter, NCHA Bronze Award-Sieger, 1963 High Point Cutting Stallion); Rondo Leo (AQHA Champion mit 362 Performance Points); Ace of Limestone AA, AQHA Champion; War O�Lee (Superior Cutting Horse mit 180 Punkten und NCHA Bronze Award-Sieger); AQHA Champion Limestopne Bird.
War Leo wurde selbst ein Leading Cutting Horse Sire, und Rondo Leo zeugte Mr. Gun Smoke, ein Superior Cutting Horse, der Leading Sire sowohl von Cutting- als auch von Reining-Pferden wurde.
Oklahoma Star Jr. war ein dominanter Vererber. Jeder Quarter Horse-Besitzer, der seinen Namen oder den eines seiner Nachkommen im Pedigree seines Pferdes findet, kann wahrhaftig stolz darauf sein!
Fotos:
1. Oklahoma Star Jr. als junges Pferd mit seinem Besitzer John Dawson
2. Pedigree:
Lobos
Dennis Reed (TB)
Bess Chitman
Oklahoma Star P-6
Gulliver
Cutthrout
Belle K.
Oklahoma Star Jr. (1934 - 1960)
Little Earl
Little Earl Jr.
Link Willy Mare
Babe Dawson
Little Earl
Queen
Texas Quarter Mare
3. Balding, das ber�hmte Roping Horse, mit Clyde Burk im Sattel. Baldy war ein Halbbruder von Oklahoma Star Jr. Er war ein Sohn des Foundation Sire Old Red Buck P-9, aus der Babe Dawson.
4. Der legend�re QH-Z�chter John Dawson auf Wimpy II, einem Sohn von Wimpy P-1, den er erfolgreich mit den T�chtern von Star Jr. Paarte.
5. Die in allen Staaten der USA ber�hmte Bulldogging-Stute Baby Doll. Hier in Aktion mit ihrem Besitzer Willard Combs bei einem Rodeo 1958 in Burwell, Nebraska.
6. Star Jr. Sue, eine der ber�hmtesten T�chter von Oklahoma Star Jr. Ihre Mutter war San Sue Darks, von San Siemon, dem Vater des bekannten Leo San.