Ber�hmte Quarter Horses & Vererber
Midnight
Eine Serie f�r QH-Fans - �bersetzt und bearbeitet von Heinz Langer
Mit diesem Hengst werfen wir wieder einen Blick zur�ck in die graue Vergangenheit unserer Rasse, lange vor Gr�ndung der AQHA.
Der Name Midnight beschw�rt die Vorstellung einer Kohlenmine um Mitternacht herauf. Doch beim Namen dieses in der QH-Industrie ber�hmten Midnight muss der hellste vorstellbare Vollmond eine Hauptrolle gespielt haben. Er war, als er erwachsen wurde, eine Art Fliegenschimmel und in fortgeschrittenem Alter bis vor seinem Ableben schneewei�.
Das Hengstfohlen, schwarz genug geboren, um sich den Namen Midnight zu verdienen, kam im Mai 1916 zur Welt. Dieses Ereignis fand auf der Cooper Ranch, f�nf Meilen s�dlich von Roosevelt im westlichen Oklahoma statt. Die Ranch war das Reich der ber�hmten Pferdeleute Jess, Al, Keller und Bill Cooper. Keller war der erste, der das h�bsche Fohlen zu Gesicht bekam, als es, wenige Tage alt, von seiner Mutter ges�ugt wurde.
Midnight zeigte schon in seinen fr�hesten Tagen untr�gliche Zeichen seiner sp�teren Konformation und inneren St�rke. Ausgewachsen erreichte er die stattliche Gr��e von 1,52 m und er wog etwa 570 kg. Der Name von Midnights Vater lautete offiziell Badger. Er wurde aber auch Grey Badger und manchmal Midnight genannt. Die Mutter des Hengstfohlens war eine durch einen Missbildung am Fu� gekennzeichnete Stute namens Nellie Trammell, im Besitz von Jess Cooper. Jess hatte sie einmal von John Parvell aus Elk City, Oklahoma, gekauft.
Ungeachtet ihrer Behinderung, gewann Nellie Trammell eine ganze Anzahl von Rennen, wenn ihr Besitzer sie auf weichem Boden laufen lassen konnte. Keller Cooper erinnert sich, dass sie die H�lfte ihrer Reiter abzubuckeln pflegte.
Sie stammte von Pid Hart, einem Sohn von Shelby, von Tom Driver, von Steel Dust (einem der ber�hmtesten Kurzstreckenrenner um die vorletzte Jahrhundertwende. Seine Nachkommen wurden allgemein als "Steel Duster" bezeichnet, geradezu ein Markenname f�r damalige Short Racer).
Pid Hart, eines der bedeutendsten Rennpferde jener Zeit, stammte aus der Jenny Capps, einer Urgro�tochter von Shiloh.
Nellie Trammell hatte auch noch ein anderes, gro�artiges Rennpferd namens Roger Mills zur Welt gebracht, welches, ungeachtet seines m�nnlichen Namens, eine Stute war. Weil Roger Mills von einem Hengst stammte, der ein gew�hnliches Reitpferd war, schaute sich Jess Cooper nach einem au�ergew�hnlichen Hengst f�r Nelly Trammell um. Er entschied sich f�r Badger.
Nach der Theorie, dass eine Kette so stark ist, wie ihr schw�chstes Glied, war Badger ein sehr starkes Glied. Er war das Bindeglied zwischen seinem Vater, dem unsterblichen Peter McCue und seinem erstaunlichen Sohn, dem legend�ren Midnight.
Bedingt durch Badgers begrenzte Deck-Karriere, ist heute leider nicht viel �ber dieses Pferd bekannt. Aber auf den Match Race-Strecken seiner Zeit war er ein �berragender Renner �ber 220 Yards und die Viertelmeile. Er war ebenfalls von John Parvell gezogen.
