Kreuth CRI-B/NRHA-Osterturnier NRHA-G
22.03.-28.03.2005

Das Abenteuer Kreuth war eine Reise wert
Erfolgreiche �sterreicher beim Osterturnier der NRHA Germany

Kreuth ist das Turnierzentrum des europ�ischen Reitsports. F�r jede Reiterin und jeden Reiter ist es ein Traum dort anzutreten... und ein Abenteuer.
Beim gro�en Osterturnier der NRHA Germany im Pferdesportzentrum Kreuth im Bayerischen Wald gab auch dieses Jahr wieder einen Teilnehmerrekord. So waren in der Non Pro Jackpot nicht weniger als 162 Starter gemeldet. Am Samstagabend bei der Open Pullman Bronze Trophy war die riesige Ostbayernhalle gut gef�llt.
Schon Dienstag in der Fr�h machte sich eine Karawane aus vier Pferdeh�ngern von SR Horse Training in Mitterndorf an der Fischa bei Wien auf den rund 500 Kilometer langen Weg. Trailboss war der kanadische Klassereiner Vern Sapargia, dessen Frau Sylvia Rzepka per Flugzeug anreiste, um ein Pferd vom befreundeten Trainer Chuck Klipfel in Deutschland abzuholen. Mit dabei ihre Assistenztrainerin Zuzana Pacesova, Trainerin Sandra H�bl und die Non Pros Kerstin Kahr, Birgit Sch�fer, Andrea Korner und Ronald Schranz. F�r all diese war es das erste Antreten in Kreuth.
Nach sechs Stunden Fahrt wurden zuerst die Pferde ausgeladen und versorgt. Das Sapergia-Team bezog, schon traditionell, die ruhigen, etwas abseits unterhalb der Halle gelegenen Au�enboxen. In diesem Fall war es f�r die zehn Pferde ein ganzer Trakt, der auch Platz f�r zwei Tackboxen bot.
Gleich anschlie�end ging es zur Meldestelle. So wie �sterreich seine Gerda hat (Gerda Langer), hat auch die NRHA Deutschland ihre Gerda (Gerda Kneisel), die sich genauso r�hrend um die vielen Anliegen der vielen Reiter bem�ht. Ein Wermutstropfen war das Nenngeld. Mit den Mitgliedschaften und vier Starts kam man nicht unter 600 Euro weg.
Die �sterreichischen Kreuth-Neulinge bekamen bald einen ersten Eindruck. Es ist ganz anders, ob man in Kreuth die Top-Reiter beim Training oder den Bewerben beobachtet oder selbst startet. Die Anlage ist in ihrer Gro�z�gigkeit Ehrfurcht gebietend, ebenso wie das Niveau der Starter in allen Bewerben. Das erste Mal in die Halle mit 4500 Sitzen und einer Arena von 80x40 Metern einzureiten, raubt selbst beim Training den Atem.
Wie das Training bei einem so gro�en Turnier �berhaupt eine eigene Herausforderung ist. Durch das nasskalte Wetter an den ersten Tagen war der 120x70 Meter gro�e Au�enreitplatz nicht benutzbar. Deshalb war die kleine Trainingshalle st�ndig �berf�llt und vor, zwischen und nach den Bewerben genauso die Ostbayernhalle. Die vern�nftigste L�sung f�r die �sterreichische Gruppe war es, in der Nacht zu trainieren. Sylvia Rzepka und Vern Sapergia ritten zuerst ihre Open-Pferde und betreuten dann im Training ihre Non Pros zwischen vier und sechs Uhr morgens. Das hie� in den rund um die Reitanlage verstreuten Quartieren um drei Uhr aufstehen, die Pferde herrichten und um vier Uhr Fr�h in K�lte, N�sse und schwarzer Nacht in die Halle hinaufreiten. Das besserte sich erst, als am Samstag endlich das Wetter sch�n wurde und man auf dem Au�enplatz reiten konnte. Im Schnitt wurden die Pferde insgesamt nicht weniger als drei bis f�nf Stunden am Tag, in zwei bis drei Einheiten, gearbeitet. Das brachte den Non Pros betr�chtlichen Muskelkater ein.
Da die gr��ere Tochter beim Osterturnier von Western Star Schulz in Wiener Neustatt ritt und von Frau Sissy betreut wurde, hatte Ronald Schranz seine kleine Tochter Jennifer mit dabei in Kreuth. Es erregte einiges Aufsehen, dass die Sechsj�hrige nicht nur den gleichaltrigen Smartin Spirit von und zur Halle ritt, sondern den extrem braven Hengst auch in der Trainingshalle aufw�rmte und abritt.
Am Mittwoch fand mit der Novice Horse Non Pro der erste Bewerb statt. Die Reiter aus Mitterndorf freuten sich mit Landsfrau Cathrin Maric, die gleich dort mit Whiz Sogar Coast unter 53 Startern den wertvollen 2. Platz belegte.
Nach zwei reinen Trainingstagen ging es f�r die SR-Reiter am Donnerstag mit dem Turnier richtig los. Erster Starter aus der Gruppe war Vern Sapergia in der Open Jackpot mit Raimund Prenners neuem Pferd Von Mega. Obwohl er das Pferd nur wenige Wochen im Training gehabt hatte und nur schoolte, machte er prompt den dritten Platz. Ein paar Stunden sp�ter legte er noch eins drauf und gewann unter 55 Startern mit einem makellosen Run in dem f�r ihn typischen einzigartig harmonischen und exakten Stil die Novice Horse Open. Score: 144,5. Hinter ihm teilten sich vier Starter aus Deutschland mit 143,5 den 2. Platz: Grischa Ludwig auf Arc Surprise Sketch, Steffen Breug auf Mercury Starlight, Oliver Stein auf Dun It Starlike und Volker Schmitt auf Topsail Ricochet. SR-Assistenztrainerin Zuzana Pacesova erreichte in diesem hochkar�tigen, internationalen Feld mit ihrem Written Prescription den guten 17. Platz.
