Ber�hmte Quarter Horses & Vererber
Lightning Bar
(Vater v. Doc Bar)
Eine Serie f�r QH-Z�chter & -Fans aus der WN 3/03 Seite 62
�bersetzung & Bearbeitung: Heinz Langer
Dies ist ein wichtiger Beitrag f�r alle QH-Besitzer, deren Pferd, in welcher Generation auch immer, von Doc Bar abstammt, dem Wunder-Hengst der QH-Industrie, der um ein Vielfaches mehr vererbte, als das, was er selbst im Stande war einzubringen!
Die Geschichte von Lighning Bar begann 1945, als Art Pollard aus der Gegend von Dallas nach Arizona reiste, um seine Schwester zu besuchen, die an Tuberkulose erkrankt war. Er verliebte sich in die bergige W�stenlandschaft, sodass er und seine Braut Phyllis (Phee) sich spontan entschlossen, 115 Acres in dem rauen Land, �stlich von Tucson zu kaufen und darauf eine Pferderanch zu gr�nden, der sie den Namen �Lightning (Blitz) A Ranch� gaben.
Kurz darauf traf Pollard den sehr bekannten Race Horse Man, W.D. �Dink� Parker aus Patagonia, Arizona. Von Parker kaufte er sein erstes Quarter Horse, die Stute Hula Girl P., eine Tochter von Ed Echols. Sie wurde sein erstes Champion Show Horse, was dazu f�hrte, dass seine Renn-Freunde spotteten, was er wohl mit der �netten, kleinen Stute� weiter anfangen wolle. Doch als 3-j�hrige gewann sie das Arizona Derby mit einem Rekord f�r Dreij�hrige �ber 350 Yards.
Hula Girl P., die auch ihre AQHA Championship erwarb, wurde die erste Top-Zuchtstute von Pollard. Sie war die Mutter von War Chant AAA, Arizonan AAA und Champion Quarter Running Gelding von 1955, Hula Baby AAA und Sonoitan AAA und AQHA Champion.
In den n�chsten paar Jahren profitierte Pollard viel von dem unersch�pflichen Wissen Dink Parker�s und dessen Erfahrung. Er kaufte auch noch einige Stuten von ihm, darunter Della P.
Dink hatte Della P. von Claude Morein aus Villa Platte gekauft. Sie gefiel Pollard und er wollte sie kaufen. Dink hatte f�r sie mehr bezahlt, als f�r alle seiner anderen Pferde, einschlie�lich Ed Echols.
Zun�chst wollte sie Dink nicht hergeben, doch schlie�lich, als sie �lter war, verkaufte er sie doch an Pollard f�r $ 1.750,- unter der Bedingung, dass Pollard sie von Three Bars (TB) decken lassen m�sste. Dieser war einverstanden.
1949 brachte Pollard Della P. auf Melville Haskell�s Rincon Stok Farm nach Tucson, wo Three Bars f�r eine Decktaxe von $ 250 zur Verf�gung stand. Della P. wurde gedeckt und brachte 1950 Bardella zur Welt. Obwohl Art in der Fachwelt noch immer als Z�chter-Greenhorn angesehen wurde, festigte Bardella den Ruf der Lightning A Ranch, indem sie die Erfolge von Hula Girl fortsetzte. Sie gewann in ihrer ersten Rennsaison auf dem Rialto Track $ 5.100. Bardella wurde 1952 Co-Champion Quarter Running 2-Year Old Filly (zusammen mit Chicado V.) und 1953 Champion Quarter Running 3-Year-Old Filly.
Da Pollard mit Bardella so viel Erfolg und Freude hatte, brachte er Della P. 1950 wiederum zu Three Bars, worauf 1951 Lightning Bar geboren wurde.
Pollard brachte Three Bars hohe Anerkennung entgegen, doch er sch�tzte vor allem die Vererberqualit�ten der Stute Della P. Sie war eine Stute, die, mit wem auch gepaart, ein Siegerpferd hervorbrachte, selbst wenn es ein Maultier gewesen w�re. Sie war wie Hula Girl, die nur Fohlen gebar, die Raketen auf der Rennbahn waren und auch noch alles andere schafften.
Arizonen z.B., wurde, wenn er nicht gerade Rennen lief, von den Cowboys f�r Weekend Ropings verwendet, bei denen er immer gute Figur machte. Es gab kaum einen Cowboy in S�darizona, der nicht mit Arizonan ropen wollte.