Roy Cochran aus Cordell, Oklahoma, brachte Badger im Herbst seines dritten Lebensjahres unter dem Namen Midnight ins Renn-Training. Im folgenden Sommer hatte sich der junge Schimmelhengst den Ruf erworben, sehr ruhig zu reagieren, ein Vorteil bei Rennen �ber kurze Strecken. Er erwies sich als so erfolgreich, dass es f�r Cochran schwierig wurde, in seiner Umgebung Renn-Gegner zu finden. Und so verkaufte er den Hengst an den Trainer und Jockey Reed Armstrong aus Foss, Oklahoma. Armstrong �nderte den Namen des Pferdes von Midnight auf Badger und gewann mit ihm weiterhin viele Short Races auch in seiner weiteren Umgebung.
(Anm. d. Redaktion: In jener Zeit war es durchaus �blich, die Namen erfolgreicher Rennpferde zu �ndern, um leichter beherzte Gegner zu finden, die bereit waren, ihr gutes Geld auf "Mr. Unbekannt" zu setzen.)
Die Deck-Karriere dieses starken Renners war eher unspektakul�r. Mit Nellie Trammell zeugte er Midnight, doch ein weiteres Fohlen aus dieser Stute war nur mittelm��ig.
Es kam die Zeit, in der Armstrong ebenfalls keinen Gegner mehr f�r seinen Top Sprinter finden konnte und ihn schlie�lich an einen Farmer verkaufte.
Damals bestimmte der Verwendungszweck eines Pferdes dessen Wert � der Farmer, der Badger gekauft hatte, kastrierte den Hengst und machte so aus dem ehemalig erfolgreichen Rennpferd einen Ackergaul, mit dem er k�nftig seine Felder pfl�gte.
Mittlerweile hatte Jess Cooper Badger und Nellie Trammell an seine Br�der Al and Bill verkauft. Sie ritten ihn zweij�hrig an und begannen mit seinem Renn-Training. Alsbald, um seine Speed zu testen, lie�en sie ihn gegen seine erfahrene Halbschwester Roger Mills laufen. Midnight gewann trotz ca. 100 kg Gewicht, das er, inklusive des schweren Westernsattels, zu tragen hatte.
Um 1919 herum wurde von Kuba ein ber�hmtes Rennpferd namens Article per Schiff nach Texas gebracht, um gegen einen der guten Renner der Waggoner Ranch in Vernon anzutreten. Aus heute unbekannten Gr�nden kam das Rennen nicht zustande, sodass die Coopers einen k�hnen Schritt wagten. Sie wussten, was sie im Stall stehen hatten, und so arrangierten sie ein Rennen zwischen dem praktisch unbekannten Midnight und Article, wobei sie 500 Dollar auf ihr Pferd setzten. Midnight legte einen Start-Ziel-Sieg hin und schlug den ber�hmten Renner �berlegen.
Als Reed Armstrong von dem Erfolg des Junghengstes h�rte, forderte er die Coopers zu einem 220-Yard-Rennen gegen A. D. Reed, einem anderen Pferd, das f�r seinen Speed bekannt war. Das Pferd stand im Besitz von Armstrong und J. Harrel. Mit Bill Cooper auf Midnight und Armstrong auf A. D. Reed endete das Rennen mit einem weiteren Sieg f�r Midnight. Er lief dabei eine neue Rekordzeit.
Mit Siegen wie diesem holte die Coopers das alte Problem ein. Sie konnten keine weiteren Gegner f�r ihren Champion gewinnen und verkauften ihn deshalb an Red Whaley, einen Cowboy aus Texas. Whaley war ein Mann mit z�ndenden Ideen. Er wusste, dass die Waggoner Ranch die Strategie verfolgte, jedes Pferd zu kaufen, das den Erfolg ihrer eigenen Top Racer in Frage stellen k�nnte. Das half nicht nur, unliebsame Konkurrenz auszuschalten, sondern konnte auch das eigene Zuchtprogramm noch verbessern.
Wahley wusste auch, dass es nicht sinnvoll war, ein Pferd zu behalten, das durch seine Rennerfolge schon so bekannt war, dass es auch ihn au�er Stand setzte, noch Gegner zu finden. Er war vielmehr daran interessiert, einen m�glichst hohen Preis f�r den Hengst zu erzielen. So brachte er Midnight nach Vernon, um mit ihm ein Rennen gegen einen der Waggoner Speedster zu arrangieren. Sein Plan ging auf: Midnight gewann das Rennen - die Ranch machte ihm ein Super-Angebot � und Midnight hatte ein neues Zuhause.
