Reiter und Jger...

Teil 2

kosystem Wald: Wald und Wild heute

Biotop [griech.], Lebensraum, von einer Lebensgemeinschaft (Bioznose) oder einer bestimmten Organismenart besiedelter Lebensraum (Moor, Wald, Wiese) innerhalb eines kosystems. Ein Biotopschutz ist die notwendige Voraussetzung fr einen wirksamen Artenschutz.

Bioznose [griech.], Lebensgemeinschaft, die den belebten Teil eines kosystems ausmacht und mit ihrem Lebensraum (Biotop) eine aufeinander angewiesene Einheit bildet.

Flora die; Floren [lat.] Pflanzenwelt eines Gebietes

Fauna die Tierwelt eines bestimmten, begrenzten Gebietes

Das kosystem Wald

Im kosystemen Wald zeigt sich, dass smtliche in ihm lebenden Lebewesen durch direkte oder indirekte Beziehungen miteinander und mit ihrem Biotop verbunden sind. Wenn der Mensch diese Wechselbeziehungen, Abhngigkeiten und Zusammenhnge bei seinen Eingriffen in den Naturhaushalt nicht ausreichend bercksichtigt, so kann es zu schweren, oft irreversiblen und unerwarteten Schden kommen. Im kosystem sind der Energiekreislauf und der Stoffkreislauf zu unterscheiden. Die gesamte Energie, die eine Lebensgemeinschaft braucht, kommt von der Sonne. Nur die grnen Pflanzen knnen durch ihre Fhigkeit der Assimilation mit Hilfe der Sonnenenergie aus anorganischen Stoffen (Kohlenstoff, Wasser, Mineralstoffe) eine organische, energiereiche Krpersubstanz neu aufbauen. Die energiereichen Pflanzen dienen den pflanzenfressenden Tieren als Nahrung, und die Pflanzenfresser werden wiederum von den Fleischfressern als Nahrungsquelle (Energieaufnahme) genutzt. Die von der Sonne ausgehende Energie fliet gleichsam durch diese Nahrungskette durch und wird dabei verbraucht.

Auf jeder Stufe der Nahrungskette wird viel Energie verbraucht (Energieverbrauch durch Bewegung, Erhaltung der Krpertemperatur bei warmbltigen Tieren, Atmung von Pflanzen und Tieren usw.). Deshalb gibt es auch viel mehr Biomasse an Pflanzen als an Pflanzenfressern und auch wesentlich mehr Substanz (Biomasse) an Pflanzenfressern als an Fleischfressern.

Schon diese Darstellung macht klar, dass in unserer heutigen Kulturlandschaft die vorwiegende vegetarische Ernhrung der menschlichen Bevlkerung deshalb unmglich ist, weil die gesamte notwendige Menge an Biomasse nicht produzierbar wre.

Das Biotop Wald

Wlder sind wichtige Lebensrume fr zahlreiche Tierarten und damit auch fr jagdbares Wild. Sie bieten durch ihre Vegetationsvielfalt, ihre optische und klimatische Schutzwirkung und durch ihren im Vergleich zu anderen Landschaftstypen oft noch relativ naturnahen Charakter eine unersetzliche Heimsttte fr eine Vielfalt unterschiedlichster Lebewesen. Auer ihrer Eigenschaft als Lebensraum fr eine artenreiche Pflanzen und Tierwelt kommt den Wldern auch eine sehr hohe wirtschaftliche und berwirtschaftliche Bedeutung zu. Aufgrund des engen Zusammenhanges von Wald und Wild und dadurch auch von Forstwirtschaft und Jagd ist es fr jeden Jger und natrlich auch jeden sonstigen Waldbentzer unumgnglich notwendig, sich mit den wichtigsten Grundlagen ber das Wesen des Waldes, sein Wachstum, seine Funktionen und Gefhrdungen in der Kulturlandschaft und ber seine Bewirtschaftung vertraut zu machen. Ebenso sind Grundkenntnisse ber die Wechselwirkungen zwischen Wildtieren und Waldvegetation sowie ber die Vernderung dieser Wechselwirkungen unter der Einflussnahme des Menschen nicht uninteressant. Der Waldbentzer muss also abschtzen knnen, wie sich Wald und Wild gegenseitig beeinflussen und wie sich Eingriffe in den Naturhaushalt von Seiten der Jger, der Forstleute oder anderer Interessengruppen auf die Lebensgemeinschaft Wald und Wild auswirken knnen. Wenn wir das Rotwild durch die Besiedelung und Verhttelung seiner Lebensrume in den Wirtschaftswald verdrngt haben, wird die durch Beunruhigungen seitens der Waldnutzer in Schalenwildgebieten von besonderem Interesse.

