Man of Tradition � Bobby Ingersoll
Text: Jennifer Forsberg Meyer,Heinz Langer, �bersetzung: Sonja Gr�nauer
Er tr�umte von der Weltmeisterschaft in der Snaffle Bit Futurity, dann dominierte er diese bereits in jungen Jahren. Heute ist der Name Bobby Ingersoll ein Synonym f�r traditionelle Vaquero Horsemanship. Mit seiner St�rke in Meisterschaften muss man immer noch rechnen.
Brachten wir in der letzten Ausgabe der WN (5/05) eine kleine Geschichte �ber John Hoyt, der mit dem Beginn der Westernreitszene in �sterreich in engem Zusammenhang steht, so m�chten wir diesmal noch ein St�ck weiter zur�ckgreifen. Wir berichten �ber einen ber�hmten Horseman aus Kalifornien, der vor allem durch seinen eifrigen Sch�ler Franz H�bl, jedem von uns als Richter und Trainer wohlbekannt, gro�en Einfluss auf die heimische Westernreiterei der Anfangsjahre hatte. Er brachte uns damals den sanften Stil des Reitens (Hackamore-Reiterei) nahe, den Stil, den man in der landl�ufigen Englischreiterei immer wieder vermisste. � Ein Segen f�r Pferde und Reiter!
Danke, Franz H�bl, f�r die langj�hrige Vermittlung der Kenntnisse des gro�en Horseman Bobby Ingersoll, dessen Methode der Pferdeausbildung in unserer schnelllebigen Zeit leider in den Hintergrund getreten ist.
Vor 30 Jahren erbrachte Bobby Ingersoll eine Leistung, die nie jemand mehr wiederholen konnte. Er war der einzige Dreifachsieger in der Reined Cow Horse Geschichte, gewann nicht nur die World Championship Snaffle Bit Futurity, sondern auch die Bridle Horse Sweepstakes und die Hackamore Maturity innerhalb einer Woche. Damals besiegte er bekannte Pferdeleute wie Tony Amaral, Les Vogt, Greg Ward und viele andere.
Es war ein angemessener Sieg eines Mannes, der aufgrund seiner altehrw�rdigen Vaquero-Methode bei der Cow Horse-Arbeit bekannt wurde. �Er ist ein starker Vertreter der alt-spanischen Reitweise und des Trainings�, erz�hlt World Champion Trainer/Clinician Les Vogt �ber seinen langj�hrigen Freund. Ingersolls Erfolge brachten ihm einen Platz in der Hall of Fame der National Reined Cow Horse Association ein. Er ist weit �ber die Wettkampfarena hinaus bekannt. Im Alter von 66 Jahren reitet der Trainer noch 10 bis 15 Pferde am Tag und macht das, was er am liebsten tut: Pferde so ausbilden, dass jeder sie reiten kann.
Der Mann, den man besiegen will
Diejenigen, die Ingersoll am besten kennen, beschreiben ihn als modernen Will Rogers. �Er liebt es, Geschichten zu erz�hlen, er liebt den Westen und er hat auch viel Humor�, erkl�rt Millard Strohn, den Bobby trainierte und der auch seine Pferde bei Bobby trainieren lie�. Ingersolls Gesichtsausdruck ist ernst, wenn er mit Pferden spricht. Sein Markenzeichen jedoch ist sein spitzb�bisches Grinsen, an das sich die Menschen immer gerne erinnern. �Wenn man ihn nicht mag, dann mag man andere Menschen auch nicht�, sagt World Champion Trainer Benny Guitron, der mit Ingersoll in den fr�hen 70er-Jahren gelernt hat. �Er hat einfach ein �All American Boy�-Charisma und ein k�mpferisches Denken. Er mag zwar jetzt schon etwas k�rzer treten, aber er hat sein Leben lang immer Top-Platzierungen erreicht�, sagt California Trainer Ronny Richards, der seit seinen Jugendjahren zur Konkurrenz von Ingersoll z�hlt.