Die Waggoners, die weit mehr M�glichkeiten hatten als kleinere Rennst�lle, lie�en den Schimmelhengst jahrelang erfolgreich Short Races laufen und nutzen gleichzeitig sein Potenzial als Deckhengst f�r ihre Spitzenstuten. W�hrend dieser Zeit zeugte Midnight so gro�artige Pferde wie Chubby, Waggoner und Rainy Day.
Chubby, ein prachtvoll bemuskelter Brauner, kam 1924 aus der Stute Fourth of July, von Bobby Lowe, einem Sohn von Eureka, zur Welt. Er war 1,42 m gro� und wog 550 kg.
Auch Chubby war ein hervorragender Short Racer. Es ist erwiesen, dass er 20 von 21 Rennen gewann, wobei er das letzte nur verlor, weil er von einem fremden Jockey geritten wurde. Er war f�r seinen ph�nomenalen Schnellstart bekannt.
Nach seiner Rennkarriere arbeitete Chubby als Ranchpferd. In dieser Zeit geh�rte er J. C. Hooper und seinen S�hnen aus Plainview, Texas. Sie beschrieben ihn als tolles Cutting- und Roping-Pferd.
Chubby galt auch als exzellenter Vererber. Unter seiner Nachzucht waren eine Reihe von Spitzenpferden jener Zeit. Die meisten seiner sp�teren Nachkommen ernteten ihre Lorbeeren im Show Ring, drei erhielten das AQHA ROM in Racing. Viele seiner fr�hen Fohlen bewiesen ihre Schnelligkeit auf den Rennbahnen und vererbten ihre Eigenschaften auch weiter.
Chubby zeugte so ber�hmte Pferde, wie Manitobian, den Halter- und Performance-Sieger Chubby W, die Top Halter-Stute Jole Blon S, Dutch Boy, Chubby III und Bob Steel. Seine T�chter zeichneten ihn besonders als Vereber bester Zuchtstuten aus.
Waggoner, ein weiterer Schimmel, wurde 1930 geboren. Seine Mutter war eine der vielen guten Yellow Wolf-T�chter, die auf der Waggoner Ranch gezogen wurden. Yellow Wolf war ein Sohn von Old Joe Bailey, von Eureka, einem Sohn von Shelby.
Waggoner wurde als Heranwachsender von B. B. van Vector aus Mangum, Oklahoma, gekauft. Der erst sp�ter als Waggoner registrierte Hengst war den meisten unter dem Namen One Eyed Waggoner bekannt, weil er bei einem fr�hen Unfall ein Auge verloren hatte. Da die Haut jedoch komplett �ber die Augenh�hle gewachsen war, galt er in sp�terem Alter trotzdem als h�bsches Pferd.
Van Vector zahlte in jenen fr�hen Tagen der gro�en Depression 35 Dollar f�r Waggoner. Er behielt das Pferd lange genug, um eine ganze Reihe von Fohlen von ihm zu bekommen, bevor er es wieder verkaufte.
Der n�chste Besitzer war Duwain E. Hughes aus San Antonio, Texas, einer der ersten Direktoren der American Quarter Horse Association. Zu jener Zeit wurde Waggoner ins AQHA Zuchtbuch eingetragen. Waggoner machte sich einen Namen als Vererber. Einige seiner exzellenten Nachkommen waren Silk McCue, Sage Hen und Budweiser. Nachdem die AQHA anfing, Performance-Rekorde zu registrieren, bekam der Name Waggoner besonderen Glanz in den Pedigrees seiner Nachkommen. So wurde Gray Lady Burk ein fr�her AQHA Champion und 1953 Top Point Earner in Reining. Weiters war da Roan Midnight, ein gutes Rennpferd und Vererber weiterer Renn-Sieger. Zu seiner Nachkommenschaft z�hlten auch Roan Wolf, C C A�s Sugar, Roan Alice L und der vielseitige By Wag.
Rainy Day, 1923 geboren, kam noch bei den Coopers zur Welt. Seine Mutter war Old Alice, eine Tochter von Peter McCue. Old Alice, Tochter der Flexie O�Neal, brachte auch noch einen anderen bekannte Sohn, Oklahoma Shy, von A. D. Reed, zur Welt. A. D. Reed war auch unter den Namen Kid McCue und Billy The Kid bekannt.
