Wissen rund ums Pferd

Die Serie fr jeden, der am Reiten berhaupt und am Westernreiten speziell interessiert ist!

Artikel aus Western News 6/2001

Bearbeitung: Heinz Langer

John Lyons Pferdetraining ohne Zwang, das System der kleinen Schritte!

Die drei Ebenen eines Pferdes

Wenn wir ber die Ausbildung des Pferdes nachdenken, mssen wir drei Ebenen beachten: seine krperlichen, geistigen und emotionalen Fhigkeiten. Unser Trainingsfortschritt hngt von dem Bereich ab, in dem sich das Pferd am langsamsten entwickelt. Eine Schwche in einem Bereich ist vergleichbar mit dem schwchsten Glied einer Kette.

Der erste Gedanke gilt dem Krper: Unser Pferd muss physisch in der Lage sein, das zu tun, was wir von ihm wollen. Ein sechs Monate altes Fohlen ist krperlich nicht in der Lage, geritten zu werden. Es kann aber geistig durchaus in der Lage sein, Signale bzw. Hilfen zu lernen. Auch wenn wir es verladen, fhren und als Handpferd mitnehmen knnen (Foto Handpferd), ist es physisch immer noch nicht so weit, einen Reiter tragen zu knnen. Gre ist dabei nicht das Ma aller Dinge. Ein zweijhriger Vollblter mag einen leichten Reiter (Jockey) tragen und sogar Rennen laufen knnen, doch es mangelt an Koordinationsfhigkeit oder an krperlicher Reife (seine Wachstumsfugen bei den Knochen sind z.B. noch nicht vollstndig geschlossen), um etwa im Barrel Race zu starten oder in schwierigem Gelnde zu arbeiten. Obwohl, wie schon gesagt, die meisten Pferde fr die meisten Aufgaben trainiert werden knnen, mssen die physischen Bedingungen bedacht werden, um gute Erfolge mit dem Training zu erzielen.

Ein kleines, kompaktes Pferd kann z.B. physisch besser dazu in der Lage sein zu cutten (Rinder von der Herde abzusondern) als ein langbeiniges, groes Pferd, welches vielleicht eher als Springpferd geeignet ist.

Als nchstes mssen wir die psychische Verfassung unseres Pferdes ins Auge fassen. Versteht es, was wir von ihm wollen? Das Pferd muss unsere Schulung "im Kopf" verarbeiten knnen.

Wir mssen sicher sein, dass wir ihm klarmachen knnen, was wir wollen, und dass es dies auch begreift.

Und schlielich mssen wir wissen, was emotional in unserem Pferd vorgeht. Zeigt es kontinuierlich Zeichen von Nervositt und Angst? Schein es unfhig, sich zu entspannen? Vertrgt es keinen Druck? Wenn das so ist, mssen wir ihm mit bestimmten Signalen helfen, seine Emotionen zu kontrollieren. Manchmal mssen wir es aufregen, um es hinterher wieder zu beruhigen. Je mehr wir in dieser Weise mit ihm arbeiten, desto ruhiger wird es schlielich werden.

Fr jedes Trainingsproblem gibt es eine Lsung. Immer, wenn ich auf ein Problem stoe, rufe ich mir die Trainingsregeln, die Grundverhaltensweisen und die verschiedenen Ebenen des Pferdes ins Gedchtnis zurck, um daraus eine mgliche Lsung abzuleiten.

Ausgestattet mit diesem Wissen, knnen wir nun mit dem Training beginnen.

Wir alle knnen Trainer sein

Wenn Sie das mchten, knnen Sie Ihr Pferd ohne weiteres selbst ausbilden. Dazu mssen Sie kein Profi sein. Beharrlichkeit siegt ber Ungeduld und Angst und lehrt uns, wie mir mit Enttuschungen umgehen mssen.

Gute Resultate beim Training sind keine Glckssache. Hat jemand am Ende ein besonders arbeitswilliges und verstndiges Pferd, so bedeutet das, dass er eine Menge Zeit zum ben aufgewendet hat. Ein kleines Mdchen klettert beispielsweise auf ihrem Pferd herum - und es rhrt sich nicht von der Stelle. Mit ihrer Zuwendung bringt sie ihm bei, genau das zu tun.