�Leider wissen viele junge Leute nicht mehr, wie gut Bobby wirklich ist.� Oder wie er bereits in fr�hen Jahren die Snaffle Bit Futurity komplett dominierte. In der Tat war sein Spitzname in den 70er-und 80er-Jahren �Mr. Snaffle Bit�, nicht nur weil er diesen Event ins Leben rief, sondern weil er die meisten Open Futurity-Finalisten qualifiziert und die Weltmeisterschaft drei Mal gewonnen hat. �Ich werde nie seine Arbeit mit Doc N Missy vergessen�, sagt Vogt wehm�tig und denkt an Ingersolls denkw�rdige Cow Work-Vorf�hrung bei der Futurity 1978, die er auch gewann. �Er hat seine Pferde niemals in eine Wendung gezogen. � Sie stoppten gerade und hart und wendeten dann korrekt. Bobbys Fence Turns sind die echtesten, die man bisher je gesehen hat. Und er ist immer noch der Reiter, der bei einem Cow Horse Event am schwersten zu besiegen ist�, sagt der Trainer. �Wenn Bobby auf dem richtigen Pferd sitzt und sich vorgenommen hat, zu gewinnen, dann ist er mit einem Elektrizit�tswerk vergleichbar.�
Der Reiner und Reined Cow Horse Trainer John Slack, der Ingersoll bereits als Kind bewundert hat, stimmt dem zu. �Bobby ist ein Meister. Bereits als Kind sammelte ich jeden Zeitungsartikel von ihm. Mein erstes Reined Cow Horse, R.C. Rocket, war ein Pferd, das Ingersoll trainiert hatte�, erz�hlt Slack. �Ich w�re gerne so wie er.�
Ingersoll sagt, dass die Trainingsmethode, f�r die er so bewundert wird, bestimmte Prinzipien hat. �Die Pferde der fr�heren spanischen Vaqueros hatten einen harten Job�, erkl�rt er. �Sie mussten sich auf nat�rliche Art und Weise bewegen, aber trotzdem kontrolliert sein. Sie waren sensibel genug auf die Trense und reagierten hervorragend auf den Einsatz von Sporen. Es dauerte eine lange Zeit und man brauchte viel Geduld, um solche Pferde auf traditionelle Art und Weise auszubilden � beginnend mit der Snaffle Bit-Arbeit, mit dem �bergang zur Hackamore, bis man schlie�lich die Stufe der Bit-Z�umung erreichte. Nicht viele Trainer wollen sich heutzutage noch genug Zeit daf�r nehmen.
Die H�lfte der heutigen Reining-Pferde hat in ihrem Leben noch nie ein Hackamore gesehen. Die Menschen tendieren heutzutage eher zu Abk�rzungen. Da Ingersoll jedoch anders ist, sind alle seine Pferde korrekt eingeritten und sensibel im Maul. Zuschauer aus seiner 25-j�hrigen Trainerlaufbahn sind immer noch verbl�fft, wenn sie ihn ein herrliches athletisch gebautes Pferd reiten sehen, das keinerlei Zaumzeug tr�gt. In der Tat ist ein von Ingersoll trainiertes Pferd ein absolut verl�ssliches Gebrauchspferd, so wie die beiden Snaffle Bit Futurity-Finalisten, die er in den fr�hen 70er-Jahren ritt. �Es war auf der Ranch meines Vaters�, erinnert sich Strohn. �Die Pferde hie�en Charlie Dial und Leocita Chex (das Pferd, das Bobby in der erstem Futurity Championship bereits erfolgreich startete). Diese Pferde wurde noch nie zuvor in einer Arena geroped, aber sie waren so gut geritten, dass Bobby sie so reiten konnte, wie er es wollte.� Und er hatte Erfolg damit!
Wunderkind
Robert Carl Ingersoll wurde 1939 im Cow Country von Nevada City, Kalifornien, als �ltestes von drei Kindern geboren. Sein Vater Robert Vernon Ingersoll war von South Dakota nach Nevada City gezogen, um dort in den Goldminen zu arbeiten. Seine Mutter Mabel folgte ihrem Mann kurze Zeit sp�ter. Die Familie �bersiedelte dann nach Rio Linda, au�erhalb von Sacramento, weil sie dort besondere Jobm�glichkeiten hatte.
