Ber�hmte Quarter Horses & Vererber
Eine Serie f�r QH-Fans - �bersetzung und Bearbeitung: Heinz Langer
Grey Badger II
aus Western News 5/01
In seiner Bl�tezeit �hnelte Grey Badger II einer silbergrauen Maschine, die ihre Arbeit tut. Sein Job war es, einfach jedes Pferd zu vernichten, welches im Rennen gegen ihn antrat. Er war in den 40er-Jahren das Ma� der schnellsten Pferde �ber die 220-Yard-Strecke (ca. 200m).
Grey Badger II kam am 5. Mai 1941 zur Welt. Sein Vater war Midnight Jr. und seine Mutter Grey Annie, eine Tochter von Billy The Tough. Da Midnight Jr. aus einer Tochter von Billy The Tough stammte, war Grey Badger II doublebreeded nach Billy The Tough.
Seiner Abstammung entsprechend war Grey Badger II ein sehr verspieltes Hengstfohlen und seine Verspieltheit gedieh ein wenig rau, als die Zeit kam, ihn einzureiten. Er buckelte seinen Z�chter Walter Merrick und einige Familienmitglieder oftmals ab, bevor er reif genug war, ins Renntraining zu kommen. So wurde er auch vorsichtig von seinem sehr erfahrenen Jockey-Trainer Kenneth Skip Montgomery in sein erstes Rennen geschickt.
Montgomery kannte Grey Badger II seit er Midnight Jr. durch eine erfolgreiche Karriere geritten hatte.
Er kannte aus eigener schmerzhafter Erfahrung die Geschichte von Billy The Tough. Montgomery war einer jener Leute, die von dem temperamentvollen Pferd abgeladen wurden, und so entschied er sich, Billy The Tough nach nur einer Decksaison kastrieren zu lassen. Nat�rlich wusste er auch, dass Grey Badger II doppelt auf Billy The Tough zur�ckging.
Die Stutb�cher der AQHA zeigen auf, dass Grey Badger II in fr�her Jugend von Merrick an Chick Crisp verkauft wurde, der ihn registrieren lie�. Crisp besa� ein Vieh-Versteigerungs-Unternehmen in Sayre, Oklahoma.
Als der Schimmel-Hengst alt genug war, brachte Crisp ihn zu Merrick zum Training zur�ck, sodass er schlie�lich auf der Merrick Ranch bei der Rinderarbeit eingesetzt wurde. Crisps Hoffnung war jedoch, eine Rennkarriere f�r das Pferd starten zu k�nnen, was er hernach auch durchsetzte.
Grey Badger II sollte sein erstes Rennen 1943 gegen eine erfahrene, t�chtige Stute namens Black Bottom in Sayre, Oklahoma, laufen. Crisp war der einzige, der an einen Erfolg seines Pferdes glaubte. Es wurden 1.000,- Dollar gegen den unerfahrenen Junghengst gesetzt. Man erz�hlt auch, dass es eine Klausel in dem Wettvertrag gab, die besagte, wenn eines der Pferde buckelt, sollte es disqualifiziert werden.
Keines der Pferde buckelte. Doch Grey Badger II legte eine Start-Ziel-F�hrung hin, wie ein alter Routinier, schlug die Stute spielend und gewann seine ersten tausend Dollar.
Ein weiteres, schnell arrangiertes Rennen lief er einige Wochen sp�ter am 4. Juli in Woodward, Oklahoma. Dieses Rennen musste er aus einer Startmaschine heraus spurten. Es war die infernalische Maschine, die Grey Bager II�s Vater, Midnight Jr., in seinem einzigen Rennen aus der Maschine zum Schicksal wurde. Einen Tag vor dem Rennen f�hrten Merrick und Montgomery den Hengst auf eine andere Bahn mit Startmaschine und lie�en ihn aus dieser gegen ein �lteres Pferd laufen, das den Mechanismus der Startbox in und auswendig kannte. Es war Badgers erste derartige Lektion, und der angehende Star lernte leicht und schnell.