Wie gro ist der Waldanteil an der Gesamtflche sterreichs?

sterreich ist ein waldreiches Land. Von der rund 8,4 Millionen Hektar (84.000 Quadratkilometer) umfassenden Gesamtflche sterreichs sind rund 3,9 Millionen Hektar (46 %) bewaldet. In Europa haben nur Finnland (76 %) und Schweden (67 %) mehr Wald. Der Waldanteil Europas betrgt dagegen durchschnittlich nur 32 %, der weltweite nur 31 %. Die Bevlkerungszahl in sterreich betrgt rund 7,6 Millionen Menschen. Dies ergibt eine durchschnittliche Waldflche von 0,5 Hektar pro Kopf. Der Wald ist in sterreich nicht gleichmig verteilt. Im Bereich der Randalpen betrgt der Waldanteil bis ber 70 %, in den Zentralalpen und im Osten sterreichs meist unter 30 %. Die Waldflche hat in den letzten Jahrzehnten durch Aufforstung und natrliches Zuwachsen von landwirtschaftlichen Grenzertragsbden und Almen sogar wieder zugenommen (nicht jedoch die kologische Qualitt der Wlder), nachdem der Wald in den vergangenen Jahrhunderten durch Rodung viel von seinem natrlichen Areal verloren hatte. sterreich ist wie ganz Mitteleuropa von Natur aus ein Waldland und wre ohne Eingriffe des Menschen unterhalb der alpinen Waldgrenze zu etwa 95 Prozent von Wldern bedeckt.

Wer sind die Eigentmer des sterreichischen Waldes?

Der Groteil des Waldes (53 %) ist Kleinwald (bis 200 ha Waldflche), der sich fast ausschlielich in buerlichen Besitz befindet.

Forstbetriebe ber 200 Hektar Gre (im Besitz von Einzelpersonen, Familien, Krperschaften, Gesellschaften, Stiften, Gemeinden usw.) umfassen 32 % der Waldflche und nur 15 % sind Bundesforste (Staatswald).

In sterreich gibt es rund 230.000 Betriebe mit Wald.

Welche Funktionen erfllt der Wald?

Das sterreichische Forstgesetz schreibt dem Wald vier unterschiedliche Funktionen (Wirkungen) zu. Sie finden diese nachstehend in der Reihenfolge ihrer kologischen Bedeutung

Die Wohlfahrtswirkung, das ist der Einfluss auf die Umwelt, und zwar insbesondere auf den Ausgleich des Klimas und des Wasserhaushaltes, auf die Reinigung und Erneuerung von Luft und Wasser und auf die Lrmminderung.

Die Schutzwirkung, das ist der Schutz vor Elementargefahren und schdigenden Umwelteinflssen (Lawinen, Steinschlag, Wildbche, Muren usw.) sowie die Erhaltung der Bodenkraft gegen Bodenabschwemmung und ‑verwehung (Verkarstung), Gerllbildung und Hangrutschung.

Die Nutzwirkung, das ist die wirtschaftlich nachhaltige Hervorbringung des Rohstoffes Holz (Holzproduktion zur Versorgung der Wirtschaft).

Die Erholungswirkung, das ist die Wirkung des Waldes als Erholungsraum auf die Waldbesucher.

Im Forstgesetz bisher nicht bercksichtigt ist die natrliche Lebensraumfunktion des Waldes fr Wildtiere und fr wild wachsende Pflanzen, die nicht zum sogenannten forstlichen Bewuchs zhlen. Unter forstlichen Bewuchs sind lediglich die Baumarten gemeint. Korrekterweise wrde diese Funktion die zweite Stelle der Wertigkeitsskala einnehmen.

Welche wirtschaftliche Bedeutung hat der Wald?

Der Wald liefert uns den wertvollen Rohstoff Holz und bietet Arbeitspltze fr viele Menschen. Holz wird in vielen Bereichen der Wirtschaft und zu unterschiedlichen Zwecken bentigt: sei es im Bauwesen, in der Mbelherstellung, fr die Papier‑ und Zelluloseerzeugung, zur Spanplattenfertigung oder als Brennstoff.

