Ber�hmte Quarter Horses & Vererber

Jessie James (1943 - 1971)

 

Eine Serie f�r QH-Z�chter & -Fans

�bersetzung & Bearbeitung: Heinz Langer

aus Western news 4/2002

Er mag nach einem der ber�chtigten Gesetzlosen des amerikanischen Westens benannt sein,

doch der Quarter Horse Sire Jessie James verk�rperte den Guten in der fr�hen Zeit der Cutting Horse-Szene. Tats�chlich war er alles in allem f�r viele Cutting-Trainer der 50er- und 60er-Jahre eines der gro�artigsten Cutting-Pferde jener Zeit.

Jim Reno, der bekannte Cutting Horse Trainer und Western-Bildhauer, der ihn etliche Jahre sein Eigen nannte, bemerkt dazu: "Jessie James war ein enormer Athlet, der rennen, hart stoppen und unwahrscheinlich schnell wenden konnte.

Er war ein Meister darin, seinen Kopf und Hals zu verwenden, um ein Kalb zu kontrollieren. Er arbeitete mit zur�ckgelegten Ohren und fixierte die Rinder mit seinem Schlangenblick. Seine Ohren klappe er so eng an den Hals, dass es schien, als w�rde er gar keine haben. Er arbeitete eine Kuh mehr mit seinem Kopf als jedes andere Pferd, das ich je gesehen habe.

Ich sah ihn Dinge tun, die den guten Cutting Horses von Heute entsprachen und noch mehr", setzt Reno seinen Bericht fort. "Seine F�higkeiten kannten keine Grenzen. Wenn wir Pferde damals so trainiert h�tten wie heute und wenn wir �ber das heutige Know How verf�gt h�tten, ist nicht auszudenken, wie gro�artig er h�tte sein k�nnen!"

Reno erw�hnt auch, dass Jessie James� K�rperbau der Schl�ssel zu seinen F�higkeiten war.

"Er war ein wenig kurz und etwas flach in der Kruppe und hatte extrem gerade Beine."

Reno erkannte als gro�artiger Bildhauer und Kenner der Pferde-Anatomie am K�rperbau des Pferdes �hnlichkeiten mit anderen au�ergew�hnlichen Pferde-Athleten, darunter zwei weitere Top Cutting Horses, Gandy�s Time und Lena�s Super Cool.

Jim Reno weist Jessie James in der Geschichte der Cutting Horses den Platz zu, den er verdient hat, indem er ihn mit einer anderen Sport-Legende vergleicht. "Ich hatte immer das Gef�hl, er war in der Anfangszeit des Cutting-Sports das, war Babe Ruth zu Beginn der Baseball-Zeit war. Babe Ruth war der gro�artigste Baseball-Spieler seiner Tage, sowie Jessie James das gro�artigste Cutting-Pferd seiner Zeit war. Er war mit Sicherheit ein fantastisches Individuum."

Jessie James wurde 1943 auf der Ranch von Tom Elrod in Odessa, Texas, geboren. Elrod war ein erfahrener Quarter Horse-Z�chter und Verfechter der AQHA.

Jessie James stammte von Red, einem double-breeded Nachkommen von Harmon Baker. Harmon Baker war ein Sohn von Peter McCue. Red war ein Top Conformation Horse. Er gewann 1942 und 1944 den Champion Quarter Horse Stallion - Titel in der Sand Hills Show von Odessa.

Red�s Vater Jazz wurde von dem Quarter Horse-Pionier William Anson aus Christoval, Texas, gezogen. Anson, ein englischer Gentleman, war 1890 in die USA eingewandert und z�chtete zun�chst Pferde und Maultiere f�r die britische Armee, die sie im s�dafrikanischen Burenkrieg verwendete.

Jessie James�s Mutter war Reno Mare, eine Tochter des Remount Service Thoroughbred Stallion, Reno Bay. W�hrend der 1920er-, 1930er- und 1940er-Jahre wurde es �blich, feinstes TB-Blut vom US Remount Service (der US-Kavallerie) in die Remudas und Zuchtstutenherden der Z�chter aus dem Westen einflie�en zu lassen.

Als Zweij�hriger wurde Jessie James von E. Paul Waggoner aus Vernon und Arlington, Texas, gekauft. Die Waggoners hatten immer ein Auge f�r ein gutes Pferd und E. Paul war da keine Ausnahme. W�hrend der drei Jahrzehnte seiner Z�chtert�tigkeit hatte er viele Spitzenpferde der Nation gez�chtet oder besessen.

Jesse James begann seine Karriere als Arbeitspferd auf Waggoner�s "Three D Stock Farm" au�erhalb von Arlington. Bob Burton, ein Cowboy Waggoner�s, war der Erste, der Jessie James und seinen Stallgef�hrten Poco Bueno ritt.