Am folgenden Tag startete Badger im tats�chlichen Rennen gegen die schnelle Stute Queenie. Er f�hrte wiederum vom Start weg bis �ber die Ziellinie und gewann abermals 1.000 Dollar.
Nach einigen Rennen wurde Grey Badger II wesentlich ruhiger. Dieser Wechsel in seiner Einstellung erleichterte Merrick das Training des 1,42 m gro�en Schimmelhengstes. Er lie� das Pferd f�r Crisp etliche Rennen laufen. Seine absolute Ruhe und Gelassenheit vor jedem Rennen t�uschte die Besitzer der gegnerischen Pferde, da er sich eher wie ein Karrengaul als ein Rennpferd verhielt. Sie t�uschten sich alle und mussten f�r ihre Erfahrung teuer bezahlen.
Ein ganz besonderes Ereignis brachte der September 1944, als eine Gruppe engagierter Pferdeleute aus Pampa, Texas, kam, um ihren Super-Sprinter namens Pee Wee gegen Grey Badger II laufen zu lassen. Das Rennen sollte in Cheyenne, Oklahoma, stattfinden. Der Joe Moore-gezogene Pee Wee aus S�d Texas hatte den Ruf, ein exzellenter Boxen-Starter zu sein. Pee Wees Geldgeber hatten geh�rt, dass Grey Badger II schwierig zu handeln w�re, speziell wie sein Vater aus der Startmaschine, daher hatten sie beschlossen, finanziell alles auf eine Karte zu setzen.
Die Grey Badger-Fans hingegen zweifelten keinen Augenblick am Erfolg ihres Favorits und waren ebenso bereit, hohe Wetten gegen die Texaner zu setzen. Die Stadt Cheyenne hatte nur eine Bank, und diese hatte bei der �ffnung am Morgen des Renntages 56.000,- Dollar zur Verf�gung. Am Nachmittag hatte jedermann seine gesamten Ersparnisse abgehoben, um beim Rennen auf Grey Badger zu setzen.
Pee Wee f�hrte vom Start weg. Doch Grey Badger II �bernahm sehr schnell die F�hrung und besiegte den Gegner spielend. Von diesem Tag an wurde dieses Rennen als "the race that broke the bank" (das Rennen, das die Bank sprengte) legend�r, was tats�chlich der Wahrheit entsprach, denn die Bank musste nach dem Rennen schlie�en.
Grey Badger setzte seine Karriere fort, indem er beide Lokal-Champions und einige andere Pferde mit weit gestreuter Reputation schlug. Ein denkw�rdiges Rennen fand auf der alten Rennbahn von Kingfisher in Oklahoma statt.
Es war ein bewegtes und spannendes Rennen. Unser silberfarbener Held startete gegen zwei Stuten - die leuchtend sorrel-farbige Redsailers und eine h�bsche, kleine buckskin-farbene Stute, dessen Namen in Vergessenheit geraten ist. Redsailes kam aus Texas und hatte einen hervorragenden Ruf als Rennpferd. Sie war eine Tochter des ber�hmten Speed-Vererbers My Texas Dandy und hatte Anteil an seiner Ber�hmtheit gewonnen.
Bei dem Rennen lag Grey Badger nur einige Zentimeter vor Redsailes. Sie jagten die 220 Yards Nase an Nase dahin, hielten ihre Position und liefen ein "totes Rennen". Gegen die Buckskin-Stute gewann der Hengst schlie�lich mit einigen L�ngen Vorsprung.
Wie seinerzeit sein Vater, musste auch Grey Badger II viel reisen, um neue Gegner zu finden. Er wurde nach Eagle Pass am Ufer des Rio Grande transportiert, um gegen den guten Sprinter Nettie Hill anzutreten und zu siegen, Danach musste er hinauf ins Texas Panhandle, um Squaw H in Amarillo zu schlagen.