Der alte Ingersoll hatte immer eine kleine Anzahl an guten Pferden. 1950 kaufte der 11-j�hrige Bobby bei der w�chentlichen Zuchtauktion in der N�he von Elk Grove einen roan-f�rbigen Wallach. Der junge Pferdenarr schloss sich dem Greenies Drill Team an, das von der bekannten Trainerin Betty Greene geleitet wurde. �Ich war der �lteste im Team, daher war ich der Kapit�n�, erinnert sich Ingersoll. �Wir nahmen an Horse Shows teil, und schon bald war ich voll in das Showgeschehen integriert, startete bei Pferde-Events und entwickelte mich dann Richtung Western Pleasure, Trail und die anderen Sparten des Western-Reitsports weiter.�
Ingersoll erz�hlt, dass er in diesen Jahren von Hutch Hutchison, einem lokalen, ans�ssigen Trainer, sehr viel lernte. Er arbeitete auch f�r den Quarter Horse Trainer Ralph Corpe, indem er den Stall ausmistete und auch noch vor der Schule die Pferde f�tterte. Mit 15 legte er eine schriftliche Pr�fung zum Stallmeister ab, bestand auch den reiterlichen Teil der Pr�fung und wurde dadurch der Western Horsemanship Champion-Boy der California State Horsemen�s Associaton.
Kurz danach begann er mit dem professionellen Training in den Sparten Westen Pleasure und Trail. Bill Baumer, der sp�ter erster Manager der Snaffle Bit Futurity wurde, war sein erster Kunde.
�Dann entdeckte ich die Stock-Horses�, erinnert er sich. �Mein Vater kaufte von Bill Howard einen netten Wallach f�r mich und ich gewann mit ihm beim Clemens Stampede die offene Hackamore-Klasse.� Die kalifornische Legende Mac McHugh half dem jungen Pferdefreund bei seinen Anf�ngen in der Hackamore-Klasse. Ingersoll lernte auch viel von den Cutting- und Cow Horse-Profis Tony Amaral und Don Dodge und auch von Dodges Frau Barbara Worth.
Ingersoll spezialisierte sich auf Cutting. �Mary Harbison nahm mich unter ihre Fittiche�, erinnert er sich, �und ich kaufte eine Stute von ihr � Miss Foxfoot. Wir gewannen die Novice Cutting-Klasse in Oakdale gleich bei unserem ersten Start und schlugen dabei sogar Don Dodge mit Poco Lena.�
Der junge Horseman begann, f�r den legend�ren Quarter Horse-Z�chter Bill Howard zu arbeiten, und startete Nachzuchtpferde von Poco Bueno, wie beispielsweise Poco Nadine und Poco Deuce Junior. �Ich machte 22 Pferde von Howard und McNabb zu American Quarter Horse Association Champions�, erinnert er sich.
1960 heiratete Ingersoll Sue Anderson, 1963 � in dem Jahr, in dem sein Sohn Scott geboren wurde � �bersiedelte die kleine Familie in den Norden nach Live Oak und Ingersoll trainierte dort f�r die Z�chterin Joane Soso. Sue startete einige Pleasure-Pferde und organisierte die gesch�ftlichen Teile der Trainings-Kooperationen, eine Funktion, die sie heute auf der Ranch in Pleasant Grove immer noch aus�bt, wo Bobby Ingersolls Trainingsstall seit 1965 beheimatet ist.
Ingersoll trainierte bereits am Anfang seiner Laufbahn viele erfolgreiche Non-Pro- und Junior-Reiter. Mitte der 70er-Jahre wurde sein Stall zur California Reined Cow Horse Association (die sp�ter die National Reined Cow Horse Association wurde). Seine jungen Eleven zeigten in der Junior Stock Horse Championship und der Snaffle Bit Futurity immer hervorragende Leistungen. 1976 gewann sein damals 13-j�hriger Sohn Scott die h�chste Klasse und besiegte die meisten �lteren Reiter.