F�r die Amateure gab es am Freitag die Non Pro Jackpot, eine Art Paid Warm-up, die vorwiegend zum Schooling genutzt wurde. Daf�r eignete sie sich besonders, da man auch am Bit mit zwei H�nden reiten durfte. Der Bewerb dauerte vom fr�hen Morgen bis zum sp�ten Abend, da ganze 162 Reiter gemeldet hatten.
Hier wurde den �sterreichern zum ersten Mal klar, wie beinhart die Richter in Kreuth werteten. Nur mit absolut exakten und sehr dynamischen Ritten war hier selbst f�r Non Pros eine 70 zu erreichen. Mit knapp 140 war man bei den Amateuren bereits im Spitzenfeld. In der gigantischen Halle ist dies eine besondere Herausforderung. Dazu war selbst dort der Boden an manchen Stellen sehr tief f�r die Sliding Stops (wenngleich viel besser als bei den meisten heimischen Turnieren, wo der Boden oft im Argen liegt).
Samstag waren tags�ber wieder die Non Pros dran. Die Rookie zog 81 Starter an und die Intermediate Non Pro 67. Die �sterreichische Non Pro-Truppe war recht erfolgreich. Ronald Schranz wurde auf Smartin Spirit Zweiter der Rookie. Andrea Korner erritt mit Jays Smartin Jewel den sch�nen Platz 19.
In der Open Pullman Bronze Trophy Samstag am Abend gab es keine �sterreichischen Reiter. Die Truppe aus Mitterndorf genoss die extrem rasanten Ritte � trotz einem b�sen Sturz auf den schnellen Zirkeln, der zum Gl�ck glimpflich endete � von der Trib�ne aus.
Der neue Pr�sident der NRHA Germany sorgte mit Pop- und Rockmusik, Reiterinterviews nach dem Run und einer spektakul�ren Siegerzeremonie daf�r, dass aus der Bronze Trophy eine sehenswerte Show wurde. Mit einem �beraus korrekten wie spektakul�ren Run siegte Oliver Stein (D) mit Dun It Starlike und 221 Punkten vor Volker Schmitt/D auf Topsail Ricochet mit 220 Punkten. Dritter wurde Nicolas H�rmann/D mit Chics Got A Gun und Score 219,5.
Sonntagvormittag gingen die Damen in der Ladies Open an den Start. Sandra H�bl erreichte auf Flyin Royal Sadie unter 50 Starterinnen den gro�artigen Platz 9. Zuzana Pacesova kam mit Written Prescription ebenfalls auf den 9. Rang. Und die erst 17-j�hrige Birgit Sch�fer ritt in dem Feld mit vielen Profis mit Cowboys Dun A Queen (Vollschwester von Slide On Silver) auf Platz 23.
Mit einem tollen Score von 211,5 in der Non Pro Bronze Trophy machte die Stute My Jackie Star ihrer Reiterin Kerstin Kahr, den Trainern und dem Team gro�e Freude. Immerhin brachte das unter den 30 angetretenen internationalen Amateuren den 7. Platz und mehr als 200 Euro Preisgeld.
Am letzten Tag des Turniers, dem Ostermontag, waren die Jugendbewerbe an der Reihe. In der Youth 18 zeichnete sich wieder Kerstin Kahr auf My Jackie Star mit dem 4. Platz aus und diesmal au�erdem auch Tanja Bosak mit TL Prime Tour und Rang 11 unter 45 Teilnehmern.
Zum Abschluss der Turnierwoche in Kreuth starteten noch einmal Andrea Korner und Ronald Schranz. In der harten Limited Non Pro waren 43 Starter gemeldet. Mit Jays Smartin Jewel holte sich Andrea den 20. Platz.
Warten musste das ganze Team mit der Abfahrt auf die letzte Siegerehrung. Ronald Schranz und Smartin Spirit waren in der Siegerehrung. Am Ende wurden sie F�nfte und hatten zusammen mit dem 2. Platz in der Rookie ein sch�nes Preisgeld erritten. Gewonnen hat diesen Bewerb die �sterreicherin (!) Manuela Michel auf Golden Dry Doc Jac.
Sofort nach der Schleifenzeremonie wurden die Pferde verladen. Alles andere war bereits gepackt. Die Karawane machte sich auf die sechsst�ndige Fahrt und erreichte genau um Mitternacht das heimatliche Mitterndorf.
Gefeiert wurde erst am n�chsten Tag. Auf jeden Fall hatten Sylvia Rzepka, Vern Sapergia und auch Zuzana Pacesova mit ihren sechs Mitterndorfer Sch�tzlingen und dazu noch vier deutschen Non Pros, die Pferde bei oder von SR Horse Training haben, in Kreuth alle H�nde voll zu tun gehabt. Und diese sind ihnen gro�en Dank daf�r schuldig, wie unglaublich professionell, aufopfernd und sympathisch sie sich um sie angenommen haben. Nicht nur wegen des Erlebnisses, der Lernm�glichkeiten und Erfolge, sondern vielleicht noch mehr wegen des erlebten Teamgeists war Kreuth f�r alle, die sich auf das Abenteuer begeben haben, die Reise wert.

Text: Ronald Schranz
Fotos: Foto4u