Ber�hmte Quarter Horses & Vererber

Jet Deck

Eine Serie f�r QH-Z�chter & -Fans aus der WN 6/ 03 Seite 80

�bersetzung & Bearbeitung: Heinz Langer

Jet Deck, ein Sohn des in der letzten WN behandelten Moon Deck, aus der Miss Night Bar (Three Bars (TB)-Linie), ein Champion Race Horse und Vater von Champions, war das erste Quarter Horse, das in seiner Rennkarriere mehr als $200.000 gewann, was in den fr�hen 60er-Jahren enorm viel bedeutete. Wir sehen immer wieder, dass das QH auf High Speed gez�chtet wurde, ein super- spurtstarkes Pferd, welches sich trotz seiner Schnelligkeit auch immer wieder in die teilweise extrem langsame Rancharbeit eingliedern lie�. - Welche Pferderasse mit vergleichbaren Eigenschaften lie�e sich weltweit finden?

Jet Deck  wurde am 19. April 1960 auf der Ranch seiner Z�chter William H. und V.A. Carter in Clovis, Kalifornien, geboren. Mit Moon Deck als Vater und Miss Night Bar als Mutter war Jet Deck ein Produkt einer der bedeutendsten Anpaarungen in der Geschichte der Quarter Horse-Rennpferde-Zucht. Gesamt gesehen erbrachte diese Paarung 10 ROM Rennpferde, wovon 8 ihr AAA Certificate erreichten.

Wilbur Stuchal, ein kanadischer Rennpferdetrainer, kaufte Jet Deck von den Carters f�r J.B. Chambers aus Littleton in Colorado. Er hatte das Hengstfohlen nie zuvor gesehen, doch er kannte seine Vollschwester, Miss Jet Deck. Er hatte sie rennen gesehen und bezahlte ohne Bedenken die 6.500 Dollar f�r das Fohlen, die die Z�chter forderten.

Jet Deck traf im Herbst 1961 in Colorado ein, als gerade das Centenial Race Meet in Denver stattfand.

Eines Abends hatte Chambers einige Freunde eingeladen, um ihnen seine Neuerwerbung zu zeigen.

Einer der Eingeladenen war der ber�hmte QH-Z�chter Bud Warren aus Perry, Oklahoma. In einem Artikel im The Quarter Horses Journal �ber Jet Deck, der im April 1972 erschien, berichtet er zu diesem Anlass: �Jay (Chambers) hatte eine schwache 40-Watt-Birne in dem Stall h�ngen und wir konnten so gut wie gar nichts sehen, doch ich dachte damals, ich k�nnte das Fohlen beurteilen. Meine genauen Worte waren damals: �Wenn das ein Rennpferd werden soll, dann lege ich meinen Job nieder.�

Ein  Anruf von Stuchal im  folgenden Fr�hjahr belehrte Warren eines Anderen.

Charlie Smith, der einzige Jockey, der das Hengstfohlen je arbeitete, trat eines Morgens beim Training gegen einen anderen Jockey an, der einen erfolgreichen AAA-Sieger namens Tee Beau ritt. Es war nat�rlich zu erwarten, dass der erfahrene Tee Beau Jet Deck spielend distanzieren w�rde. Doch der Junghengst �berholte ihn mit Leichtigkeit und lie� ihn einfach stehen.

Charlie war zu Tode erschrocken, da er von Wilbur den Auftrag hatte, Jet Deck nur vorsichtig zu reiten, um jegliche Verletzungsgefahr hintanzuhalten. Doch nach dieser kleinen Episode wussten Charlie und Wilbur, was sie an Jet Deck hatten.

Jet Deck gewann sein erstes Rennen an den Bay Meadows in Nordkalifornien am 27. Februar 1962. Anschlie�end wurde er sofort nach Los Alamitos transportiert, wo er unter Stuchals Aufsicht ein Rennen �ber 350 Yards, ohne Erholungspause, noch spektakul�rer gewann.

F�nf Tage sp�ter gewann er die Jevenile Championship in Los Alamitos und schlug damit Tiny Charger und Flicka�s Request. Anschlie�end transportierte Stuchal Jet Deck zu den Ruidoso Downs, doch der Junghengst war verletzt und so kam er f�r 45 Tage zur�ck auf eine Weide in Colorado.

