PFERDESAMARITER

Die Ausbildung zum Pferdesamariter

Die Ausbildung zum Pferdesamariter ist bereits seit 1996 etabliert. Infolge der intensiven und vor allem praktischen Ausbildung für die Zielgruppe Reiter/Fahrer/Reitstallbetreiber erfreut sich diese Veranstaltung des Landesfachverbandes seit Jahren einem ungebrochenen Interesse. Mittlerweile wurden mehr als 400 PferdesamariterInnen ausgebildet und diese stehen zum Wohle der Pferde erfolgreich im täglichen Einsatz.

Als Teilnahmevoraussetzung genügt die Qualifikation Reiterpaß.  Die durch die österreichische Ausbildungs- und Prüfungsordnung" (ÖAPO) vorgegebenen Lehrinhalte werden dabei im engen Teamwork mit zwei Tierärzten in 3 Ausbildungstagen theoretisch und praktisch an Modellen wie auch an lebenden Pferden erarbeitet und mit einer kommissionellen Prüfung abgeschlossen. Ziele sind das qualifizierte Beherrschen von Notfallsituationen bei Pferden bis zum Eintreffen eines Tierarztes, die kompetente Assistenz bei tierärztlichen Notfallmaßnahmen (Verbands-, Infusions- und Lagerungstechnik, zur Bergung verletzter oder in Not geratener Pferde sowie die sachkundige Begleitung beim Transport von kranken oder verunfallten Tieren. Theoretische Grundlagen über die funktionelle Anatomie und Physiologie des Pferdes, über akute Krankheitsbilder, den Tierschutz und andere im Zusammenhang stehende Themen werden vermittelt.

Abgesehen davon, dass aus Erfahrung etwa 15-20% der Absolventen sich dieser Ausbildung zum Zweck eines späteren Einsatzes bei einem Turnier unterziehen, ist vor allem das Interesse gegeben, das Wissen rund ums Pferd zu erweitern und damit insgesamt mehr "horsemanship" zu erlangen. Selbstverständlich soll und wird damit nicht in tierärztliche Kompetenzen eingegriffen. Wer es also genau wissen möchte bzw. seinem oder anderer Pferd auch persönlich die richtige Betreuung in (Not-)Fällen angedeihen lassen will, der ist hier richtig! Auch Reit(einstell)betriebe setzen zunehmend auf diesen kundenfreundlichen Service, durch einen optimalen Gesundheitsdienst (Tierarzt-Pferdesamariter) entsprechend zusätzliche Qualität im betrieblichen Management zu bieten.

Die gesamte Ausbildung umfasst 27 Lehreinheiten und endet mit einer Prüfung. Der Pferdesamariter muss mindesten einmal jährlich einen einschlägigen Einsatz (Praktischer Einsatz) und einen theoretischen Fortbildungsnachweis erbringen.

Auszug aus dem Ausbildungsregulativ 2004 des Bundesverbandes für österreichische Pferdesamariter

Lehrinhalt

Lehreinheiten Kurs 1
Anatomie 2 Std.
Physiologe 2 Std.
Das verletzte Pferd 1 Std.
Die Lehre von den Verletzungen 1 Std.
Verbandstechnik 1 Std.
Praktische Übungen (Bergen, Absatteln, Abschirren, Absichern einer Unfallstelle, Einleiten einer Rettungskette, Verbände am Pferd, Rettungsfahrzeug für Pferde, Verladen eines verletzten Pferdes) 2 Std.
Tierschutz 1 Std.
Diskussion
Lehreinheiten Kurs 2
Kolloquium über den ersten Kursteil 2 Std.
Krankheiten des Pferdes 3 Std.
Material-, Instrumenten-, Verbandskunde 2 Std.
Notfall Labor 1 Std.
Die Lehre vom Schock 1 Std.
Die Lehre von den Wunden 1 Std.
Praktische Übungen 3 Std.
Verhalten im Notfall, Rettungsmaßnahmen 1 Std.
Giftpflanzen, Vergiftungen 1 Std.
Notfallmanagement 1 Std.
Sterbende Pferde und Nottötung 1 Std.

Weiter Infos: tierarztdr.kaun@aon.at

Link zum OEPS/Ausbildungsregulativ