Pollard hatte aber noch sehr viel als Z�chter zu lernen. Als Lightning Bar zur Welt kam, betrachtete er das Fohlen lange und kam zu der Ansicht, dass er es am besten schlachten lassen sollte, weil er der Ansicht war, dass der Colt nichts taugte. Damit h�tte er fast den gr��ten Fehler seines Lebens begangen. Lightning Bar hatte ernorm flache Vorderfu�wurzelgelenke, genauso wie Pferdeenthusiasten es haben wollten. Als neugeborenes Fohlen waren sein �Knie� aber derart vorbiegig, was Pollard veranlasste, zu glauben, der Colt w�re missgebildet. Er klagte seinem Freund und Berater Dink, dass das Fohlen verkr�ppelte Vorderbeine h�tte. Der jedoch beruhigte Art, als er den Kleinen auf der Weide sah, dass das ganz normal sei und sich im Laufe des Wachstums zur�ckentwickeln w�rde. Er sollte recht behalten, denn innerhalb von zwei Wochen waren die Krummbeine v�llig gerade und korrekt. Diese K�rpereigenschaft sollte sogar ein Markenzeichen f�r den sp�teren Hengst werden.
Phee Pollard benannte alle Fohlen der Ranch und so w�hlte sie f�r den vielversprechenden Colt den Namen Lightning Bar. Der Name erwies sich als Prophezeiung in jeder Hinsicht, sowohl was seine pers�nliche Ausstrahlung, als auch seine kurze, spektakul�re Rennkarriere und gar seine Nachzucht betraf.
Lightning Bar ging nur 1953 Zweij�hrigenrennen. Obwohl er w�hrend seiner Rennsaison Lungenprobleme bekam, sich ein Kreuzband riss und ein verletztes �Knie� in Kauf nehmen musste, schaffte er es dennoch, seine Futurity-Pr�fungen im S�dwesten, in Ruidoso und Pomona spektakul�r zu gewinnen. In Pompona lief er sogar den Rekord f�r Zweij�hrige, die 330 Yards in 17,2 Sekunden.
In jener Saison gewann er 4 erste, 3 zweite und einen dritten Platz. Er lief $ 1.491 ein, bekam in einer Rennsaison sein AAA und mit 26 Punkten sein Racing ROM zugesprochen.
Nachdem ihn Pollard von der Rennbahn genommen hatte, begann er den Hengst zu showen. Lightning Bar war zu einem stattlichen Pferd von 1,52m Stockma� und 625kg Gewicht herangewachsen. Er gewann einen Grand Champion, einen Reserve Champion, 18 Halter-Punkte und seine AQHA Championship.
Obwohl Lightning Bar die Rennwelt nicht gerade in helle Aufregung versetzt hatte, zweifelte Polland nie auch nur einen Augenblick an seinen Talenten und seinem Potenzial. Er wusste, das Pferd konnte rennen und hatte die erforderliche Qualit�t f�r einen Top Sire.
Er wusste, er musste sich einen Qualit�tshengst selbst ziehen, da er es sich nicht leisten konnte, einen bew�hrten Hengst wie Three Bars (TB) oder Depth Charge (TB) zu kaufen. Pollard wusste auch, dass es an ihm selbst lag, Lightning Bar als Deckhengst auszuprobieren und ihn zu f�rdern. Zun�chst setzte er 1954 die Decktaxe auf $ 250 fest. Er konnte im ersten Jahr nur neun fremde Stuten gewinnen und keine von ihnen brachte Rennmaterial zur Welt. Im zweiten Jahr deckte Lightning Bar elf ausw�rtige Stuten. Doch f�r seine dritte Decksaison waren bereits 102 Stuten angemeldet, nachdem seine Decktaxe auf $ 500 gestiegen war. Der gro�e Zuwachs war nicht zuletzt Frankie Figueroa zu verdanken. Frankie war Pollards rechte Hand und stellte den Hengst an Wochenenden einem breiten Publikum im Roping vor. Die Leute erlebten nicht nur, dass er gewann, sondern auch ein besonders sch�nes Pferd war.
Obwohl Lightning Bar die ersten beiden Jahre nur wenige fremde Stuten bedeckt hatte, hatte Pollard nat�rlich auch seine eigen Stuten decken lassen. Die fr�heren Produktrekorde von Hula Girl P. und Della P hatten ihn �berzeugt, dass nur Top Stuten der Schl�ssel zu einer erfolgreichen Rennpferde-Zucht waren. Mit der Zeit hatte er eine der bestselektierten kleinen Zuchtstutenherden der Gegend.
1954 befanden sich einige Top-Rennstuten wie Black Beauty Pollard, Silhouette, Miss Pinkie, Miss Banks und Miss Panama unter den Zuchtstuten auf der Lightning A Ranch. Mit diesen Stuten produzierte Lightning Bar ziemlich schnell Pferde, die sowohl auf der Rennbahn, als auch in der Arena bestehen konnten.