Rainy Day gelangte sp�ter in den Besitz der S. B. Burnett Estate, einer Gesellschaft, die Ranches in King, Carson und Hutchinson, Texas, betrieb. Mit den Burnett-Stuten zeugte er eine Menge Top Ranch-Pferde. Zu jener Zeit waren ungew�hnlich viele professionelle Rodeo Calf Roper mit Rainy Day-Nachkommen beritten.
Ungeachtet der Qualit�t dieser Pferde, entschied das Management der Waggoner Ranch, Midnight zu verkaufen, als er zu alt wurde, um Rennen zu laufen. So gelangte er in den Besitz der JA Ranch, die au�erhalb von Clarendon in Texas lag. Es war die Ranch, die Charles Goodnight, der Pionier unter den Ranchern des Texas Panhandle, gegr�ndet hatte.
Hier streifte Midnight inmitten einer Stutenherde in der zerkl�fteten Gegend des Palo Duro Canyon herum. Das prim�re Zuchtziel der Ranch war, harte Ranch-Pferde f�r den eigenen Bedarf zu produzieren.
Ein alter Cowboy der JA Ranch erinnert sich, dass die Midnight-Pferde schnell und nicht gerade umg�nglich waren. Ihm schien, dass die Midnights an so manchem kalten Morgen ihre positiven F�higkeiten in Buckeln und Toben umsetzten und die Cowboys sich daher manchmal weniger "talentierte" Pferde w�nschten.
Einige JA Hands (Mitarbeiter, Cowboys) verehrten den alten Hengst und seine Nachkommen geradezu.
Einer der JA Cowboys zu der Zeit, als Midnight von der Waggoner Ranch ins Panhandle kam, war Aubra (Aubrey) Bowers. Er sch�tzte besonders die Speed und die Intelligenz des alten Hengstes. Als ambitionierter Cowboy kaufte Bowers bald seine eigene Ranch s�dlich von Allison, gerade zu jener Zeit, als der �l-Boom in Texas seinen Anfang nahm.
Bowers hatte mit ansehen m�ssen, wie die Vorderfu�wurzelgelenke des alten Pferdes, bedingt durch das raue Gel�nde im Palo Duro, immer geschwollener und vorbiegiger wurden. Da er auf der eigenen Ranch eher weichen und ebenen Boden hatte, kaufte er Midnight zusammen mit einigen guten Stuten. Damals war der Hengst bereits lahm und konnte sich kaum noch auf seinen Vorderbeinen halten. Doch bei entsprechender Pflege gelang es Bowers, mit dem Hengst noch einige gute Fohlen zu z�chten, bevor er starb. Diese Fohlen wurden durchwegs gute Rinderpferde mit viel Speed, die sich hervorragend f�r das Roping eigneten.
Der Zufall wollte es, das just zu jener Zeit ein Nachbar in Allison, Kenneth "Skip" Montgomery, eine gute Stute namens Salty besa�. Sie war eine der drei hervorragendsten Stuten von Billy the Tough aus dessen einziger Decksaison. Ihre Mutter war Peachie, von Joy. Billy the Tough war ein Sohn des schnellen A. D. Reed.
Von Midnight bedeckt, gebar Salty einen der bekanntesten S�hne des Hengstes - ein schwarzes Fohlen, das auch schwarz blieb. Sein Name scheint im Pedigree vieler prominenter Pferde als Midnight Jr. auf. Er trug weitgehend dazu bei, den Namen Midnight in der Quarter Horse-Zucht zur Legende werden zu lassen. Er vererbte die High Speed seines alten Vaters weiter und sorgte f�r rasanten Nachwuchs in der QH-Rennszene. �ber ihn m�chte ich in der n�chsten Folge der WN ausf�hrlich berichten.
Vom Rheumatismus arg gekennzeichnet, starb Midnight im Juli 1936.
Der stattliche alte K�mpe wurde von einer Vielzahl erfahrener Pferdeleute betrauert, die seinen Wert f�r die Quarter Horse-Zucht �ber viele Generationen zu sch�tzen wussten.
