Top Westernreitturnier in Wr. Neustadt von 19. bis 20. April 2003
Text: Heinz Langer
Fotos: Christian Kellner
Das "Spring Time Classic", ein gro� angelegtes Westernturnier mit wertvollen Geld- und Sachpreisen, das �ber Ostern auf der Reitanlage des Western Trainings Center H & D Schulz in Wr. Neustadt stattfand, machte seinem Namen alle Ehre. Bei Strahlewetter konnten die Westernreiter ihr K�nnen in allen Disziplinen dieser Sportart vor zahllosen Zuschauern unter Beweis stellen.
Es war das erste CHNW-Turnier dieses Jahres, bei dem sowohl nach den Regeln der National Reining Horses Association (NRHA), nat�rlich unter den strengen Augen des extra aus Kanada eingeflogenen Richters Jack Drechsler, die Bewertung der Teilnehmer vorgenommen wurde, als auch durch den FENA Richter Franz H�bl im offenen Turnier. So zeigte sich das hohe Leistungsniveau der �sterreichischen Westernturnierreiter und ihrer Pferde.
Hauptbewerb war die mit Preisgeld hochdotierte NRHA Reining Open, an der von den mehr als 100 Startern, nur die erlesensten "Glorreichen Sieben" teilnahmen.
Den Sieg errang der in �sterreich trainierende Kanadier Vern Sapergia mit einer geradezu sensationellen Leistung auf dem Quarter Horse Golden Mc Jac. Ihm folgte der Burgenl�nder Markus Morawitz auf Aacky Breaky Twist, und auf Rang 3 konnte sich Hausherr Dennis Schulz mit Arc Sirio Enterprise platzieren.
Au�er den NRHA-Bewerben gab es auch ein offenes Turnier, das von Franz H�bl zusammen mit Jack Drechsler gerichtet wurde: Dabei war die allgemeine Reining S Open ein weiterer H�hepunkt der Show. Dennis Schulz auf Mr. Little Dry Doc gewann diesen Bewerb vor Josef Mittmannsgruber mit Mr. Red Peppy Delmaso und Raimund Prenner mit Smart Little Pepito,
alles Quarter Horses der Weltspitzenzucht.Einen weiteren Highlight stellte die Reining S der jungen Pferde (Junior Open) dar. Hier dominierte ebenfalls Vern Sapergia auf Golden Jac Woman knapp vor Dennis Schulz mit Smartin Off Junior und Sylvia Rzepka mit Flying Royal Saidy.
Insgesamt wurden sieben NRHA-Klassen ausgetragen:
Am Karsamstag lief die Rookie Class, in der Martina Suppan Dunnit Like A Bozo auf den ersten Platz ritt. Sie verwies damit Jaqueline Henikl mit Im Badgers Remedy auf den zweiten und Andrea Korner auf Jays Smartin Jewel auf den dritten Rang.
Der Samstagabend war der Limited Open und der Non Pro vorbehalten. In Ersterer konnten sich die Scores bereits sehen lassen! Markus Morawitz erreichte mit Aacky Breaky Twist, im Besitz der Jac Point QH, Lermoos/Tirol, in einem super Run stattliche 73,5 Punkte und damit den Sieg. Nicht weniger beachtlich war die Leistung von Josef Mittmansgruber, der mit Mr Red Peppy Delmaso eine glatte 73 scorte. Platz 3 sicherte sich mit Score 71 Christian Mantler auf Dun Cooking Jac (Besitzer: Robert Poisinger, Sierndorf/N�). Aber auch die weiteren Platzierten zeigten hervorragende Leistungen: So erritt Barbara Hengge auf Jay Bar Malbec mit 70,5 Score ex aequo mit Tomas Barta auf Sugars Doc Tari Rang 4 in diesem anspruchsvollen Bewerb, und auch Raimund Prenner konnte mit Smart Little Pepito als F�nftplazierter noch einen 70er-Score erreiten.
Klasse zeigten auch die 13 Teilnehmer der anschlie�enden NRHA Non Pro-Pr�fung: Als Siegerin brillierte Sandra Friesenbiller aus Mattersburg/B mit Arc Spiritosa Supriz. Es gelang ihr ein sauberer Ritt, der ihr 72 Punkte und 594,28 Euro einbrachte. Markus Gebert holte sich mit Junes Peppy Dude mit Score 70,5 den 2. und Cathrin Maric auf Melon Kali Whiz mit Score 70 den 3. Platz.
Am Ostersonntag ging zun�chst die NRHA Limited Non Pro �ber die B�hne. Hier siegte Birgit Promreiter auf Solution Commander, gefolgt von Sabine Hell auf dem Haflinger(!) Moritz 8 und Walter Aistleitner mit Amber Kings Lena.