Oft erzielt der Besitzer mit seinem eigenem Pferd bessere Trainingserfolge als ein Profi, weil er mehr Zeit mit seinem Tier verbringt.

Wir knnen das berall beobachten. Ein achtjhriges Mdchen lsst die Profi-Konkurrenz im Show-Ring hinter sich, weil sie unzhlige Stunden mit ihrem Pferd verbracht hat. Das Mdchen und ihr Pferd sind so eng verbunden, dass sie auf einem anderen Pferd ziemlich hilflos wre. Auf ihrem eigenen sind ihre Mglichkeiten jedoch nahezu grenzenlos.

Die Trainingsmethoden in diesem John Lyons-Report funktionieren bei allen Pferden und in allen Disziplinen. Das Dressurpferd, welches fliegende Wechsel an verschiedenen Buchstaben des Dressurvierecks springt, unterscheidet sich nicht vom Quarter Horse, das drauen im Slalom um Bume galoppiert. Sie als Reiter haben einfach eine "Frage", eine Forderung zu spt gestellt, wenn das Pferd einen Wechsel zu spt springt oder einen Baum auslsst.

Die meisten der folgenden Trainingsbungen werden nur Minuten und keine Stunden oder gar Tage in Anspruch nehmen. Keine ist besonders schwierig. Sie brauchen auch keinen besonders ausgefeilten Plan dafr, sondern nur etwas bung. Sie knnen einfach ins Gelnde reiten und den schnen Tag genieen - dass Sie dabei ihr Pferd trainieren, wird keiner ihrer Mitreiter merken. Training sollte nicht nach Training aussehen. Es sollte so aussehen, als ob Pferd und Reiter miteinander spielen.

Jede Trainingsmethode muss zu 100% bei jedem Pferd funktionieren. Wenn nicht, dann sagt uns das Pferd, dass dieses Trainingsprogramm nichts taugt, weil es nicht bei allen Pferden anwendbar ist. Wir mssen dann weiter nach einer Methode Ausschau halten, die fr alle gilt.

Reitprobleme muss ich vom Sattel aus lsen. - Manieren werden vom Boden aus gelehrt und korrigiert!

Eine gute Trainingsmethode funktioniert bei einem dummen und bei einem intelligenten Pferd. Es ist eben eine gute Trainingsmethode. Wenn eine Trainingsmethode einmal fehlgeschlagen ist, wird das wieder passieren.

Wenn sie die Zgel aufnehmen und ihr Pferd reagiert nicht, dann kann es Ihnen zweierlei sagen wollen: "Es ist Dienstag - ich habe noch nie fr irgendjemanden an einem Dienstag gestoppt." Oder "Wie bitte? - Ich wei nicht, was du von mir willst."

Das Pferd ist ein Tier mit bedingten Reflexen. Wenn wir eine Bedingung oft genug schaffen und darauf oft genug die gleiche Reaktion erhalten, dann bekommt diese Bedingung Signalcharakter. Erinnern Sie sich: Es gibt nur zwei Grnde, warum ein Pferd auf ein Signal nicht reagiert:

1. Es versteht nicht. Es hat geistig nicht begriffen, was das Signal bedeuten soll. Sie haben es ihm also nicht richtig vermittelt.

2. Es versteht das Signal, ignoriert es aber. Es tut lieber, was es will, statt auf Ihr Signal zu reagieren.

Was auch immer das Pferd veranlasst, nicht auf Ihr Signal zu reagieren, die Lsung ist die gleiche. Wir mssen zurckkehren zu einem Punkt unseres Trainings, an dem wir die richtigen Bedingungen schaffen und die gewnschte Reaktion des Pferdes erhalten.

Manchmal erfinden wir Entschuldigungen, wenn unser Pferd nicht das macht, was wir wollen. Ich habe unzhlige Male gehrt: "Mein Pferd ist auf einem Auge blind." - "Er ist ein Vollblter." - "Alles schn und gut, aber seine Mutter war kopfscheu." Und so fort. Nehmen wir das blinde Pferd als Beispiel: Nur weil ein Pferd bestimmte Dinge nicht sieht oder nicht wei, muss es sich noch lange nicht schlecht benehmen.