Im Herbst 1962 kam Jet Deck zur�ck ins Training, wieder fit und rennbereit. Er gewann im Oktober das Juvenile Prep, in den Arizona Downs in Phoenix, wo er die 400 Yards in 20,3 Sekunden lief.

Im November gewann er die Juvenile Championship auf der selben Rennstrecke, wo er seinen dreiviertel-Bruder Top Moon schlug. Seine Zeit war 20,1 Sekunden �ber die 400 Yards, was Tagesrekord f�r Zweij�hrige bedeutete.

Im Dezember 1962 versetzte Jet Deck die gesamte Rennwelt in Aufregung: Innerhalb dieses einen Monats gewann er die Pacific Coast Quarter Horse Racing Association (PCQHRA) Cal-Bred Futurity, die Los Alamitos Futurity und die Kindergarten Futurity. Dar�ber hinaus setzte er einen 2-j�hrigen-Weltrekord von 19,9 Sekunden f�r die 400 Yards.

Er beendete das Jahr mit einer Gewinnsumme von $138.341, das h�chste Preisgeld, das ein 2-J�hriger bis dahin gewonnen hatte. Er bekam die Titel Champion Quarter Running Stallion und Champion Quarter Running 2-Year-Old.

Seine 3-Year-Old Champion Karriere begann Jet Deck am 5. J�nner 1963 in Bay Meadows und beendete sie am 21. Dezember in Los Alamitos. In der Zwischenzeit gewann er das PCQHRA Derby, die Los Alamitos Championship, die Ruidoso Championship, das Rocky Mountain Quarter Horse Derby und die Colorado Wonderland Championship.

Er gewann 8 von 11 Starts der Dreij�hrigen und wurde das erste Quarter Horse, das bis dahin mehr als $200.000 eingelaufen hatte. Seine Titel waren 1963 World Champion Quarter Running Horse, Champion Stallion und Champion 3-Year-Old Colt.

W�hrend dieser Karriere �ber nur zwei Saisonen startete Jet Deck 31 Mal und erreichte 21 erste, 4 zweite und 2 dritte Pl�tze. Er verfehlte dabei nur zweimal die AAA- oder AAAT-Qualifikation.

Bud Warren brach die sensationelle Rennkarriere Jet Decks ab, indem er sein urspr�ngliches Urteil �ber den jungen Hengst gr�ndlich revidierte. Eines Tages, in Ruidoso, trat er an Chambers mit dem Angebot heran, Jet Deck zu leasen.

Chambers gefiel die Idee, dass Jet Deck im selben Zuchtstall wie Leo und Sugar Bars stehen sollte, und die beiden M�nner wurden sich per Handschlag �ber den Handel einig. So stand Jet Deck f�r die Decksaison 1964 in Oklahoma. 1967 erwarb Warren einen halben Anteil an dem Hengst.

Aus der ersten Nachkommenschaft 1965 stammten bereits Jet Smooth, ein AAA AQHA Champion, und Jolly Deck, die 22 Bewerbe gewann und 1971 Champion Quarter Running Aged Mare wurde.

Jet Deck Junior, 1966 geboren, gewann innerhalb 2 Jahren $148.172 und wurde 1968 Champion Quarter Running 2-Year-Old Colt und 1969 Champion Quarter Running 3-Year-Old Junghengst.

Der sagenhafte Easy Jet war 1967 der Star aus der dritten Generation von Jet Decks Nachzucht. Im selben Jahr geboren, wurden auch Jet Injun, der 1971 Champion Quarter Running Aged Stallion wurde, Jet Threat, ein AQHA Supreme Champion, und Phantom Jet, ein AQHA Champion und Superior Halter Horse.

Jet Charger stammte aus Jet Decks vierter Fohlengeneration. Er gewann in seiner 3-j�hrigen Rennkarriere $190.068 und wurde 1972 Champion Quarter Running Aged Stallion.

