Eine Serie f�r QH-Z�chter & -Fans
�bersetzung & Bearbeitung: Heinz Langer
Jackstraw (TB)
Obwohl Jackstraw als Erzeuger von Rennpferden nicht so bekannt war wie seine ber�hmten Zeitgenossen Three Bars, Depth Charge und Piggin String, hinterlie� er doch bedeutende Spuren in der Quarter Horse-Zucht. Als eisenhartes Pferd auf den Thouroughbred-Rennstrecken produzierte er in den 1950er- bis 1960er-Jahren eine Menge bedeutender Quarter Runners (Short Racer).
Sie waren auf zweierlei Art leicht zu erkennen. Die meisten waren gut aussehende chestnut Horses mit Blesse und wei�en Socken und sie waren tolle Sprinter haupts�chlich auf Distanzen von 400 bis 870 Yards.
Jackstraws Z�chter waren J.O. Keene, C.E. Buckley und H. Maybriar. Der Hengst wurde am 7. M�rz 1942 geboren. Gezeugt von Silver Horde, aus der Absurdity, ging er double-breeded gezogen auf Luke McLuke zur�ck, den m�tterlichen Gro�vater von Three Bars (TB). Allein aus dieser Tatsache geht hervor, dass Jackstraw einmal Furore als Sire von Quarter Race Horses machen w�rde.
Nachdem er als J�hrling an die Four Oaks Stabels in Toronto, Kanada, verkauft worden war, kam er so fr�h wie m�glich ins Renntraining. Seinen ersten Start als Zweij�hriger absolvierte er auf Oaklawn in Hot Springs, Arkansas. Das �-Meilen-Rennen lief er in 35 Sekunden und distanzierte das Feld mit 2� L�ngen.
W�hrend der n�chsten acht Jahre lief Jackstraw unter mehreren Besitzern unglaubliche 111 Rennen, von denen er 33 gewann, 22 Mal Zweiter und 14 Mal Dritter wurde. Sein Gesamtgewinn lag bei 52.288 Dollar.
Der gro�e Chestnut absolvierte die meisten seiner Rennen w�hrend des 2. Weltkriegs, als das Reisen in den Vereinigten Staaten stark eingeschr�nkt war. Dadurch bedingt startete er oft inoffiziell im Hipodromo de las Americas in Mexico City. Hier errang er am 5. April 1947 einen seiner eindrucksvollsten Siege.
Anlass dazu war die 5/8 Meile beim Mexico City Allowance. Jackstraw startete gegen Big Racket (TB), den Lokalfavoriten und Weltrekordhalter. Jackstraw ging mit 115 Pfund Gewicht ins Rennen, w�hrend Big Racket nur 107 Pfund zu tragen hatte. Im Finish ging Jackstraw mit 10(!) L�ngen Vorsprung durchs Ziel.
1946 hatte Jackstraw bereits einen Streckenrekord in Mexico City aufgestellt, der 20 Jahre lang hielt, bis er schlie�lich von Beduino (TB) gebrochen wurde.
1948 gewann der Hengst das George Wolfe Handycap in Del Mar im s�dlichen Kalifornien.
Jackstraw war f�r seine gl�nzenden Blitzstarts bekannt und holte meist auf den ersten 50 Yards einen Vorsprung von 5 L�ngen heraus, den er bis zum Ziel beibehalten konnte.
Jackstraw war �berall zu finden, wo es Geld zu gewinnen gab. 1946, als er im Besitz des popul�ren, mexikanischen Filmstars Emilio Tuero war, wurde er das erste Pferd, das aus Mexico City mit dem Flugzeug auf die Arlington Rennbahn nach Chicago ausgeflogen wurde.
Jackstraw war auch bekannt daf�r, dass er mit gr��ter Entschlossenheit jede Art von Rennbahnbelag annahm, ob er hart, weich oder matschig war.
Jackstraw lief von 1944 bis 1951 volle acht Saisonen Rennen, bevor er aus dem Rennsport ausschied. 1952 wurde er von A.W. Howard aus Memphis, Texas, gekauft, einem Horseman, der schon lange einen Vollbluthengst gesucht hatte, um ihn mit seinen Quarter Horse-Stuten zu verpaaren. Kurz nachdem Howard mit seinem neuen Hengst nach Texas zur�ckgekehrt war, verstarb er, sein Nachlass wurde eingefroren und Jackstraw war vergessen.
Schlie�lich wurde Howards Besitz doch ver�u�ert und Jackstraw wechselte 1955 den Besitzer f�r 750 Dollar. A.B. Mubsey hatte ihn gekauft; er war ein Horseman aus New Mexiko und der Hengst blieb f�r den Rest seines Lebens in seinem Besitz.