Tatschlich gibt es ein blindes Turnierpferd in Phnix, welches seine Sache sehr ordentlich macht. Die Besitzer erzhlen den Richtern nie etwas von seiner Blindheit vor Ende der Prfung - aber das ist eine andere Geschichte.

Alle diese pseudo-rationalen Entschuldigungen, die wir fr unsere Pferde bereithalten, sind nur Entschuldigungen fr unsere eigene Unfhigkeit, es zu trainieren. Als Trainer kann ich ein Pferd dazu bringen, das zu tun, was ich will - oder ich bin kein Trainer.

Es gibt keine mentalen Probleme - nur Verhaltensprobleme.

Stammbume, Angewohnheiten, ob das Pferd zweitausend Pokale gewonnen hat, ob es ein Jahr alt ist oder zwanzig Jahre - all das ist unwichtig. Entweder kriegen wir es dazu, das zu tun, was wir wollen - oder nicht.

Das Training eines Pferdes knnen wir mit dem Kuchenbacken vergleichen. Wenn Sie eine Form mit Mehl in einen Ofen schieben und eine Stunde lang backen, bekommen Sie etwas, was nicht annhernd aussieht wie ein Kuchen und sicherlich auch nicht so schmeckt. Oder Sie machen Ihren Kuchen mit den richtigen Zutaten, fgen aber ein halbes Kilo Salz dazu. Jetzt haben Sie etwas, was wie ein Kuchen aussieht, aber wie ein Salzleckstein schmeckt.

Was ich mit dem Vergleich sagen will, ist Folgendes: Das Training eines Pferdes erfordert, wie das Kuchenbacken, eine Menge an Zutaten, um ein vernnftiges Resultat zu erzielen. Liebe allein oder auch Liebe und Geduld zusammen gengen nicht. Wir mssen noch einige andere Zutaten dazugeben, um unsere Ausbildung erfolgreich zu machen.

Einige dieser Zutaten sind Logik, Wissen und Respekt. Und manchmal kann es sogar ntig sein, in Wut zu geraten und seine Beherrschung zu verlieren - das hilft, seine eigene Angst zu berwinden. Es ist nicht immer falsch, ein Pferd zu bestrafen. Manchmal kann es auch richtig sein. An dieser Stelle knnen wir die Drei-Sekunden-Regel einschieben.

Die Drei-Sekunden-Regel

Da wir gerade darber reden, dass wir manchmal die Beherrschung verlieren, kann ich Ihnen etwas ber die Drei-Sekunden-Regel erzhlen.

Das Pferd hat niemals, aber auch wirklich niemals das Recht, uns zu beien oder zu treten. Dabei ist Beien noch gefhrlicher als Treten, denn es ist von Seiten des Pferdes der aggressivere Akt. Sie knnen dieses Verhalten niemals rationell rechtfertigen.

Ich will nicht gebissen werden. Wenn das Pferd versucht, mich zu beien, dann mache ich ihm die Hlle hei. Seine Aktion ist gefhrlich - und dagegen muss ich mich vehement zur Wehr setzen. Ich habe drei Sekunden, in denen ich dem 500-Kilo-Tier gehrig zusetze und dabei nur auf seinen Kopf aufpasse. Nach den drei Sekunden streichle ich das Pferd, um ihm zu versichern, dass ich es trotzdem mag; es wei allerdings jetzt, dass es mit seiner Beierei einen schweren Fehler gemacht hat, der ihm uerst unangenehme Folgen bescherte.

Das Thema Streicheln ist wichtig an dieser Stelle. Kosen, streicheln oder reiben Sie das Pferd - klopfen Sie es nicht, weil das eher eine aggressive Geste fr das Pferd darstellt. Zudem sollten Ihre Streicheleinheiten nicht zaghaft sein; Pferde sind kitzlig und eine zu leichte Berhrung knnten sie als Belstigung (Fliegen) empfinden.

Aber denken Sie auf jeden Fall daran, das Pferd immer zu streicheln und ihm Ihr Wohlwollen zu versichern, wenn Sie die Drei-Sekunden-Regel angewandt haben.