Nachmittag wurden die NRHA-Jugendklassen geritten: Die Class NRHA Youth 13 & under, die nur zwei M�dchen bestritten, gewann Bianca Reindl mit Codys Butterfly vor Viktoria Mayer auf Owatha Jac.
In der Class NRHA Youth 14-18 waren acht jugendliche Teilnehmer am Start. Markus Gebert zeigte hier mit Junes Peppy Dude eine ausgezeichnete Leistung, f�r die er vom Richter mit 71 Punkten belohnt wurde. Nicht weniger professionell ritt die K�rntnerin Cathrin Maric, die auf Melon Kali Whiz nur einen Punkt an den Sieger verlor und damit mit Score 70 auf Rang 2 landete. Nur einen halben Punkt hinter ihr platzierte sich der Tiroler Michael Steiner mit Sho Nuf Jack Pride auf dem 3. Platz.
Absoluter H�hepunkt des Spring Time Classic war die hochkar�tig besetzte NRHA Open, die gleichzeitig den Abschluss der Veranstaltung bildete. Zahllose Zuschauer hatten sich dazu eingefunden. Aber auch das Medieninteresse war gro�, hatte doch der ORF ein Kamerateam entsandt, um dieses Spektakel im Film festzuhalten. Die Ausstrahlung erfolgte am Ostermontag in der Sendung "N� heute".
Zur Open hatte man den NRHA Pattern 5 gew�hlt, der vorschreibt, dass sich das Pferd in ruhigem Tempo zur Mitte der Arena begibt, um mit Blick zur linken Bande zu starten. Das erste Man�ver schreibt drei Zirkel nach links vor, davon die beiden ersten gro� in hohem Tempo, der dritte klein und in langsamem Tempo geritten. Danach folgen vier Spins nach links und Verharren. Man�ver 3 fordert drei gro�e Zirkel rechts, wiederum die beiden ersten gro� und schnell, der dritte klein und langsam vorgetragen. Danach Stop in der Mitte. Weiters vier Spins nach rechts und Verharren. Nun wird ein schneller gro�er Zirkel auf der linken Hand mit anschlie�endem fliegenden Galoppwechsel in der Mitte der Arena , dann ein schneller, gro�er Zirkel rechts mit Galoppwechsel in der Mitte gefordert. Fortgesetzt wird mit einem weiteren Zirkel, der jedoch nicht geschlossen, sondern auf der rechten Seite der Arena in einen Run bis nach dem Center Marker und schlie�lich einen Roll Back ohne Verharren �bergeht. Dasselbe Man�ver erfolgt nun �ber die linke Seite der Arena. Zuletzt wird mit einem weiterem halben Zirkel und anschlie�endem Run zur rechten Seite der Arena weitergeritten, wo nach dem Center Marker ein Sliding Stop mit anschlie�endem R�ckw�rtsrichten erfolgt. Danach begibt sich der Teilnehmer zwecks Gebisskontrolle zum Richter.
Nun, alle Teilnehmer an der NRHA Open waren Profis, die selbst Unterricht erteilen und somit, abgesehen von den winkenden Preisgeldern und Trophies, auch Vorbildfunktion f�r den Nachwuchs haben.
Als erster Starter ritt Gabriele Michalek auf ihrem Chex My Mike in die Arena. Sie legte eine saubere fehlerlose Leistung hin, die Jack Drechsler mit einem 69er-Score bewertete.
Danach ging Josef Mittmannsgruber mit Mr Red Peppy Delmaso an den Start. Er konnte bei den vier ersten Spins und in der Endphase des Patterns mit je einem halben Pluspunkt �berzeugen und erzielte damit einen Score von 71 Punkten.
Als dritter Bewerber auf den Sieg startete Lokalmatador Dennis Schulz auf Ninjajac Hollywood, im Besitz von Thomas Blechinger aus Traiskirchen. Er punktete ebenfalls bei seinen Spins und zeichnete sich bei den letzten drei Man�vern mit zweimal einem halben Punkt, beim letzten Sliding Stop sogar mit einem ganzen Pluspunkt aus, womit er auf einen Score von 71,5 kam.
Der n�chste Teilnehmer, Tomas Barta auf Sugars Doc Tari, hatte bei den ersten Zirkeln nach links leider Pech, wof�r er einen halben Penalty-Punkt in Kauf nehmen musste. Bei einem sonst fehlerfreien Run kam er dadurch nur auf einen Score von 67,5 Punkten, was ihn von den Geldr�ngen ausschloss.