Nachdem Montgomery entschieden hatte, sein Zaumzeug an die Wand zu h�ngen und seine Karriere zu beenden, fiel die Ehre, die "silberne Kanonenkugel" zu reiten, den beiden bekannten Jockeys Pete Duffy und Rex Drake zu. Drake, einer der erfahrensten Match-Jockeys, war sowohl schlau als auch athletisch in Top-Form. In jenen Tagen war es Brauch , dass der Starter den Mechanismus der Boxent�ren mit einer langen Leine ausl�ste. Wenn Drake Grey Badger II startete, schaute er in der Box �ber die Schulter zur�ck auf die �ffnungsleine. Er wusste, dass Merrick, der hinter der Box stand, dem Pferd im richtigen Moment einen Klaps gab, sodass es gew�hnlich als erstes aus der Startmaschine raste, was nat�rlich einen Vorteil brachte.
Unter den vielen Pferden, die Grey Badger II schlug, war sogar Black Out, ein Ronald Mason-gezogener Sprinter, Sohn von Beggar Boy (TB), aus einer Stute von Earl Craig, mit Namen Lucky Lady.
Walter Merrick, der einige der bekanntesten Pferde in der QH-Industrie besessen und gez�chtet hatte, war �berzeugt, dass Grey Badger II das beste Pferd war, das er je im Stall stehen hatte. Ed Burke, der bekannte Racing-Sekret�r der QH-Industrie, aus Kalifornien, beschreibt die Genialit�t Merricks als Trainer dahingehend, dass er die Kondition jedes Pferdes geradezu lesen konnte. Das hei�t mit anderen Worten, dass er immer wusste, wann und wo seine Pferde die besten Chancen hatten zu gewinnen. Vielleicht hatten Merricks Erfahrungen mit Grey Badger II sein Gef�hl, die momentane Kondition eines Pferdes zu lesen, derart gesch�rft.
Im Oktober 1945 verkaufte Crisp das erfolgreiche Rennpferd an Oscar Cox und Willie Shrum aus Lawton, Oklahoma. Unter diesen Besitzern erlitt Grey Badger II eine seiner wenigen Niederlagen. Im Rennen gegen den Paint Hengst Painted Joe, der von dem cleveren Match Race-Meister "Rabbit" Goodrich, geritten wurde, verlor er um eine halbe Pferdel�nge.
Doch w�hrend dieser Jahre war Grey Badger II buchst�blich der weltbeste Sprinter und brachte gew�hnlich den Sieger-Scheck nach Hause.
Man erz�hlt, dass nicht seine Besitzer, sondern ein Zahnarzt aus Sayre, das meiste Geld aus den Rennen Badgers herausholte. Er war nicht nur ein �berzeugter Fan des Schimmelhengstes, er setzte auch die h�chsten Betr�ge bei allen Rennwetten.
Der Horseman aus Colorado, L.R. "Pat" Thomson, der sp�ter selbst einige der bekanntesten Rennpferde trainiert, besessen und gez�chtet hat, arbeitete damals f�r Merrick. Eines der ersten Pferde, mit denen er trainierte, war Grey Badger II. Thomson, der auch Billy The Tough kannte, sagte: "Er (Billy) war das sch�nste Pferd, das ich jemals gesehen habe." Er fand, dass der doppelt-gezogene Badger seinem Vater sehr �hnlich war.
Thomson meinte auch: "Grey Badger II und seine Nachzucht haben Beine wie aus Eisen. Sie waren hart und schnell genug, um jedes Rennpferd und Roping- Pferd zu �bertreffen." Die Beine und die Speed des Schimmelhengstes w�rden auch im Alter noch ausreichen, seine eigene Nachzucht zu schlagen, wie es einmal bei einem Rennen gegen Badger�s Grey Lady der Fall war.
Badger�s Grey Lady lief f�nf Rekorde �ber die Distanzen von 250 bis 440 Yards. Sie gewann oder platzierte sich in 26 ihrer 36 Starts und gewann 2.012 Dollar. Ihre Mutter war eine weitere von Earl Craigs Stuten namens Red Lady.