In der Dezemberausgabe 1975 des "Western Horseman" erkl�rt Burton: "Ich denke nicht, dass da ein Unterschied zwischen diesen beiden Pferden war, was ihre Leistung betraf. Jessie war zwar kein so starkes Pferd wie Poco Bueno - sie waren zwei unterschiedliche Pferde-Typen. Doch ich glaube, es gab kein anderes Pferd wie Jessie James es war."

Matlock Rose war der n�chste in der Kette der Cutter, die Jessie James ritten. "Bob startete das Pferd und ropte zun�chst K�lber mit ihm", erinnert sich Rose. "Dann machten sie ein wenig Bulldogging mit ihm. Ich begann Jessie zu reiten, als ich in die Dienste der Waggoner Ranch trat. Ich ropte zun�chst K�lber mit ihm, dann startete ich ihn in Cutting.

Er war eine nette Art Pferd, obwohl er etwas zum Buckeln neigte. Bob verbesserte diese Unart zwar, doch er buckelte auch danach noch ein wenig, wenn etwas Unerwartetes passierte."

Jessie neigte beim Cutten dazu, wie eine Ente zu tauchen; das war sein unnachahmlicher Stil.

"Er war eines der am besten zu handhabenden Pferde, die ich in meinem Leben ritt", f�hrt Rose fort. "Er konnte sich unnachahmlich bewegen und konnte schneller spinnen als jedes Pferd, das ich jemals geritten habe. Jessie war leicht zu reiten. Er stoppte jederzeit sofort, man brauchte nur

Whoa zu sagen. Ich ritt ihn stets mit einem alten schmalen Nasenband."

Rose verlies die Waggoner Ranch im Mai 1949, bevor er Jessie James als Cutting Horse showen konnte. Elmo Fever showte ihn einige Monate sp�ter und erreichte den ersten Platz. Das war der Beginn seiner wahren Karriere.

1950 kaufte Ben Fussel aus Eagle Lake, Texas, das Pferd von der Waggoner Ranch und showte ihn in NCHA Open Cuttings.

Im folgenden Jahr f�hrte Fussel den Hengst wieder mit Marlock Rose als Reiter zusammen.

Das Team gewann $ 7.352 und den Titel NCHA Reserve World Champion 1951, nur geschlagen von dem gro�artigen Wallach Skeeter, im Besitz und geritten von Phil Williams aus Tokio, Texas.

1953 z�hlte Jessie James zu den Top Ten in NCHA Shows. Er wurde mit einem Punkt Abstand Siebenter hinter seiner Tochter Fannie James.

Seine Karriere bei AQHA Shows war ebenfalls bemerkenswert, obwohl er fast nur in Texas geshowt wurde. Top Cutting Horse-Trainer, wie Cotton Merriott, Billy Bush, Bubba Cascio, James Boucher, Nolan Powel und Amye Gamblin, ritten Jessie James in den Wettbewerben.

Jessie James erntete seinen letzten gro�en Triumph als 18-j�hriger, 1961 bei der Houston Livestock Show mit Nolan Powel im Sattel. Er wurde NCHA Reserve Champion dieses Events.

1962 verkaufte Fussel den Hengst an Jim Reno. Das Pferd beendete damit offiziell seine Arena-Karriere mit NCHA Livetime Gewinnen von $ 18.961 und dem NCHA Bronce Award. Er errang 121 AQHA Cutting-Punkte, einen Superior Cutting-Titel, drei Reining-Punkte und einen Halter-Punkt.

1965 wechselte der Hengst abermals den Besitzer und ging an T.O. Collins aus Searcy, Arkansas, der seit langer Zeit ein Bewunderer des Pferdes war.

Sein letzter protokollierter Eigent�mer war die HCM Enterprise in Gurnee, Illinois.

Obwohl sein Ruf als au�ergew�hnliches Cutting Horse sichergestellt ist, ist sein Bekanntheitsgrad als Vererber doch begrenzt. Das liegt wahrscheinlich darin begr�ndet, das er in seiner Jugend zu wenige gute Stuten zu bedecken bekam, stand er doch diesbez�glich im Schatten von Poco Bueno, dem erfolgreichsten Sohn von King P-234, als dieser zusammen mit Jessie auf Waggoner�s Three D Stock Farm stand.

Jessie James zeugte nur 142 AQHA-registrierte Fohlen, von denen 36 AQHA-Performer waren.

16 davon bekamen ihr ROM zugesprochen, eines die AQHA Championship.

Obwohl die Liste seiner Nachkommen kurz ist, kennzeichnete Jessie James seinen Nachwuchs doch durch seine athletischen F�higkeiten, seinen Cow Sense und in vielen F�llen seine h�bsche Dun-F�rbung. Er zeugte mehr Stut- als Hengstfohlen.

Cindy James, eine Stute, 1947 geboren, war die Erste von Jessie�s Nachkommen, die ihr ROM erreichte, doch schon 1957 starb.

Dann kam RL Banjo Eyes, eine 1947 geborene Tochter, aus der ber�hmten Zuchtstute Pretty Rosalie (die Mutter von Poco Stampede und Poco Pine).