Markus Morawitz, der Aacky Breaky Twist f�r den Top-Bewerb gesattelt hatte, zeigte eine wirklich atemberaubende Leistung, bei der er in jedem Man�ver mit je 0,5 Plus punktete, was ihm schlussendlich den wohlverdienten zweiten Platz sicherte.
Der n�chste Starter, den die Zuschauer mit Spannung erwarteten, war der Kanadier Vern Sapergia. Er showte Golden Mc Jac, im Besitz von Peter Prokes aus Wien. Bereits zu Beginn seiner Vorstellung legte er derart atemberaubende Zirkel und Speed Control vor, was ihm durch einen ganzen Pluspunkt bereits reichlich R�ckenwind auf den Sieg einbrachte. Die weiteren Superzirkel und Galoppwechsel brachten ihm ebenfalls je 0,5 Plus ein. In der letzten Phase seines Runs steigerte sich Golden Mc Jac unter seinem erfahrenen Trainer zur absoluten H�chstform, punktete dreimal mit +1 und erreichte damit einen unglaublichen 75er-Score. Das Publikum war begeistert und honorierte diese Leistung mit heftigen Akklamationen.
Doch der Bewerb war noch nicht gelaufen, startete doch Dennis Schulz noch einmal, und zwar auf dem bew�hrten Arc Sirio Enterprise von Dr. Elisabeth Koller. Die Spannung bei den Zuschauern steigerte sich zum H�chstma�. Dennis begann den Bewerb mit gewohnter Rasanz und Pr�zision, so dass er f�r die ersten vier Man�ver gleich je +0,5 Punkte Guthaben verbuchen konnte. Die schnellen Zirkel mit Stops und Roll Backs bescherten ihm ebenfalls zweimal einen halben Punkt. Bei sonst fehlerfreiem Pattern konnte er jedoch die Punkteanzahl von Vern Sapergia und Markus Morawitz nicht erreichen und musste sich somit mit 73 Punkten und Rang 3 zufriedengeben.
Da nur die ersten Drei in die Geldr�nge kamen, konnte der unangefochtene Sieger Vern Sapergia USD 851,35, Markus Moravitz als Reserve Champion USD 662,15 und Dennis Schulz als Dritter USD 378,38 kassieren. Vern Sapergia konnte dar�ber hinaus auch noch die begehrte Morrison Trophy mit nach Hause nehmen! Das Gesamtpreisgeld der Show lag bei 4.500,- Dollar.
Bunt und vielseitig verlief das offene CHNW-Turnier, bei dem den Besuchern alle �blichen Disziplinen des Westernreitens in ihrer ganzen Vielfalt demonstriert wurden.
Nat�rlich standen auch hier die Bewerbe der K�nigsdisziplin Reining S im Vordergrund des Publikumsinteresses, mit Recht, waren doch auch hier die Leistungen nicht weniger spektakul�r als in den NRHA-Klassen. Zur Erkl�rung der h�heren Scores sei erw�hnt, dass im offenen Turnier von zwei Richtern, Franz H�bl und Jack Drechsler, bewertet wurde, deren Punktevergabe zusammengez�hlt wird, w�hrend die NRHA Show von NRHA Judge Jack Drechsler allein gerichtet wurde.
In der Reining Open S am Karsamstag siegte Dennis Schulz auf Mr Little Dry Doc (Besitzer Michael Steiner, Absam/Tirol) mit Score 140. Den zweiten Platz sicherte sich Josef Mittmannsgruber auf seinem Mr Red Peppy Delmaso mit 138,5 Punkten, ex aequo mit Raimund Prenner, der ebenfalls 138,5 Punkte erreichte. Die n�chsten Pl�tze teilten sich gleich drei Teilnehmer, die alle mit je 138 punkteten: Sabine Hell mit Haflinger Moritz 8, Christian Mantler auf Dun Cooking Jac (Besitzer Robert Poisinger, Sierndorf/N�) und Vern Sapergia mit Smart Happylena (Besitzer Liane Senekowitsch, Spillern/N�).
Ein weiteres Top Event war die am Ostersonntag ausgetragene Reining S Junior Open f�r junge Pferde. Vier- und f�nfj�hrige Pferde waren am Start. Gerichtet wurde von Jack Drechsler. Hier holte sich wiederum Vern Sapergia den High Score von 70 Points auf Golden Jac Woman, im Besitz von J�rgen Rothmanner. Platz 2 ging mit Score 68,5 an Dennis Schulz, der Smartin Off Junior vorstellte. Den 3., 4. und 5. Rang teilten sich mit Score 68 Sylvia Rzepka auf Flying Royal Saidy (Besitzerin Alexandra H�bl), Dennis Schulz mit Jacs Lil Bandido (Besitzer Helmut Schulz) und Vern Sapergia auf Smart Hot Playboy (Besitzer Istvan Csermak).