Holz ist einer der wichtigsten Exportartikel sterreichs und eine ganz bedeutsame Energiereserve. Dies umso mehr, als Holz durch die Kraft der Natur immer wieder heranwchst, whrend sich das Vorkommen anderer Rohstoffe und Energien mit dem Abbau erschpft.

Voraussetzung fr die hohe Leistungsfhigkeit des Waldes ist seine ordnungsgeme Bewirtschaftung nach den Grundstzen der Nachhaltigkeit und die Sicherung seiner kologischen Basis. Die nachhaltige Holzernte ist die wirtschaftliche Grundlage der Forstbetriebe wie auch existenzsicherndes Teileinkommen der Bergbauern. Durchforstungen (Vornutzung der Bestnde) erbringen nur geringfgige Ertrge. Die Endnutzung hiebreifer Waldbestnde und hiebreifer Einzelbume sichert den erforderlichen Wirtschaftsertrag. Der Holzvorrat des sterreichischen Ertragswaldes betrgt rund 900 Millionen Vorratsfestmeter (ein Vorratsfestmeter entspricht einem Kubikmeter Stammholz samt Rinde), der jhrliche Holzzuwachs ungefhr 20 Millionen und die jhrliche Holznutzung (Holzeinschlag) etwa 16 Millionen Vorratsfestmeter.

Rund 230.000 Menschen beziehen ihr Einkommen ganz oder zum Teil aus der Nutzung des Waldes. Der jhrliche Produktionswert der Forstwirtschaft beluft sich dabei im Durchschnitt auf 13 Milliarden Schilling. Die Verarbeitung des Holzes in der Sge‑ und Papierindustrie sowie in den holzverarbeitenden Betrieben gibt weiteren 50.000 Beschftigten Brot und Lebensgrundlage; der Produktionswert dieser Industriezweige erreicht 80 Milliarden Schilling.

Allein sterreichs Export an Holz und Holzwaren, Papier und Papierwaren weist einen Wert von rund 45 Milliarden Schilling pro Jahr auf, das sind rund 10 % des Exportgesamtwertes. Damit stellt das Produkt Holz nicht nur fr Tausende Verarbeitungsbetriebe Rohstoff und Erwerbsquelle dar, sondern ist eine der strksten Sulen der sterreichischen Handelsbilanz. Die Nachhaltigkeit der Holznutzung wird durch die sterreichische Forstinventur berprft.

Was versteht man unter der berwirtschaftlichen Bedeutung des Waldes?

Nicht minder wichtig als die wirtschaftliche Bedeutung sind die berwirtschaftlichen Funktionen des Waldes, die in seinen Schutz‑, Wohlfahrts‑ und Erholungswirkung bestehen. Der Wald schtzt vor Lawinen und Vermurungen, er verhindert Verkarstung, regelt den Wasserhaushalt, beeinflusst das Klima gnstig, reinigt die Luft und prgt das Landschaftsbild.

Gerade diesen Wirkungen des Waldes kommt in der industrialisierten Welt heute und knftig zunehmend lebenswichtige Bedeutung zu. Wlder mit ausgeprgter Schutzfunktion befinden sich meist an exponierten oder steilen Standorten. Sie mssen besonders stabil aufgebaut sein und sich ohne vermeidbare Schden (z. B. durch Weidevieh oder Schalenwild) im Schutz des Altbestandes natrlich verjngen knnen, damit ihre Schutzwirkung dauernd erhalten bleibt.

Welche natrlichen Waldgesellschaften herrschen in sterreich vor?

Als Waldgesellschaft wird die fr bestimmte Standortverhltnisse (Boden, Klima) typische Baumartengarnitur (Baumartenzusammensetzung) einschlielich der dazugehrigen Waldbodenpflanzen bezeichnet.

Bedingt durch groe Unterschiede des Klimas, der Hhenlage, der Gelndestruktur und des Grundgesteins bzw. Bodens gelangen in den verschiedenen Landesteilen sterreichs von Natur aus sehr unterschiedliche Waldgesellschaften zur Ausbildung. Vorherrschend ist der randalpine Fichten‑Tannen‑Buchen‑Mischwald, der sich unter natrlichen Bedingungen in mittleren Hhenlagen zwischen etwa 600 und 1400 m Seehhe entwickelt. Bergahorn, Bergulme, Esche, Birke, Vogelbeere, Salweide, Aspe, Kiefer, Eibe, Lrche oder Linde knnen zustzlich beigemischt sein.