�Bobby hat eine besondere Gabe zu unterrichten�, sagt Strohn, der, seitdem er von Bobby unterrichtet wurde, immer wieder Non-Pro Championships gewinnen konnte. �Er kann dir erkl�ren, was du tun sollst, und vor allem erkl�rt er, warum du es tun sollst. Es gibt viele gute Trainer, aber nicht viele gute Lehrer.�
Ingersoll war Mentor f�r Lehrlinge wie Ian Chisholm und Gary Bellenfant � heute sehr bekannte Namen in der Cuttingszene � und er verhalf ihnen zu ihrem Ruhm in der Pferdeszene.
Cow Palace King
Ingersoll selbst triumphierte bei allen wichtigen Reined Cow Horse Events, besonders in beliebten und vor allem wichtigen Klassen bei der Grand National Horse Show im Cow Palace in San Francisco.
�Bobby ist einer der besten Reiter, die ich je gesehen habe�, sagt Vogt. �Es ist eine Kunst, sein Reitk�nnen zu pr�sentieren, da man als Zuseher kaum realisiert, wie er das macht.�
Gro�e Pferde werden in Zusammenhang mit Ingersoll genannt, beispielsweise Leocito Chex, sein erster Snaffle Bit Futurity Champion; Docs Abe, ein Snaffle Bit Futurity Finalist, der danach die Hackamore Maturity und mehrere CRCHA Meisterschaften gewann; sein �Dreifachsieger� von 1975 � Hanky Panky, der Briddle Sieger Burnt Girl und Hackamore-Sieger D�Or Sugar Spice und sein Futurity Sieger 1978 � Doc N Missy (die Mutterstute des sensationellen Cutting-Pferdes Miss N Cash � Vater Dash for Cash). Einer von Ingersolls Favoriten und wohl das beste Reined Cow Horse, das er je geritten ist, war Royal Cutter.
Der buckskin-farbene Wallach wurde von Don Dodge und Non-Pro-Eigent�mer Ken Sutton trainiert und gewann die offene Klasse der Snaffle Bit Futurity 1972. Sutton gewann sp�ter auch die Hackamore- und Bridle-Meisterschaft. Und dann begann Ingersoll, dieses talentierte Pferd in diversen Shows zu starten, bei 22 Starts errang er 21 Siege.
Obwohl Ingersoll auf Quarter Horses aus der Doc Bar-Linie un�bertroffen war, ritt er Pferde aus vielen verschiedenen Zuchtlinien und war jeder Blutlinie gegen�ber offen. �Ich mag gute Pferde, egal wo und von wem sie gez�chtet wurden�, sagt er. Besonders positiv spricht er �ber die Stute Cathouse Thursday, die zur H�lfte ein Welsh Cob-Pony ist und von einem Leo San-Hengst abstammt. In den sp�ten 70er-Jahren war der Trainer mit ihr vier Mal in der Pacific Coast Cutting Horse Association Futurity platziert und gewann mit der Stute auch die mit 3000 $ dotierte Novice Division der National Cutting Horse Association.
Ein weiterer unscheinbarer Stern war Cougar, ein Kiger-Mustang aus einer seltenen Generation von Wildpferden in Oregon. �Ich wollte schon immer ein Wildpferd trainieren�, erkl�rt Ingersoll. �Ich wollte meine Methode an Pferden aus spanischen Z�chtungen ausprobieren. Unsere eigenen Quarter Horses stammen von spanischen Berbern und wurden mit Steeldust-Stuten gekreuzt.� Die Kiger-Z�chtung in den Farben dun, grulla oder buckskin mit Aalstrich stammt eigentlich aus der spanischen Linie.