Grey Badger II�s f�hrender Money Earner bedeutender Rennen jener Zeit war Sumrall�s Bay Badger. Er gewann das Mexico Breeder�s Derby und wurde Zweiter bei den Ruidoso Stallion Stakes.
Von 37 Nachkommen, bei den der AQHA bekannten Rennen, waren 15 Sieger und 11 Pferde, die sich f�r das Racing ROM qualifizierten.
In den Show Arenen bew�hrte sich Badgers Nachzucht ebenso: Er zeugte 15 Performance ROM-Nachkommen, 18 Halter Point Earners und 3 AQHA Champions.
Unter diesen Performern waren Pferde wie Wyoming Badger, ein AQHA Champion, der auch AQHA High Point Barrel Racing Gelding 1958 wurde, Figa Hancock, ein AQHA Champion und AQHA High Point Horse in Western Riding 1956 und der AQHA Champion Quinine Kid.
Heute liegt die Popularit�t und der Einfluss der Zucht Grey Badger II mehr im Show Ring als auf der Rennbahn. Das beruht weitgehend auf seinem Sohn, Grey Badger III. Oscar Cox lie� die Vollblutstute Mary Greenock von Grey Badger II decken und das Resultat dieser Anpaarung war Grey Badger III. Das junge Pferd lief so gut, dass es f�r ein Racing ROM ausreichte, doch seine gr��te St�rke lag in der Vererbung.
Mit der Stute Lady Hancock, im Besitz von Tom L. Burnett, zeugte Grey Badger III Triangle Tookie, der ein Leading Sire von AQHA Champions wurde. Einer dieser AQHA Champions war Two Eyed Jack, gez�chtet von H.H. Mass, aus McHenry, Illinois. Two Eyed Jack wurde als Vererber selbst zur Legende.
Eine der bedeutendsten T�chter von Grey Badger III war Sugar Badger, im Besitz von R.H. Fulton & Company aus Lubbock, Texas. Von Mr San Peppy gedeckt, brachte Sugar Badger den weltber�hmten Peppy San Badger zur Welt, der als einer der besten Cutter der Geschichte immens gro�en Einflu� auf die QH-Zucht nahm.
Peppy San Badger, allgemein bekannt als Little Peppy, gewann USD 172.710,-, als er 1977 die NCHA Futurity und 1978 das NCHA Dery sowie zahllose andere Cutting Events gewann. Er war 1980 der Leading Money Earner der NCHA Shows. Weiters gewann er NCHA Bronze-, Silber-, Gold- und Platin-Trophies und wurde schlie�lich in die NCHA Hall of Fame aufgenommen.
Als Vererber ging Peppy San Badger ebenfalls in F�hrung. Er zeugte drei World Champions und 49 ROM Performer der offenen Klassen sowie sechs ROM-Pferde in Amateur- und Youth-Klassen. Seine Nachzucht brachte wiederum hochdekorierte Open- und Amateur-Sieger.
Blickt man nochmals in die Vergangenheit zur�ck, erinnert man sich, dass Walter Merrick in den sp�ten Vierzigern Grey Badger II von Oscar Cox und Willie Shrum erwarb. Einige Jahre davor hatte er Salty Chief (einen Sohn von Chief P-5 und Salty, der Mutter von Midnight Jr.) an die Burnett Ranches verkauft.
Salty Chief hatte sich so gut bew�hrt, dass die Burnetts mehr von seinem Blut in ihre Zucht einflie�en lassen wollten. So wurde Grey Badger II im November 1949 an die Tom L. Burnett Estate verkauft.
Merrick erinnert sich: "Ich verkaufte 1949 Grey Badger II an Frau Ann Burnett und sie deckte mit ihm ihre Ranch-Stuten. Sie z�chtete einige ganz au�erordentliche Ranch-Pferde."
Grey Badger II starb 1972 auf Miss Ann Burnetts Triangle Ranch. Zur Zeit seines Todes hatten sich seine Nachkommen bereits eigenen Ruhm erworben und gaben erfolgreich sein Blut an ihre Nachkommenschaft weiter.