Midnight
Mit diesem Hengst werfen wir wieder einen Blick zur�ck in die graue Vergangenheit unserer Rasse, lange vor Gr�ndung der AQHA.
Der Name Midnight beschw�rt die Vorstellung einer Kohlenmine um Mitternacht herauf. Doch beim Namen dieses in der QH-Industrie ber�hmten Midnight muss der hellste vorstellbare Vollmond eine Hauptrolle gespielt haben. Er war, als er erwachsen wurde, eine Art Fliegenschimmel und in fortgeschrittenem Alter bis vor seinem Ableben schneewei�.
Das Hengstfohlen, schwarz genug geboren, um sich den Namen Midnight zu verdienen, kam im Mai 1916 zur Welt. Dieses Ereignis fand auf der Cooper Ranch, f�nf Meilen s�dlich von Roosevelt im westlichen Oklahoma statt. Die Ranch war das Reich der ber�hmten Pferdeleute Jess, Al, Keller und Bill Cooper. Keller war der erste, der das h�bsche Fohlen zu Gesicht bekam, als es, wenige Tage alt, von seiner Mutter ges�ugt wurde.
Midnight zeigte schon in seinen fr�hesten Tagen untr�gliche Zeichen seiner sp�teren Konformation und inneren St�rke. Ausgewachsen erreichte er die stattliche Gr��e von 1,52 m und er wog etwa 570 kg. Der Name von Midnights Vater lautete offiziell Badger. Er wurde aber auch Grey Badger und manchmal Midnight genannt. Die Mutter des Hengstfohlens war eine durch einen Missbildung am Fu� gekennzeichnete Stute namens Nellie Trammell, im Besitz von Jess Cooper. Jess hatte sie einmal von John Parvell aus Elk City, Oklahoma, gekauft.
Ungeachtet ihrer Behinderung, gewann Nellie Trammell eine ganze Anzahl von Rennen, wenn ihr Besitzer sie auf weichem Boden laufen lassen konnte. Keller Cooper erinnert sich, dass sie die H�lfte ihrer Reiter abzubuckeln pflegte.
Sie stammte von Pid Hart, einem Sohn von Shelby, von Tom Driver, von Steel Dust (einem der ber�hmtesten Kurzstreckenrenner um die vorletzte Jahrhundertwende. Seine Nachkommen wurden allgemein als "Steel Duster" bezeichnet, geradezu ein Markenname f�r damalige Short Racer).
Pid Hart, eines der bedeutendsten Rennpferde jener Zeit, stammte aus der Jenny Capps, einer Urgro�tochter von Shiloh.
Nellie Trammell hatte auch noch ein anderes, gro�artiges Rennpferd namens Roger Mills zur Welt gebracht, welches, ungeachtet seines m�nnlichen Namens, eine Stute war. Weil Roger Mills von einem Hengst stammte, der ein gew�hnliches Reitpferd war, schaute sich Jess Cooper nach einem au�ergew�hnlichen Hengst f�r Nelly Trammell um. Er entschied sich f�r Badger.
Nach der Theorie, dass eine Kette so stark ist, wie ihr schw�chstes Glied, war Badger ein sehr starkes Glied. Er war das Bindeglied zwischen seinem Vater, dem unsterblichen Peter McCue und seinem erstaunlichen Sohn, dem legend�ren Midnight.
Bedingt durch Badgers begrenzte Deck-Karriere, ist heute leider nicht viel �ber dieses Pferd bekannt. Aber auf den Match Race-Strecken seiner Zeit war er ein �berragender Renner �ber 220 Yards und die Viertelmeile. Er war ebenfalls von John Parvell gezogen.
Roy Cochran aus Cordell, Oklahoma, brachte Badger im Herbst seines dritten Lebensjahres unter dem Namen Midnight ins Renn-Training. Im folgenden Sommer hatte sich der junge Schimmelhengst den Ruf erworben, sehr ruhig zu reagieren, ein Vorteil bei Rennen �ber kurze Strecken. Er erwies sich als so erfolgreich, dass es f�r Cochran schwierig wurde, in seiner Umgebung Renn-Gegner zu finden. Und so verkaufte er den Hengst an den Trainer und Jockey Reed Armstrong aus Foss, Oklahoma. Armstrong �nderte den Namen des Pferdes von Midnight auf Badger und gewann mit ihm weiterhin viele Short Races auch in seiner weiteren Umgebung.