In den Land Management Adoption Korrals in Burns/Oregon entdeckte Ingersoll einen J�hrling, der ein anderes Pferd leitete. �Er arbeitete das andere Pferd so, als w�rde er Rinder cutten und verleitete es zu unterschiedlichen Wendungen�, erinnert sich Ingersoll, der das junge Pferd um 125 $ kaufte, um es danach f�r Reined Cow Horse-Bewerbe zu trainieren. �Er war so unglaublich geduldig mit dem jungen Pferd, das sich anfangs nicht einmal ber�hren lieߓ, sagt Jim Fox, ein langj�hriger Kunde von Ingersoll. �Das Pferd wurde so zahm, dass es ihm sogar die Hand ableckte, wie es ein Hund tut�, erinnert sich Sue. Mit Cougar gewann Ingersoll einen Snaffle Bit-Bewerb in Paso Robles/Kalifornien und vers�umte das Finale der World Championship Snaffle Bit Futurity nur um einen Punkt. Heute unterh�lt der Mustang die Besucher des Kentucky Horse Parks in Lexington.
Ingersolls Verhalten bei Pferden ist etwas Besonderes. Seine Einstellung lautet �Ich habe alle Zeit der Welt f�r dich.� �Er liebt seine Pferde�, best�tigt seine Frau. �Er widmet sich ihnen hingebungsvoll und versteht Menschen nicht, die nicht genauso wie er denken.� �Ich habe noch nie gesehen, dass er schlecht mit einem Pferd umgegangen w�re�, best�tigt Fox. �Einmal t�nzelte ein Pferd die ganze Zeit und ging auch r�ckw�rts und versuchte, Bobby an den Zaun zu dr�ngen. Bobby blieb cool und arbeitete ganz ruhig mit dem Pferd weiter.� �Seine Pferde lieben auch ihn�, bemerkt Joanne Pickard, deren Kit Skeeto 1991 von Ingersoll in die NCHA Top 10 geritten wurde. �Er sagt immer, wenn ein Pferd dich mag, dann arbeitet es f�r dich.�
Er bietet gewissenhafte Sorgfalt bei den Pferden, mit denen er arbeitet. Carolyn Oswald, eine langj�hrige Kundin, die von Ingersoll Jungpferde sowohl f�r Reined Cow Horse- als auch f�r Cutting-Bewerbe ausbilden lie�, sagt: �Er ist absolut gr�ndlich in jeder Arbeit, die er mit einem Pferd macht. Vor allem kommen die Pferde t�glich aus dem Stall.� Strohn meint, dass Ingersolls �bergenaue Arbeit die Pferde frisch h�lt. �Greg Whalen, ein Top-Z�chter und Showman erz�hlte, dass man ohne vorherige Sichtung ein Pferd von Bobby in einer Halter-Klasse pr�sentieren konnte, da diese Pferde fit und gut bemuskelt waren und ihr Haarkleid einwandfrei war. Es gibt nicht viele Leute, �ber die er diese Meinung hat.� Ingersoll ist �bergenau, was die feinen Details angeht. �Sein Sattelzeug ist sauberer als jenes der anderen�, erkl�rt Vogt. �Ich habe sogar einmal eine Poliermaschine und Politur gekauft, um zu versuchen, meinen Sattel genauso sch�n aussehen zu lassen wie jenen von Bobby.�
Es ist nicht �berraschend, dass Ingersoll sehr treue Kunden hat. �Man muss sich keine Sorgen machen, dass sein Pferd nicht geritten wird�, sagt Fox. �Wenn man sich bei Bobby umsieht, sieht man nichts anderes als Sattelpads.� Man sch�tzt auch seine Ehrlichkeit. �Wenn dein Pferd nicht talentiert genug ist, dann sagt er dir das�, erz�hlt Oswald. Art Haskins, der mit Ingersoll gemeinsam Besitzer von Tangys Classy Peppy, Gewinner von 100.000 $ bei Cuttingbewerben war. Er erkl�rt, dass Bobby der einzige Trainer ist, von dem er mit Handschlag ein Pferd kaufen w�rde.