�Ich war schon lange an Jackstraw interessiert und unternahm eine Menge, etwas �ber ihn zu erfahren�, erkl�rte Munsey, um den Kauf des relativ unbekannten Hengstes zu rechtfertigen.
�Ich wusste, dass er in Mexiko schneller als jedes andere Pferd gelaufen war. Und er stammte aus der Blutlinie von Luke McLuce, der auch der Vorfahre von Domino war. Und meines Wissens nach war Domino das gro�artigste Rennpferd, welches wir jemals in den Vereinigten Staaten hatten.
�Jackstraw war ein h�bsches Pferd, er hatte 1,53m Stockma� und wog etwa 550kg. Sie sagten, er w�re ein Killer�, f�hrt Musey fort. �Er t�tete seinen Betreuer, w�hrend er in Mexiko im Training war. Es wurde mir gesagt, der Betreuer ging mit einer Mistgabel auf den Hengst los und der verteidigte sich. Ich selbst reite ihn mit nichts als einem Halfter.�
Munsey bot den Hengst zun�chst f�r eine Decktaxe von 50 Dollar an, doch niemand war interessiert. Er versuchte alles, um gute Stuten f�r Jackstraw aufzutreiben, aber vergeblich. So deckte Munsey 1955 seine eigenen acht Stuten mit dem Hengst. Aus dieser kleinen Fohlengruppe kamen zwei wahrhaftige Stars. Nosey Josey (TB) gewann 1958 die New Mexico Thoroughbred Futurity auf den Ruidoso Downs mit 17(!) L�ngen Vorsprung.
Kaystorm, ihrer Quarter Horse-Halbschwester, gelang dasselbe bei der New Mexico Bred Futurity in Albuquerque.
W�hrend ihrer Kariere gewann Nosey Josey neun gro�e Rennen, w�hrend Kaystorm in ihrer 4-j�hrigen Rennkarriere 21 Rennen �ber die Distanzen von 350 bis 870 Yards gewinnen konnte.
Nach den Erfolgen der beiden Jungstuten glaubte Munsey, endlich ins Gesch�ft zu kommen, aber er sollte sich abermals get�uscht haben. So zog er mit seinem Hengst aus dem Osten New Mexicos nach Farmington.
1957, im ersten Jahr, in dem Jackstraw in Farmington stand, lernte Munsey einen Pferdemann namens W.O. Nelson kennen. Nelson besa� eine Stute mit Namen Flying Bobette und lie� diese kostenlos von Jackstraw decken. Das Resultat dieser Anpaarung war ein chestnut Stutfohlen, namens Fly Strow. Und gerade dieses Pferd machte, als es auf die Quarter Rennbahnen kam, seinen Vater als unsterblich. Niemand mehr konnte ab nun Jackstraw als Speedvererber �bersehen.
W�hrend ihrer Rennkarriere von 1961 bis 1963 lief Fly Strow 53 Rennen. Sie wurde eine Top AAA Rennstute, die mit 19 Siegen, 9 zweiten und 9 dritten Pl�tzen 40.000 Dollar verdiente. Sie lief Streckenrekord �ber 400 Yards und wurde 1961 Champion Quarter Running 3-Year-Old Filly.
Im M�rz 1962 startete Fly Straw gegen den hochfavorisierten Vollbl�ter Sea Raider (TB) in einem 4.500 Dollar Match Race in Sunlake Park. Der legend�re Jockey Willie Shoemaker ritt Sea Raider, aber selbst dieser konnte gegen den Wahnsinnsspeed von Fly Straw nichts ausrichten. Die Stute gewann das 870-Yard-Rennen mit Weltrekordzeit von 44,8.
Straw Flight, eine Vollschwester von Fly Straw, war der Star aus Jackstraws 1959er-Fohlenjahrgang. Aus 66 Starts in ihrer vierj�hrigen Rennkarriere gelang Straw Flight der AAT Index mit 19 Siegen, 17 zweiten und 4 dritten R�nge mit einer Gewinnsumme von 46.202 Dollar. In Stakes Competitions gewann sie 7 Mal, wurde 7 Mal Zweite und 3 Mal Dritte.
Sie lief drei Streckenrekorde w�hrend ihrer Karriere, wurde 1962 Champion Quarter Running 3-Year-Old-Filly und 1963 Champion Quarter Running Aged Mare.