(Anm. d. Redaktion: In jener Zeit war es durchaus �blich, die Namen erfolgreicher Rennpferde zu �ndern, um leichter beherzte Gegner zu finden, die bereit waren, ihr gutes Geld auf "Mr. Unbekannt" zu setzen.)
Die Deck-Karriere dieses starken Renners war eher unspektakul�r. Mit Nellie Trammell zeugte er Midnight, doch ein weiteres Fohlen aus dieser Stute war nur mittelm��ig.
Es kam die Zeit, in der Armstrong ebenfalls keinen Gegner mehr f�r seinen Top Sprinter finden konnte und ihn schlie�lich an einen Farmer verkaufte.
Damals bestimmte der Verwendungszweck eines Pferdes dessen Wert � der Farmer, der Badger gekauft hatte, kastrierte den Hengst und machte so aus dem ehemalig erfolgreichen Rennpferd einen Ackergaul, mit dem er k�nftig seine Felder pfl�gte.
Mittlerweile hatte Jess Cooper Badger und Nellie Trammell an seine Br�der Al and Bill verkauft. Sie ritten ihn zweij�hrig an und begannen mit seinem Renn-Training. Alsbald, um seine Speed zu testen, lie�en sie ihn gegen seine erfahrene Halbschwester Roger Mills laufen. Midnight gewann trotz ca. 100 kg Gewicht, das er, inklusive des schweren Westernsattels, zu tragen hatte.
Um 1919 herum wurde von Kuba ein ber�hmtes Rennpferd namens Article per Schiff nach Texas gebracht, um gegen einen der guten Renner der Waggoner Ranch in Vernon anzutreten. Aus heute unbekannten Gr�nden kam das Rennen nicht zustande, sodass die Coopers einen k�hnen Schritt wagten. Sie wussten, was sie im Stall stehen hatten, und so arrangierten sie ein Rennen zwischen dem praktisch unbekannten Midnight und Article, wobei sie 500 Dollar auf ihr Pferd setzten. Midnight legte einen Start-Ziel-Sieg hin und schlug den ber�hmten Renner �berlegen.
Als Reed Armstrong von dem Erfolg des Junghengstes h�rte, forderte er die Coopers zu einem 220-Yard-Rennen gegen A. D. Reed, einem anderen Pferd, das f�r seinen Speed bekannt war. Das Pferd stand im Besitz von Armstrong und J. Harrel. Mit Bill Cooper auf Midnight und Armstrong auf A. D. Reed endete das Rennen mit einem weiteren Sieg f�r Midnight. Er lief dabei eine neue Rekordzeit.
Mit Siegen wie diesem holte die Coopers das alte Problem ein. Sie konnten keine weiteren Gegner f�r ihren Champion gewinnen und verkauften ihn deshalb an Red Whaley, einen Cowboy aus Texas. Whaley war ein Mann mit z�ndenden Ideen. Er wusste, dass die Waggoner Ranch die Strategie verfolgte, jedes Pferd zu kaufen, das den Erfolg ihrer eigenen Top Racer in Frage stellen k�nnte. Das half nicht nur, unliebsame Konkurrenz auszuschalten, sondern konnte auch das eigene Zuchtprogramm noch verbessern.
Wahley wusste auch, dass es nicht sinnvoll war, ein Pferd zu behalten, das durch seine Rennerfolge schon so bekannt war, dass es auch ihn au�er Stand setzte, noch Gegner zu finden. Er war vielmehr daran interessiert, einen m�glichst hohen Preis f�r den Hengst zu erzielen. So brachte er Midnight nach Vernon, um mit ihm ein Rennen gegen einen der Waggoner Speedster zu arrangieren. Sein Plan ging auf: Midnight gewann das Rennen - die Ranch machte ihm ein Super-Angebot � und Midnight hatte ein neues Zuhause.