Das zweit�gige Turnier, zu dem sich von Jahr zu Jahr mehr Teilnehmer auf der wieder erweiterten Anlage des WTC H&D Schulz einfinden, brachte 407 Starts, wobei viele Klassen mit mehr als 20 Reitern besetzt waren!
Besonders erfreulich war der enorme Teilnehmerzuwachs in den Einsteigerklassen, zeigt er doch das steigende Interesse der Newcomer auch im �sterreichischen Westernturniersport - bei den Freizeitreitern hat sich das Westernreiten ja schon seit Jahren als Trendsetter etabliert.
Gerade in der Western Pleasure, in der Western Horsemanship und im Trail waren oft mehr als 20 Bewerber am Start. �hnliches galt f�r die Non Pro, Youth und Open Klassen beim CHNW. Bei den Trails musste als neues Hindernis ein original US-Briefkasten "�berwunden" werden.
Abgesehen davon, dass die meisten teilnehmenden Pferde Quarter Horses, Paints und Appaloosa waren, bew�hrten sich auch andere Rassen wie Haflinger, Araber und Warmbl�ter als erfolgreiche Westernturnierpferde.
Den Bewerbern, die sich an mehreren Disziplinen erfolgreich beteiligten und so ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellen konnten, winkte als Troph�e f�r den All Around-Sieg eine bestickte Jacke der Firma Western Star.
Die All Around Champions waren bei den Einsteigern Rebekka Salomon mit Jacs Golden Champ, in der Youth Maria Huber auf Zippos Pretty Star, in der Amateur Division Annemarie Brieger mit Galant 8 und in der Open Ricarda Lisec auf Masters Mystique.
Doch auch andere Vielseitigkeits-Teilnehmer zeichneten sich durch gro�artige Leistungen aus, so waren bei den Einsteigern Johann Posch, Romana Schellenbauer, Natascha Gradwohl, Mijke Michaela Gelbmann, Gabriele Panzer, Manuela Both, Sabine Huber, Manuela Kollar, Martina Koestlbauer, Kurt Kitzberger und Ursula Blauensteiner, um nur einige zu nennen, besonders erfolgreich.
In der Youth fielen Lisa Robausch, Michael Steiner, Cathrin Ernst, Sandra Kiehtreiber, Ricarda Lisec, Birgit Sch�fer, Manuela Both und Ina Hadj-Abdou positiv auf.
Bei den Amateuren bew�hrten sich, abgesehen vom All Around Champion, Birgit Promreiter, Bianca Mayer, Gisela Denk, Ricarda Lisec, Dagmar Zwickel, Milena Kalat, Andreas Kocher, Evelin Schweiger, Katrin Storka, Maria Huber, Ruth Linder, J�rgen Thaler, Walter Aistleitner, Barbara Matzinger, Roland Schranz und viele mehr.
In der Open erwiesen sich neben Champion Ricarda Lisec, die auf 28 Gesamtpunkte kam, vor allem Barbara Hengge mit 27,50 Punkten als All Arounder besonders erfolgreich. Weiters bestachen durch ihre vielseitigen Leistungen in der offenen Klasse Michael Steiner, Sabine Hell, Birgit Promreiter, Annemarie Brieger, Evelyn Schweiger, Andrea Stiel, Katrin Storka, Dennis Schulz, Dagmar Zwickel, Sabine Schmidhammer, Sabine Witty, Josef Mittmanngruber, Raimund Prenner, Peter Kalat usw.
So gut wie es zu Ostern der Wettergott mit den Aktiven und Besuchern meinte, so gut meinte es auch, wie gewohnt, Gerti mit ihrem Team mit dem leiblichen Wohl aller Beteiligten. Essen und Trinken war vom Feinsten und ging selbst am Sonntag trotz des gro�en Ansturms auf die K�che nicht zur Neige.
Die Organisation der Veranstaltung lie� ebenfalls keinerlei W�nsche offen, so dass alle zufrieden nach Hause fahren konnten und sich mit Sicherheit auf ein Wiederkommen freuen!
Die Richter, Westerntrainer und -Reitwarte blieben noch bis zum Ostermontag, an dem Jack Drechsler eine Fortbildungs-Clinic abhielt, die f�r jeden echten Profi unerl�sslich war, brachte sie doch die neuesten Regeln des Westernreitens den Teilnehmern zur Kenntnis und frischte die alten Erkenntnisse wieder auf. Dar�ber wird an anderer Stelle dieser Ausgabe berichtet.