Diskretion ist eine weitere wertvolle Eigenschaft von Ingersoll. �Er sagt niemals schlechte Dinge �ber jemanden�, erz�hlt Fox. �Man kann ihn auch auf Al Capone ansprechen und er w�rde sagen �sicher� er hat die Leute auch auf eine Runde Bier eingeladen.�
Zuh�ren
Auf der anderen Seite ertr�gt Ingersoll jedoch keine Dummheiten. �Er erwartet von dir, dass du ihm Aufmerksamkeit schenkst und dir das, was er dir beibringt, auch merkst�, erkl�rt Strohn. �Wenn du anfangs noch nicht viel Wissen hast, macht ihm das nichts, aber er erwartet Lernwillen von dir.�
Ingersoll ist auch gereizt, wenn seine Sch�ler nicht ihr Bestes geben. Eine langj�hrige Sch�lerin von ihm, Arlene Kimura Imoto, erz�hlt eine Geschichte �ber ihren Bruder, Tim Kimura, heute einen international bekannten Trail-Parcours-Bauer. �Tim war bei Bewerben gro�artig, daheim jedoch nicht�, erinnert sie sich. �Das machte Bobby verr�ckt. Er fragte meinen Bruder: �Bist du im richtigen Galopp?� Tim lehnte sich nach vor, um dies nachzupr�fen, und sagte �Oh, ich glaube nicht!� Entnervt sagte dann Bobby �Du machst mich fertig.��
Er ist sehr �berzeugend, wenn er �ber etwas spricht, was ihm wichtig ist � wie z.B. �ber die Reined Cow Horse-Traditionen � und er liebt diese. Manche NRCHA-Regel�nderungen haben nicht unbedingt seine Zustimmung gefunden. �Heute kann man ein Pferd mit Zaumzeug reiten, es mit Zaumzeug showen � und immer noch mit Hackamore in den Bewerb gehen�, sagt er. �Die Originalregeln hatten bestimmte Gr�nde. Schwere Z�ume k�nnen das noch empfindliche Maul eines Jungpferdes stumpf machen � in diesem Alter eher mit Hackamore zu reiten, ist weitaus schonender f�r die Pferde.�
Er ist auch nicht gl�cklich mit dem Reining-Schwerpunkt bei den Reined Cow Horse Events. �Wir haben das wahre �Cow Horse� verloren�, klagt er. �Reined Cow Horse ist angeblich ein Cowboy-Event und das Stoppen und die Wendungen haben einen bestimmten Grund, n�mlich ein Rind zu arbeiten. In den heutigen Reining Patterns gibt es zu viele Unterbrechungen. Eine Kuh wird nicht auf dich warten. Die fr�here Cow Horse-Arbeit war aufregend. Heute unterbricht man immer wieder und bereitet das Pferd auf das n�chste Man�ver vor � das ist nicht mehr spannend. Ich w�rde es lieber sehen, wenn man beim Richten nicht mehr so viel Augenmerk auf den Reining-Anteil legen w�rde.�
Gl�cklich dar�ber
Ingersoll ist nicht oft ohne seine Pferde anzutreffen. Wenn man ihn ohne seine Pferde antrifft, dann meistens f�r einen Campingausflug am Weber Lake in der Sierra Nevada n�rdlich vom Lake Tahoe. Er und Sue haben diesen Platz dank guter Freunde, Duane Pettibone und seiner Frau Linda, entdeckt. Jedes Jahr verbringen die Ingersolls dort eine sch�ne Zeit. �Ich liebe das Ger�usch des Wassers und des Windes, der durch die Pinien streicht. Ich liebe es, mit meinem Enkelsohn Cade zu spielen�, verr�t Ingersoll. Sein Interesse an der indianischen Kultur hat ihn angespornt, ein Tipi aufzustellen.
�Er hat ein sehr gro�es Interesse an indianischen Weisheiten und Lebensweisen�, erz�hlt ein langj�hriger Freund und Trainer, Ronnie Richards. �Eines Tages, als wir am See waren, entdeckte er auf der anderen Seite einen Adler. �Lass uns hin�berrudern und dort hinaufklettern, wo wir den Adler gesehen haben�, sagte Bobby. �Es hei�t, man hat eine Vision, wenn man so etwas macht.� Die Leute lachten ihn wegen seiner indianischen Interessen aus, aber er glaubt daran, wie an alles, von dem er �berzeugt ist.� In der Tat sind Ingersoll die richtigen Werte besonders wichtig. Vogt hat einmal zu ihm gesagt, dass Ingersoll die Pers�nlichkeit und die entsprechende Gesch�ftst�chtigkeit hat, um Millionen durch seine Clinics zu verdienen. �Er sah mich an und sagte �Ich liebe meine Pferde und ich reite sie gerne � aber ich mache es nicht wegen des Geldes.��
Diese sentimentale Aussage �berrascht eigentlich niemanden, der Bobby Ingersoll gut kennt.