Verstndigung

Manche Leute denken, Pferde wren dumm. Jedes Pferd verfgt jedoch ber eine gewisse Lernfhigkeit und Intelligenz - unabhngig von der Rasse. Ihre sogenannte Dummheit resultiert nur aus unserer mangelnden Verstndigung. Die Ausbildung eines Pferdes kann man mit dem Malen eines Bildes vergleichen: Je besser ich das Bild male, desto besser die Verstndigung mit dem Betrachter. Wenn ich das Pferd mit Bleistift zeichne, habe ich bestimmte Eigenschaften rbergebracht. Wenn ich Pastellkreide dazunehme, habe ich Ihnen weitere Eigenschaften mitgeteilt - Sie knnen erkennen, dass das Pferd ein Palomino ist. Bedeutet das, dass Sie schlauer geworden sind? Nein - es bedeutet nur, dass ich Ihnen die Eigenschaften des Pferdes besser vermittelt habe.

Wenn ich besser in meiner Kommunikation werde, wird mein Pferd "klger".

Kommunikation bedeutet, mit Eigenarten und Einzelheiten umzugehen. Und die Einzelheiten mssen in kleine Schritte zerlegt werden. Manche Leute wollen nicht die einfachen Dinge zuerst erledigen. Das ist der Grund, warum so viele verschiedene Gebisse verkauft werden. Die Leute kaufen und probieren haufenweise Gebisse, um ihre Pferde zu stoppen. Doch ein Stop ist das Ergebnis von vielen bungen, welche alle korrekt und in der richtigen Reihenfolge ausgefhrt werden mssen, bevor man einen anstndigen Stopp erhlt.

Ich brauche kein anderes Hilfsmittel als ein Halfter, denn ich will nicht, dass mein Pferd mir beibringt, ihm immer Schmerz zuzufgen, um es zu trainieren. Zudem muss ich stets in der Lage sein, mich selbst zu kontrollieren, bevor ich mein Pferd zu trainieren versuche. Immer wenn ich an den Zgeln herumzerre oder es mit den Sporen traktiere, bezahle ich dafr mit einem von mir unerwnschten Verhalten meines Pferdes.

Wenn ich von Hilfsmitteln spreche, dann meine ich auch Stozgel, Martingals, Schlaufzgel und Ausbinder. Jede dieser Zwangsvorrichtungen ist ein berflssiges Spielzeug. Sie zwingen ein Pferd statt es zu lehren. Solche "Hilfsmittel" funktionieren nicht auf Dauer. Manche Leute denken trotzdem, dass langwierige (und manchmal auch langweilig erscheinende) bungspraxis durch einen Wunderzgel oder eine "magische" bung ersetzt werden kann.

Es funktioniert nicht. Wenn wir unser Pferd mit Hilfszgeln reiten, pressen wir es in eine Form. Und was passiert, wenn wir das Pferd wieder aus der erzwungenen Haltung entlassen? Wir sind genauso weit wie vorher. Das Pferd trgt seinen Kopf noch immer zu hoch oder zu tief, auf jeden Fall nicht in der gewnschten Position. Meiner Ansicht nach gibt es verlsslichere Wege, um damit bessere Ergebnisse zu erzielen.

Trainingsmethoden sollten durch gesunden Menschenverstand, durch Logik und Vernunft untermauert werden, nicht durch allerlei Zusatzzgel und Kinkerlitzchen. Ich sehe meine Trainingsweise als ein Spiel zwischen mir und dem Pferd. Der Part des Pferdes in diesem Spiel ist zu sagen: "Ich werde dich jetzt dazu bringen, mir im Maul herumzuzerren, damit ich langsamer werde." Meine Aufgabe dagegen ist es, einen Weg zu finden, wie ich es verlangsamen kann, ohne im Maul zu ziehen. Wenn ich ziehe, hat es gewonnen. Wenn nicht, haben wir beide gewonnen.