Der Star aus Jet Decks f�nfter Decksaison war Mr. Jet Moore. Binnen zwei Jahren gewann er bei nur 10 Rennen $341.405. Er war 1972 World Champion Quarter Running Horse, Champion Stallion und Champion 3-Year-Old Colt.

Drei Jet Deck-Superstars wurden 1970 geboren: Elan Again gewann 199.544 Dollar in vier Jahren und wurde 1975 Champion Quarter Running Aged Mare. Gallant Jet ging nur als 2-J�hriger mit einer Gewinnsumme von $98.952 �ber die Race Tracks und wurde Champion Quarter Running Horse 2-Year-Old Junghengst. Possumjet, Jet Decks Top Money Earning Daughter, lief innert zwei Jahren $406.810 an Preisgeld ein. Davon fielen allein $336.630 auf ihren sensationellen Sieg in der All American Futurity 1972.

Der unnachahmliche Siegeszug als Vererber von Race Champions ging weiter. Star aus Jet Decks 1971er-Fohlengeneration wurde Lanty�s Jet. Sie gewann in ihrer 3-j�hrigen Rennkarriere $216.942. Auch Flaming Jet mit $168.778 und Twin Jet mit $104.111 Renngewinn waren Ausnahmepferde dieser 1970er-Generation.

Die achte Decksaison sollte leider die letzte des gro�en Quarter Horse-Vererbers werden. Aus dieser Periode stammten Showum Jet, Jet Commanche und Sompin Lika Jet, der 1975 Champion Quarter Running 3-Year-Old Gelding wurde.

Im Jahr 1971 war Jet Deck, mit 11 Jahren noch relativ jung, ein Leading Race Horse Sire, dessen unvergleichlicher Ruhm nach wie vor im Steigen war, faszinierte er die Welt der  Rennpferdez�chter. Warren, Chambers und wer auch immer mit Jet Deck gez�chtet hatte, hatten sehr viel Geld verdient.

Dann passierte das Unfassbare: Am fr�hen Morgen des 26. August 1971 wurde Jet Deck tot in seinem Paddock auf der Warren Ranch gefunden.

Dean Schulz, ein langj�hriger Mitarbeiter Warrens, entdeckte den Hengst um 7 Uhr am Morgen, als er auf die Ranch kam, um seine Arbeit zu beginnen. Er rief sofort Warren an, der sich gerade in Ruidoso Downs befand.

Die postmortale Untersuchung ergab, dass Jet Deck an einer �berdosis von Barbituraten, mittels einer Injektion in die Jugular-Vene, vergiftet worden war. Der oder die T�ter wurden nie ausgeforscht und der Fall wurde niemals gekl�rt.

Reba Warren, Bud�s Witwe, erinnert sich an den legend�ren Hengst: �Er war das bravste Pferd, das ich je um mich hatte. Seine Zutraulichkeit war leider auch eine Ursache f�r den Mord an ihm. Er machte es den T�tern leicht, an ihn heranzukommen und ihn zu t�ten.

Er war extrem leicht zu h�ndeln f�r einen Hengst und sehr menschenbezogen. Ich kann mich an viele Besucher erinnern, die auf die Ranch kamen, um den ber�hmten Hengst zu fotografieren. Er posierte so, als wollte er es den Menschen leicht machen, ein gutes Foto zu schie�en.�

Im November 1972 erschienen im The Quarter Horse Journal verschiedene Interviews von Pferdeleuten, die den Hengst gekannt hatten. Eines der besten davon war das von Stuchal, seinem ehemaligen Trainer: �Als Hengst und Vererber war er der Gr��te. Seine Nachkommen und deren Rennrekorde sprechen f�r sich, wie jeder wei�. Er hatte in jeder Hinsicht die besten Eigenschaften, die ich in meinem ganzen Leben bei einem Pferd erlebt habe. Sein Verlust ist f�r die Zuchtindustrie unersetzlich. Es gibt einfach nicht genug Worte, um den Verlust dieses Pferdes zum Ausdruck zu bringen.�

F�r die Quarter Horse-Welt war der fr�he Tod des gro�en Jet Deck sowohl als Rennpferd, wie auch als Vererber ein unbeschreiblich harter Schlag!