RL Banjo Eyes bekam ihr ROM 1957. Als sie zur�ck in die Zuchtstutenherde kam, gebar sie Poco Jessie, einen AQHA Champion und Superior Cutting Horse.

Mit Pretty Rosalie zeugte Jessie James auch noch eine weitere Tochter. Ihr Name war Jessie Rose, und obwohl sie nie geshowt wurde, wurde sie die Mutter von Poco Imprint, einem AQHA Champion und Superior Cutting Horse.

Poco Imprint seinerseits, zeugte Imprint�s Hope, ein AQHA Superior Cutting Horse, und Imps Double Jessie (aus der Mae of Wood, von Jessie James), der 34 Performance-Punkte erreichen konnte.

Fannie James, eine Tochter von Jessie James, die 1948 zur Welt kam, war eines seiner erfolgreichsten Show Horses. Sie bekam 1957 ihr ROM mit 26 Performance-Punkten zuerkannt. In NCHA-Bewerben rangierte sie 1952 unter den Top Ten. Sie errang ebenfalls den NCHA Bronce Award.

Fanny James war auch die Gro�mutter von Fanin Sugar, der 1988 NCHA Super Stakes Classic Champion und Gewinner von mehr als $ 90.000 Preisgeld wurde.

Martin�s Jessie, ein 1961 geborener Dun-Hengst, war der einzige Sohn Jessie James�, der eine AQHA Championship erwarb. Er bekam diesen Titel im Jahr 1965 und wurde im n�chsten Jahr Superior Cutting Horse.

Unter den Top Ten in Cutting platzierte sich Martin�s Jessie 1972 als Siebenter mit einem Gesamtpreisgeld von $ 6.260. Ihm wurde auch der NCHA Award verliehen.

Jessie�s Pride war Jessie James�Top Halter Horse mit 44 Punkten.

Weitere Top Performer in der Reihe von Jessie James� Nachkommen waren Jaime Jess mit 56 Punkten, Red Miller James mit 34, Mae Wood und Mae James mit 34 Punkten.

Im Besitz von T.O. Collins zeugte Jessie James weitere Spitzenpferde, darunter Collins James, Collins Jessie, Daisy James und Collins Daisy.

Collins James wurde von Matlock Rose in Cutting trainiert und von Sam Rose, Matlocks Sohn bei der NCHA Futurity 1972 geshowt. Dieser Hengst wurde der Vater von Dot�s Jessie, der 1980 AQHA World Champion Senior Reining Horse und 1983 AQHA World Champion Senior Working Cow Horse wurde.

Daisy James und Collins Daisy waren ROM Performance Horses.

Obwohl Collins Jessie nie geshowt wurde, erwarb er sich doch einen Ruf als Vererber. Unter den Top Horses seiner Nachkommen waren Jess Ta Lady, die AQHA High Point Cutting-Stute von 1979 und Jess An Impression, ein AQHA Champion mit mehr als 131 Leistungspunkten.

Obwohl Jessie James mehr T�chter als S�hne produzierte, wurden die meisten davon mehr als Reitpferde denn als Zuchtpferde gesch�tzt. Nur 27 Tiere seiner Nachzucht wurden von der AQHA als Zuchtpferde registriert.

Mae Jessie, 1954 geboren, brachte zehn Fohlen zur Welt, und zwar von Poco Red Ant, einem Sohn Poco Bueno. Sechs dieser Fohlen wurden AQHA Performance Point Earners: Red Ant�s Lil, AQHA Champion; Red Ant�s Jessie mit 17 Performance-Punkten; Red Ant�s Emmy, mit 10 Leistungspunkten; Red Copoco mit 4 Punkten; und Red Ant�s Shane mit 3 Youth Performance Points.

Suzyque James, von Jessie James, zeugte vier AQHA Performance Earners, darunter Jessie James Leo, das AQHA Honor Roll Cutting Horse von 1970.

Esoba James war die Mutter von Traildust Toby, einem Youth Superior Western Horsemanship Horse und Youth Superior Trail Horse. Dieser vorsichtig arbeitende Enkelsohn von Jessie James erwarb 315 Youth Working Points und 57 Open Working Points.

Jessie James starb 1971.

Er bleibt allen als gro�artige Cutting Horse-Pers�nlichkeit in Erinnerung. Seinen unverwechselbaren Stil konnte niemand vergessen, der ihn jemals gesehen hat. Er sicherte die Anerkennung von mehr Top Cutting-Trainern, als jedes andere Pferd.

Obwohl er nicht so viele Fohlen wie andere ber�hmte Working Horses zeugte, bleibt er ein Meilenstein in der Geschichte der Quarter Horse-Zucht.

Pedigree:

Harmon Baker

Jazz

Jim Ned Mare

Red

Louis Farr

Red Dame

Johnnie Mare

Jessie James (1943 - 1871)

Captain Ray (TB)

Reno Bay (TB)

Flora McGin (TB)

Reno May

Old Salty

Eidson Mare

Unknown