Fantasy und Hula Baby, 1955 aus der Miss Banks und Hula Girl geborene Stuten, waren seine ersten AAA Rennpferde. Pana Bar, ein 1956 aus der Miss Panama geborener Hengst, wurde 1958 Co-Champion Quarter Running 2-year-old Colt. Er kam ebenfalls in die Rennkategorie AAA und wurde AQHA Champion mit Superior in Halter.
Ein weiterer au�ergew�hnlicher Junghengst von 1956, Cactus Comet, stammte aus der Black Beauty Pollard, von Fleeting Time (TB). Diese gut aussehende Sohn von Lighting Bar bekam sein AAA auf der Rennbahn und seine AQHA Championship und wurde sp�ter selbst Vater ber�hmter Rennpferde, darunter etliche AQHA Champions.
Ein anderer Sohn von Lightning Bar, erblickte 1956 das Licht der Welt. Er sollte die Welt der Cutting Horses in den kommenden Jahren buchst�blich auf den Kopf stellten. Sein Name war Doc Bar! Jedem von uns Quarter Horse-Enthusiasten ist sein Name ein Begriff und seine Geschichte wurde schon mehrmals in der WN ver�ffentlicht.
Leight Bar, 1957 geboren, war ein Hengst aus der Ariel Lady, von Little Joe Jr. Rated AAA. Er war 1960 Co-Champion Quarter Running 3-year-old Colt.
Explosive, ebenfalls 1957 aus der Miss Pinkie von Blob (TB) geboren, war AAA Speedster und Grand Champion Halter Horse.
Lightning Rey, ein 1958er-Hengst aus der Reina Rey, wurde AQHA Supreme Champion und Superior Halter Horse.
Crash Bang, eine 1959 geborene Stute aus der Red Cent, wurde ebenfalls AAA Runner, AQHA Champion und Superior Halter Horse.
1960 zeugte Lightning Bar die Stute Glamour Bars, die Mutter von Impressive, der die Dynastie in der Halter Horse-Welt etablierte.
Lightning Bell, eine 1960er-Stute aus der Bella St. Mary, war Lightning Bar�s Top Money Earner auf der Rennbahn. Sie wurde mit AAAT eingesch�tzt und gewann schon als Zweij�hrige mehr als $ 60.000.
Manor Born, ein Hengst von 1960 aus der Chinchilla, gewann 1962 die Southwestern Futurity.
Relampago Bar, geboren 1960, ein Hengst aus der Miss Joe Bain, wurde ebenfalls AAA eingestuft und AQHA Champion.
Schlie�lich wurde Lightning Bar Jr., ein Hengst, 1961 aus der Joe�s Watch geboren, Superior Halter Horse und Lightning Bar�s Top Halter Point Earner mit 88 Punkten.
Im Jahr 1960 waren Art Pollard und Lightning Bar weit �ber die Quarter Horses Welt hinaus ber�hmt, ja weltber�hmt. Pollard entschied sich damals, eine neue Ranch zu gr�nden, etwa 50 Meilen s�d�stlich von Tucson, in der N�he von Sonara. Er wollte mit seinen Pferden weg aus der niedrig gelegenen W�ste und hatte bereits ein St�ck Land von 500 Acres in 5.000 Fu� H�he gefunden, das sich hervorragend f�r seine Stuten und Jungpferde eignete. Er kaufte es und bot die Lightning A Ranch zum Verkauf an.
Roy Gill kaufte die Ranch und wollte alsbald einziehen, sodass sich Art mit seiner neuen Braut Harriet veranlasst sah, auf die neue Ranch namens Sonoita Stallion Manor zu �bersiedeln, die noch nicht ganz fertig war, f�r die Art aber gro�e Pl�ne hatte. Da noch Stallungen zuzubauen waren, kamen die Pferde auf die zugeh�rigen Weiden, auch Lightning Bar.
Das neue Zuhause f�hrte jedoch zur Katastrophe. R�ckblickend vermutet man, dass Lightning Bar sich auf dem Areal mit dem Colitis-X Virus angesteckt hat, woran er einen Monat sp�ter, im Juni 1960, erst neunj�hrig, verstarb.
Pollards andere Pferde, darunter Hula Girl, Chinchilla, Little Nellie Bars, Manor Man und alle J�hrlinge, die f�r sp�tere Rennkarrieren vorgesehen waren, starben �wie die Fliegen�. Allein drei blieben �brig, welche die Krankheit �berstanden.
Pollard war am Boden zerst�rt und v�llig verzweifelt. Er war nicht in der Lage, eine neue Zucht aufzubauen, und so verkaufte er auch den Rest seiner Pferde.
Erst 15 Jahre sp�ter kehrte Art Pollard in die Pferdezucht zur�ck.
Doch auch f�r die Quarter Horse Industrie war Lightning Bar�s Tod und das Ende von Art Pollard�s Zuchtprogramm ein unersetzlicher Verlust.