Die Waggoners, die weit mehr M�glichkeiten hatten als kleinere Rennst�lle, lie�en den Schimmelhengst jahrelang erfolgreich Short Races laufen und nutzen gleichzeitig sein Potenzial als Deckhengst f�r ihre Spitzenstuten. W�hrend dieser Zeit zeugte Midnight so gro�artige Pferde wie Chubby, Waggoner und Rainy Day.
Chubby, ein prachtvoll bemuskelter Brauner, kam 1924 aus der Stute Fourth of July, von Bobby Lowe, einem Sohn von Eureka, zur Welt. Er war 1,42 m gro� und wog 550 kg.
Auch Chubby war ein hervorragender Short Racer. Es ist erwiesen, dass er 20 von 21 Rennen gewann, wobei er das letzte nur verlor, weil er von einem fremden Jockey geritten wurde. Er war f�r seinen ph�nomenalen Schnellstart bekannt.
Nach seiner Rennkarriere arbeitete Chubby als Ranchpferd. In dieser Zeit geh�rte er J. C. Hooper und seinen S�hnen aus Plainview, Texas. Sie beschrieben ihn als tolles Cutting- und Roping-Pferd.
Chubby galt auch als exzellenter Vererber. Unter seiner Nachzucht waren eine Reihe von Spitzenpferden jener Zeit. Die meisten seiner sp�teren Nachkommen ernteten ihre Lorbeeren im Show Ring, drei erhielten das AQHA ROM in Racing. Viele seiner fr�hen Fohlen bewiesen ihre Schnelligkeit auf den Rennbahnen und vererbten ihre Eigenschaften auch weiter.
Chubby zeugte so ber�hmte Pferde, wie Manitobian, den Halter- und Performance-Sieger Chubby W, die Top Halter-Stute Jole Blon S, Dutch Boy, Chubby III und Bob Steel. Seine T�chter zeichneten ihn besonders als Vereber bester Zuchtstuten aus.
Waggoner, ein weiterer Schimmel, wurde 1930 geboren. Seine Mutter war eine der vielen guten Yellow Wolf-T�chter, die auf der Waggoner Ranch gezogen wurden. Yellow Wolf war ein Sohn von Old Joe Bailey, von Eureka, einem Sohn von Shelby.
Waggoner wurde als Heranwachsender von B. B. van Vector aus Mangum, Oklahoma, gekauft. Der erst sp�ter als Waggoner registrierte Hengst war den meisten unter dem Namen One Eyed Waggoner bekannt, weil er bei einem fr�hen Unfall ein Auge verloren hatte. Da die Haut jedoch komplett �ber die Augenh�hle gewachsen war, galt er in sp�terem Alter trotzdem als h�bsches Pferd.
Van Vector zahlte in jenen fr�hen Tagen der gro�en Depression 35 Dollar f�r Waggoner. Er behielt das Pferd lange genug, um eine ganze Reihe von Fohlen von ihm zu bekommen, bevor er es wieder verkaufte.
Der n�chste Besitzer war Duwain E. Hughes aus San Antonio, Texas, einer der ersten Direktoren der American Quarter Horse Association. Zu jener Zeit wurde Waggoner ins AQHA Zuchtbuch eingetragen. Waggoner machte sich einen Namen als Vererber. Einige seiner exzellenten Nachkommen waren Silk McCue, Sage Hen und Budweiser. Nachdem die AQHA anfing, Performance-Rekorde zu registrieren, bekam der Name Waggoner besonderen Glanz in den Pedigrees seiner Nachkommen. So wurde Gray Lady Burk ein fr�her AQHA Champion und 1953 Top Point Earner in Reining. Weiters war da Roan Midnight, ein gutes Rennpferd und Vererber weiterer Renn-Sieger. Zu seiner Nachkommenschaft z�hlten auch Roan Wolf, C C A�s Sugar, Roan Alice L und der vielseitige By Wag.
Rainy Day, 1923 geboren, kam noch bei den Coopers zur Welt. Seine Mutter war Old Alice, eine Tochter von Peter McCue. Old Alice, Tochter der Flexie O�Neal, brachte auch noch einen anderen bekannte Sohn, Oklahoma Shy, von A. D. Reed, zur Welt. A. D. Reed war auch unter den Namen Kid McCue und Billy The Kid bekannt.