In den klimatisch etwas trockeneren Zentralalpen fehlen in diesen Hhenlagen die Buche und teilweise auch die Tanne. An die Stelle des Fichten‑Tannen‑Buchen‑Mischwaldes treten dort Fichten‑Tannen‑Wlder oder in geringerem Ausma auch natrliche Fichten-Reinbestnde. An trockenen sonnseitigen Hanglagen entwickeln sich Kiefern-Trockenwlder

In Hochlagen ber 1400 m Seehhe und an der Waldgrenze kommen natrliche  Fichten‑Reinbestnde, Fichten‑Lrchen‑Zirben‑Mischbestnde sowie Latschen‑ und Grnerlenbuschwald zur Ausbildung.

In den Tieflagen (unter ca. 600 m) wrden von Natur aus Buchenwlder sowie sehr artenreiche Laubmischwlder mit Eiche, Hainbuche, Buche, Ulme, Linde usw. und mit zahlreichen Straucharten vorhanden sein. Diese Gebiete sind aber groteils gerodet und dienen der Landwirtschaft.

Entlang der groen Flsse bestehen noch einige Reste von Auwldern. Dies sind besonders artenreiche Laubwaldgesellschaften mit ausgeprgter Strauchvegetation.

Welche Vorteile hat der Mischwald gegenber unnatrlichen Reinbestnden?

Er ist stabiler; das heit, er ist weniger anfllig fr Schden z. B. hinsichtlich Waldkrankheiten, Insektenschden, Schneebruch, Windwurf. Er ntzt die Produktionskraft des Bodens besser aus, da der Waldboden durch die unterschiedliche Wurzelausbildung der verschiedenen Baumarten (z. B. Pfahlwurzel, Herzwurzel, Flachwurzel) besser und tiefer erschlossen werden kann. Er hlt die Produktionskraft des Bodens aufrecht, da durch den vielfltig zusammengesetzten Blatt‑ und Nadelabfall von unterschiedlichen Baumarten, durch die unterschiedliche Lichtdurchlssigkeit der Baumkronen und durch die bessere Bodendurchwurzelung fr eine optimale Bodenbildung, Bodenerneuerung und damit Bodenqualitt gesorgt ist; die Bodenlebewesen (Bodenpflanzen, Kleintiere) finden vielfltigere und bessere Lebensbedingungen vor und tragen dadurch zur Verbesserung von Bodenstruktur und Nhrstoffangebot im Boden bei.

Er regelt den Bodenwasserhaushalt optimal und vermindert dadurch die Gefahr von Hochwasser, Erdrutschen und Muren.

Wodurch kann der Mensch Schden am Wald verursachen?

Unsachgemer, naturferner Waldbau fhrt zu erhhter Schadensanflligkeit des Waldes z. B. gegenber Insekten (Borkenkfer, Blattwespen, Triebluse usw.), Wind und Sturm (Windwurf), Schnee (Schneedruck, Schneebruch) und auch gegenber Schalenwild (Verbiss- und Schlschden). Dies ist z. B. bei Kahlschlagwirtschaft und standortwidrigen Fichten‑Monokulturen der Fall. Ebenso knnen im Wald weidende Rinder, Pferde, Schafe oder Ziegen gravierende Vertritt‑ und Verbissschden verursachen (Waldweideschden). berhhte Wildbestnde, Fehler bei der Wildbewirtschaftunq und Beunruhigung des Wildes fhren zu untragbaren Wildschden am Wald.

Durch den vermehrten und unpfleglichen Einsatz schwerer Holzrckemaschinen zum Ausziehen der gefllten Stmme aus dem Wald (vor allem bei Durchforstungen und Lichtungshieben) entstehen in zunehmendem Mae Schden an Stamm und Wurzel der verbleibenden Bume sowie an der Naturverjngung (Rckeschden).

hnliche Schden entstehen durch Steinschlag z. B. bei unpfleglichem Straen‑ und Wegebau.

Schilaufen im Walde (Variantenschilauf) fhrt zu starken Verletzungen junger Bume.

Unvorsichtiger Umgang mit offenem Feuer fhrt zu Waldbrnden.

Das Durchschneiden geschlossener Wlder mit Schneisen fr Schipisten, Stromleitungen usw. kann zu schwerwiegenden Randschden durch Windwurf oder starke Sonneneinstrahlung fhren.

Nicht zuletzt ist auf das Waldsterben hinzuweisen, das vor allem durch die Luftverschmutzung seitens Industrie, Verkehr, Hausbrand usw. verursacht wird.