Dossier: Bobby Ingersoll
Geboren: Nevada City, Kalifornien; 30.Mai 1939
Derzeitiger Wohnort: Pleasant Grove, Kalifornien
Beruf: professioneller Horseman
Wichtigste Erfolge:
3 Siege in der World Championship Snaffle Bit Futurity: 1970, Leocita Chex; 1975, Hanky Panky; 1978, Doc N Missy
3 x WCSBF Reserve Championships: 1977, Docs Moselle; 1984, Ole Zan Tucker; 1985, Oak Be Great.
Mehrere Siege bei den WCSBF-Meisterschaften in Bridle- oder Hackamore-Bewerben. Siege in Bridle-Bewerben: 1975, Burnt Girl; 1978 und 1982, Royal Cutter; 1984, Rub A Dub Doc. Siege in Hackamore-Bewerben: 1973, Docs Abe; 1975, D�Or Sugar Spice; 1979, Hobbys Tic Tac; 1984, Doc Olenas Mark; 1988, Borrego Lena.
Er ist der einzige Reiter, der dreimal in einem Jahr das WCSBF gewonnen hat. 1975 Futurity Championship mit Hanky Panky. (1984 erreichte er fast noch einmal das Ziel: Der Verlust nur eines Punktes verhinderte seinen zweiten 3-fach Sieg innerhalb eines Jahres.)
Mehrfache Siege in anderen Snaffle Bit Futurities, wie die Meisterschaft in Oregon 1979, Arizona 1982, Kalifornien (Burbank) 1982 und Nevada (Reno) 1990.
Mehrfachsiege bei der Grand National Horse Show im San Francisco Cow Palace, der Hackamore Championship 1970 und 1971, der Stock Horse Championship 1978 und 1979.
All-Around Stock Horse Champion 1974 mit Rub A Dub Doc und Reserve Champion 1979 mit Pats Star Deck.
Eingef�hrt in die National Reined Cow Horse Association Hall of Fame, 1996.
Gewinne bei der National Cutting Horse Association von 226.000 $. Unter anderem Siege wie: NCHA World Champion 3.000 Novice Horse, 1983, mit Cathouse Thursday; NCHA Reserve World Champion 1.500 Novice Horse, 1983 mit Dox Holey Sox; NCHA Top-10-Jahres-Finale im Open Cutting 1991 mit Kit Skeeto; Northwest Cutting Horse Futurity Open Champion 1993 mit Tangys Classy Peppy; Pacific Coast Cutting Horse Futurity Open Champion 1994 mit Miss N Jubilee; Northwest Cutting Horse Derby Open Champion 1994 mit Tangys Classy Peppy; Steamboat Springs Derby Reserve Open Champion 1998 mit Little Sabe Mucho.
Er machte 22 Pferde zu American Quarter Horse Association Champions.
Mentoren: Tony Amaral, Don Dodge, Mary Harbison, Hutch Hutchison, Mac McHugh.
Sch�ler: Gary Baumer, Gary Bellenfant, Pat Cassidy, Ian Chisholm, Bob Gonsalves, Gary Gonsalves, Benny Guitron, Doug Ingersoll (Bobby�s Bruder), Bob Knudson, Paul Michel, James Milum, Mike Swan, Tim Stewart, Ken Wold.
Familie: Ehefrau Sue, Sohn und Schwiegertochter Scott und Jennifer Ingersoll, Enkelsohn Cade, Bruder Doug Ingersoll, der auch ein anerkannter Pferdetrainer ist, Schwester Betty Sanchez.