Am 26. August 1992 fand auf den Ruidoso Downs das erste Rennen, allein f�r in Neu-Mexiko gezogene Pferde, statt. Die Top 4 Finisher des Rennens waren � Nester, Trucking Straw, Sweet Straw und Miss Straw � alles Nachkommen von Jackstraw.
Pep Straw, ein chestnut Stallion, Jahrgang 1960, aus der Pepper Olla, erreichte den sagenhaften Speed Index von 100 und war Stakes-Sieger mit 10.352 Dollar. Er wurde auch zum Top 2-Year-Old von Sunland Park gek�rt.
Jack Pere (TB), ebenfalls 1960 geboren, war 1963 einer der schnellsten 870-Yard-Renner im Land.
M. Straw (TB) eine 1960 geborene Tochter Jackstraws, kennzeichnete die H�rte der Blutlinie. Am 8. September 1963 gewann sie ein Stake Race auf den Ruidoso Downs. Zw�lf Tage sp�ter gewann sie ein 6/8-Meilen-Rennen in Albuquerque. Gleich darauf wurde sie 900 Meilen nach New Braunfels, Texas, gefahren, wo sie am 28. September den 3/8-Meilen-Rekord der Vereinigten Staaten lief.
Jackstraw Jr. (TB), ein 1961er chestnut Hengst aus der Sweet Treat, erreichte einen High Speed Index von 95. Es sei dazu bemerkt, dass w�hrend der 1950er- und 1960er-Jahre auf mehreren New Mexico Quarter Horse-Rennbahnen Thoroughbreds wie Jackstraw Jr. und der ber�hmte Lena�s Bar (TB) zu ihren Fr�hjahrs-Futuritys zugelassen waren, um offizielle AQHA Rennbewertungen zu erreichen.
Generell wurde Jackstraw Jr. Vom Standpunkt der Stock Horse-Welt als einer der perfektesten Vollbl�ter aller Zeiten anerkannt. Das ebnete ihm den Weg, eine gro�artige Blutlinie f�r Halter- und Performance Quarter Horses zu begr�nden. Unter seinen Top S�hnen war auch der AAA AQHA Champion Double L Straw.
Weitere bemerkenswerte Champions aus Jackstraws 1961er Fohlenjahrgang waren Miss Straw mit Speed Index 100, Siegerstute der New Mexican State Fair Futurity 1963 beim New Mexico Park Fall Derby und Skip Straw, ebenfalls mit Speed Index 100, Superior Race Horse.
Infolge der oben beschriebenen Leistungen �nderte sich 1962 und 1963 die Situation f�r A.B. Munsey und seinen Thoroughbred Stallion. Vom Niedrigstangebot vergangener Jahre stieg die Decktaxe des Hengstes nun rapide auf 1.000 Dollar.
Angefangen mit Maggie Straw, einer vielfachen Stakes Halter- und Performance-Siegerin mit Speed Index 100, wurden 1962 und 63 eine Menge von Jackstraws S�hnen und T�chtern Renn- und Show-Sieger, darunter Straw�s Socks (SI 95), Cha Cha Dial (SI 95) und Miss Straw Hat, AQHA High Point Working Hunter1968.
1964 wurde ein weiteres Spitzenerfolgsjahr mit Speedstern wie Broom Staw, Cindy Straw, Jacaranda, Straw Doll, Straw Lil, Jet Straw und Lucky Pierre, alles Rennpferde mit Speed Index 95 oder h�her.
Obwohl alle Jackstraws als eine gut aussehende Pferdefamilie galten, stachen doch Jet Straw und Lucky Piere diesbez�glich in den sp�ten 1960er-Jahren als Halter Champions besonders hervor.
In der Fohlengeneration 1965 kam Jackstraws Tochter Sea Nymph zur Welt. Sie sollte sein All Time Leading Money Earner werden. Die chestnut Stute, aus der Dream Baby, gewann 166.420 Dollar und den Superior Race Award w�hrend ihrer Zweij�hrigen-Karriere. Sie gewann die Blue Ribbon und Sunland Park Herbst Futuritys, das Oklahoma Derby 1968 und wurde 1967 Zweite der All American Futurity.
Drei Jackstraw-S�hne, Aft Of Me, Cork�s Strawboss und Jac A Muffin, wurden 1964 geboren und jeder erreichte einen Speed Index von 95 oder h�her.
Unter Jackstraws letztem Fohlenjahrgang, der 1966 das Licht der Welt erblickte, waren 11 Rennpferde. Allen voran The Last Staw mit Speed Index 100, Troubles Straw (SI 99) und f�nf Nachkommen, die ihr Racing ROM erreichten.
Im Fr�hjahr 1965 starb Jackstraw im Alter von 23 Jahren.