Bioznose Waldfauna

Grundstzlich ist die Artenvielfalt jener Tiere, die den Wald als Lebensgrundlage ntzen, zum Glck noch relativ umfangreich. Um hier eine grobe bersicht zu behalten, kann man in etwa nachstehende Einteilung treffen:

Durch die sehr enge Beziehung der Wildtiere zu ihrer Umwelt ist der Lebensraum gleichsam als "zweite Haut" des Wildes aufzufassen. Diese "zweite Haut" wird jedoch durch die vielseitigen Eingriffe des Menschen in den Naturhaushalt entscheidend verndert.

Die (natrlichen) Lebensbedingungen des Wildes werden durch den Menschen vielseitig direkt und indirekt verndert (Land‑ und Forstwirtschaft, Jagd, Tourismus, Verkehr Industrie usw.). Diese Vernderungen beeinflussen oft entscheidend Funktion, Entwicklung und Verhalten der       Wildtiere und damit auch die Rckwirkungen des Wildes selbst, auf seinen Lebensraum. Es besteht eine zwingende Wechselwirkung zwischen Wildtieren und deren Lebensraum.

Die natrlichen Regelmechanismen zwischen Wildtier und Lebensraum werden durch den Menschen so stark gestrt, dass wir die entstandenen Probleme ohne ein ausreichendes Wissen ber wildkologische Zusammenhnge nicht mehr bewltigen knnen. Nur wenn diese Kenntnisse vorhanden sind, ist es mglich, sein Konsumverhalten im Biotop Wald kosystemgerecht abzustimmen.

Warum muss sich der Waldbentzer mit wildkologischen Zusammenhngen und Problemen beschftigen?

Frei lebende Tiere reagieren sehr unterschiedlich auf Vernderungen in ihrer Umwelt. Manche knnen sich nicht oder nur sehr schlecht an neu geschaffene Lebensbedingungen anpassen und sind in zahlreichen Gebieten vom Aussterben bedroht (z. B. Raufuhhner, Rebhuhn, Hase, viele Insekten‑ und andere Kleintierarten).

Andere Arten finden sich jedoch sehr gut mit den Bedingungen unserer Kulturlandschaft zurecht und neigen sogar zur bervermehrung, wodurch Schden an der Vegetation (z.B. durch Schalenwildarten, Schadinsekten) oder an anderen Tierarten (z.B. durch Krhen, Steinmarder) entstehen knnen.

Entgegen aller anderen Behauptungen, woher immer sie kommen sollten, ist es das oberste Ziel der Jagd, einen artenreichen und gesunden Wildbestand zu erhalten (Auftrag der Wilderhaltung) und gleichzeitig auf die Interessen der Land und Forstwirtschaft Rcksicht zu nehmen (Auftrag der Wildschadensverhtung).

Ein wesentlicher Bestandteil der jagdlichen Ausbildung ist das Wissen ber die Rckwirkungen der Tiere auf die Umwelt (Wildschden an der Vegetation, Insektenvertilgung durch jagdbare Tiere usw.).

Aus dem Auftrag des Jagdgesetzes ist fr den Jger klar, dass er sich umfassende Grundkenntnisse ber wildkologische Zusammenhnge aneignen muss, wenn er die im Jagdgesetz geforderten Aufgaben in der heutigen Kulturlandschaft erfllen will.

Diese beiden Gesetzesauftrge, die ein Gleichgewicht zwischen Wildbestand und Tragfhigkeit des Lebensraumes zum Ziel haben, erfordern eine gute Kenntnis der Auswirkungen verschiedener Umweltbedingungen auf Wildtiere, jagdliche, forstliche und landwirtschaftliche Manahmen, Beunruhigungsfaktoren usw.).

Schon aus diesem Umstand heraus und aus der wesentlich gediegeneren Ausbildung des Jgers sollte fr jeden Waldkonsumenten klar sein, dass Hinweise und Informationen eines Jgers im direktem Gesprch mit dem Waldkonsumenten nicht dazu dienen, diesen die Lust am Tourismus oder am Sport einzuschrnken, sondern dass - gesttzt auf ein profundes Wissen - die Interessen des Jgers vorwiegend auf die Erhaltung des kosystems Wald gerichtet sind. Das hat auch keinen wie immer gearteten Einfluss auf die Erfllung des gesetzlich verordneten Abschusses, da dieser vom Jger ungeachtet sonstiger Umstnde erfllt werden muss.

P. Hnizdo