Rainy Day gelangte sp�ter in den Besitz der S. B. Burnett Estate, einer Gesellschaft, die Ranches in King, Carson und Hutchinson, Texas, betrieb. Mit den Burnett-Stuten zeugte er eine Menge Top Ranch-Pferde. Zu jener Zeit waren ungew�hnlich viele professionelle Rodeo Calf Roper mit Rainy Day-Nachkommen beritten.
Ungeachtet der Qualit�t dieser Pferde, entschied das Management der Waggoner Ranch, Midnight zu verkaufen, als er zu alt wurde, um Rennen zu laufen. So gelangte er in den Besitz der JA Ranch, die au�erhalb von Clarendon in Texas lag. Es war die Ranch, die Charles Goodnight, der Pionier unter den Ranchern des Texas Panhandle, gegr�ndet hatte.
Hier streifte Midnight inmitten einer Stutenherde in der zerkl�fteten Gegend des Palo Duro Canyon herum. Das prim�re Zuchtziel der Ranch war, harte Ranch-Pferde f�r den eigenen Bedarf zu produzieren.
Ein alter Cowboy der JA Ranch erinnert sich, dass die Midnight-Pferde schnell und nicht gerade umg�nglich waren. Ihm schien, dass die Midnights an so manchem kalten Morgen ihre positiven F�higkeiten in Buckeln und Toben umsetzten und die Cowboys sich daher manchmal weniger "talentierte" Pferde w�nschten.
Einige JA Hands (Mitarbeiter, Cowboys) verehrten den alten Hengst und seine Nachkommen geradezu.
Einer der JA Cowboys zu der Zeit, als Midnight von der Waggoner Ranch ins Panhandle kam, war Aubra (Aubrey) Bowers. Er sch�tzte besonders die Speed und die Intelligenz des alten Hengstes. Als ambitionierter Cowboy kaufte Bowers bald seine eigene Ranch s�dlich von Allison, gerade zu jener Zeit, als der �l-Boom in Texas seinen Anfang nahm.
Bowers hatte mit ansehen m�ssen, wie die Vorderfu�wurzelgelenke des alten Pferdes, bedingt durch das raue Gel�nde im Palo Duro, immer geschwollener und vorbiegiger wurden. Da er auf der eigenen Ranch eher weichen und ebenen Boden hatte, kaufte er Midnight zusammen mit einigen guten Stuten. Damals war der Hengst bereits lahm und konnte sich kaum noch auf seinen Vorderbeinen halten. Doch bei entsprechender Pflege gelang es Bowers, mit dem Hengst noch einige gute Fohlen zu z�chten, bevor er starb. Diese Fohlen wurden durchwegs gute Rinderpferde mit viel Speed, die sich hervorragend f�r das Roping eigneten.
Der Zufall wollte es, das just zu jener Zeit ein Nachbar in Allison, Kenneth "Skip" Montgomery, eine gute Stute namens Salty besa�. Sie war eine der drei hervorragendsten Stuten von Billy the Tough aus dessen einziger Decksaison. Ihre Mutter war Peachie, von Joy. Billy the Tough war ein Sohn des schnellen A. D. Reed.
Von Midnight bedeckt, gebar Salty einen der bekanntesten S�hne des Hengstes - ein schwarzes Fohlen, das auch schwarz blieb. Sein Name scheint im Pedigree vieler prominenter Pferde als Midnight Jr. auf. Er trug weitgehend dazu bei, den Namen Midnight in der Quarter Horse-Zucht zur Legende werden zu lassen. Er vererbte die High Speed seines alten Vaters weiter und sorgte f�r rasanten Nachwuchs in der QH-Rennszene. �ber ihn m�chte ich in der n�chsten Folge der WN ausf�hrlich berichten.
Vom Rheumatismus arg gekennzeichnet, starb Midnight im Juli 1936.
Der stattliche alte K�mpe wurde von einer Vielzahl erfahrener Pferdeleute betrauert, die seinen Wert f�r die Quarter Horse-Zucht �ber viele Generationen zu sch�tzen wussten.