Wenn wir dem Pferd etwas beibringen mchten, so mssen wir uns immer fragen, ob wir das, was wir wollen, klar genug ausdrcken, damit es das Pferd nicht missverstehen kann. Es ist wichtig, dass wir dem Pferd nicht eine Frage stellen, auf die wir die falsche Antwort bekommen. Wenn wir etwas fordern und das Pferd tut nicht, was wir von ihm verlangen, dann versteht es entweder nicht, was es soll oder es vermittelt uns: "Ich denke ja nicht dran... "Wenn es das tut, dann sind wir dabei, ein Verhaltensmuster aufzubauen, welches auf wiederholten Ablehnungen basiert. Das mssen wir im Auge behalten. Wenn ich stoppen will und "Whoa" sage und mein Pferd bewegt sich weiter, dann lernt es, dass "Whoa" nichts zu bedeuten hat.

Der richtige Weg zu lernen ist jedoch, dass ich etwas fordere und das Pferd es tut. Wenn wir die richtigen Reaktionen vom Pferd bekommen, dann wird es dem Pferd schlielich zur Gewohnheit das zu tun, was wir wollen. Das ist genauso wie beim Umgang mit Kindern. Manchmal neigen wir dazu, auf alles, was sie fragen, nein zu sagen. Wir lesen die Zeitung, sie beginnen eine Frage - und wir sagen nein, bevor die Frage ganz raus ist. Wenn dann die Frage fertig gestellt ist, wird uns klar, dass die Antwort ein Ja gewesen wre.

Wir sollten also lernen, wie wir die Fragen prsentieren knnen, damit wir die richtigen Antworten erhalten. Wir mssen Forderungen stellen, die es dem Pferd leicht machen, mit einem Ja zu antworten. Wie ich erkenne, ob ich eine "Ja-Frage" gestellt habe? Ganz einfach - indem das Pferd das macht, was ich will. Ich werde nichts vom Pferd verlangen, wenn ich nicht ganz sicher bin, dass ich es auch bekommen kann (dass das Pferd in der Lage ist, richtig zu antworten).

Erinnern Sie sich - wenn wir die gleiche Voraussetzung/Bedingung oft genug schaffen und darauf oft genug die erwnschte Reaktion erhalten, wird aus der Bedingung ein Signal. Wenn Sie die Signale fr eine bestimmte Antwort lehren, wird das Pferd diese Antwort in jeder Situation geben. Sie mssen dann nicht die ueren Umstnde dafr verantwortlich machen, dass das Pferd so und nicht anders reagiert.

Es gibt ein schnes Wortspiel, das ich in meinen Kursen immer wieder verwende, um das Prinzip zu illustrieren. Es wird vermutlich geschrieben nicht funktionieren - trotzdem werde ich es hier wiedergeben, so dass Sie es an ein paar nichts ahnenden Opfern ausprobieren knnen. Buchstabieren Sie das Wort Silk (Seide) dreimal hintereinander sehr schnell. Fragen Sie danach ganz schnell: "Was trinken Khe?" Vermutlich werden Sie in den allermeisten Fllen die Antwort "Milk" (Milch) bekommen. Was habe ich getan? Ich habe Sie in meine beabsichtigte Denkrichtung getrickst.

Wir knnen das Pferd in die gleiche Richtung tricksen. Wir knnen es dazu bringen, auf die Art zu antworten, die wir wollen. Wenn wir das tun, konditionieren wir es - deswegen ist es wichtig, einen Schritt zu festigen, bevor wir den nchsten tun. Wenn wir Probleme mit dem Abrufen des Gelernten haben, dann mssen wir zurckkehren zu einem Punkt, an dem das Pferd immer in gewnschter Weise auf unsere Signale reagiert.

Wir arbeiten unser Pferd z.B. im Roundpen. Wir beginnen damit, dass wir es in Bewegung setzen. Das ist alles, was wir wollen, und das ist auch alles, worauf wir uns zu diesem Zeitpunkt konzentrieren. Erst wenn es sich kontinuierlich bewegt (erster Schritt), arbeiten wir weiter: Wir bringen es dazu, sich nach links zu bewegen. Wenn es sich kontinuierlich nach links bewegt (zweiter Schritt), werden wir einen dritten Schritt verlangen: den Richtungswechsel. Erst wenn das Pferd den dritten Schritt zuverlssig beherrscht, kommen wir zum vierten usw.

Fortsetzung folgt in der WN 1/02