21. Generalversammlung der Austrian Western Riding & Breeding Association 2003
Bericht: Heinz Langer
Der Gasthof Dorfmeister in Weikersdorf bei Wr. Neustadt, bereits seit Jahren beliebter Tagungsort der AWA, war auch am Samstag, dem 25. Jänner 2003, das Ziel zahlreicher AWA-Mitglieder, um sich zur jährlichen Hauptgeneralversammlung zusammenzufinden.
Um 18.30 Uhr, nach vorgeschriebener halbstündiger Wartezeit, begrüßte Obmann Helmut Schulz die Gäste, die inzwischen den Saal bis auf den letzten Platz (alle Plätze waren reserviert) gefüllt hatten. Klubartikel wurden zum Empfang als Damen- und Herrenspende überreicht.
Es sollten diesmal nicht nur trockene Zahlen gewälzt werden - man hatte, eingedenk der Faschingszeit, eine Live Band engagiert, die nach dem offiziellem Teil für Unterhaltung sorgen sollte.
Ich möchte am Anfang dieses Berichtes kurz das Ziel der AWA skizzieren, um das, was im Grunde Tenor dieser Veranstaltung war und dem Vereinsdenken überhaupt zugrunde liegt, zu veranschaulichen:
"Sind wir mit dem Erreichten zufrieden? Die Antwort lautet Nein, denn wir können und müssen noch viel, viel mehr tun!
Neben dem Western-Turnierreiter, der Vorbildfunktion hat, gehört dem Freizeitreiter (im Westernsattel) die Zukunft, deshalb ist es mit eine der vornehmsten Aufgaben der AWA, ihn zu bewegen, seinem Pferd (und sich selbst) noch mehr Gutes zu tun! Man sollte (gutes) Reiten nicht all zu leicht nehmen! Weniger Gutes schadet auf jedem Fall dem Pferd, macht es undurchlässig, widerwillig, ja so manches Mal auch gefährlich. Wir müssen uns von den mehr oder weniger gedankenlosen Wald- und Wiesenreitern abheben! Daher ist es unerlässlich, Horsemanship (verständnisvollen Umgang mit dem Pferd) zu lernen, zu üben und zu praktizieren - und das vermag man am Besten in von speziell dafür geschulten Fachkräften entwickelten und entsprechend ausgebauten Kursen der AWA, die unter kompetenter Leitung alljährlich zahlreich angeboten werden.
Der Erfolg jahrzehntelangen Bemühens (21 Jahre) ist noch lange kein Garant für den totalen Durchbruch einer pferdefreundlichen Reitweise, sprich Westernreiten, die von vielen Freizeitreitern noch immer nicht ganz verstanden wird! - Sanftes Reiten - dem geeignetem Pferd gegenüber, für den Reiter mit Sachverstand - der es wirklich auch ist oder es erlernen möchte. Dazu gehört Erfahrung, dazu gehört Training (WRC!), dazu gehört vor allem eine Denkweise, die von der konventionellen Reiterei wesentlich abweicht!
Gutes Reiten bedingt mentale Kommunikation mit dem Wesen Pferd. Als Horseman lernt man, sich in das Pferd hineinzudenken, was maßgebend für die erforderliche geistige Kommunikation ist.
Deshalb sind wir lange noch nicht zufrieden, wenn wir sagen, wir hätten das Westernreiten in Österreich eingeführt und populär gemacht. - Das war der erste Schritt, aber was kommt danach?
So fanatisch wie wir vor mehr als zwei Jahrzehnten begonnen haben, müssen wir unsere Philosophie weiterverfolgen, um im Pferdesport (es ist nicht immer Sport, sondern Tierliebe) ein entscheidendes Fortkommen zu erreichen!"
Nun zum offiziellen Teil:
Nach der Begrüßung, berichtete der Obmann über das Vereinsgeschehen im letzten Jahr. Zu den ca. 2.500 Mitgliedern und WN-Abonnenten sind 2002 wieder 362 Neue hinzugekommen, was beweist, dass die Mitglieder- und Abonnenten-Werbeaktion ein voller Erfolg gewesen ist und im Anschluss der GV mit entsprechenden Preisvergaben gewürdigt wird.
Auch die Entwicklung bei den WRC-Inhabern (2000 - 1.821; 2001 - 2.169; 2002 - 2.497) ist sehr beachtlich! Die WRC-Prüfungen in Bronze sind ebenfalls auf 52 (um 19 mehr) angestiegen.
Westernreitwarte unterrichten in Österreich derzeit 114, Westerntrainer 20 (gleich geblieben) und staatlich geprüfte Westernreit-Instruktoren bereits 30!
12 neue WR-Instruktoren haben am Tag der Generalversammlung im WRC-H&D Schulz erfolgreich ihre Prüfung abgelegt und wurden durch heftigen Beifall der Gäste akklamiert.
Als neue Richter für Westernreiten begrüßen wir Barbara Hengge und Daniela Mantler.
Helmut Schulz gratulierte auch den frischgebackenen NRHA-Richtern für ganz Europa, die da sind:
Mike Baloun, Tomas Barta, Markus Berthold, Dr. Hilde Jarc, Sonja Kroneis und Dennis Schulz.
Weiters dankte der Obmann für die Arbeit des Western News-Teams. Aber vor allem würdigte er auch alle Mitglieder, die unermüdlich immer wieder zahlreiche interessante Beiträge einbrachten.
Laut Recherchen ist die WN in den führenden Fachgeschäften (z.B. in der SCS Vösendorf) die Western-Fachzeitschrift, die stets als erste, vor allen deutschen Editionen, vergriffen ist. Der Rücklauf aus der Vertriebsfirma Morawa ist gering und wird bei den Fachmessen an neue Interessenten verschenkt.
Eine explosionsartige Entwicklung nimmt im AWA-Sekretariat das Internet-Service!
Waren es 2000 (nur!) 1.450 Zugriffe pro Tag (mit 8 MB) auf die Homepage der AWA, so stieg die Tendenz 2001 auf 3.330 Zugriffe pro Tag (35 MB) und 2002 auf unglaubliche 4.722 Zugriffe durchschnittlich pro Tag, mit einem Informationsmaterial von 141 MB!
Einen weiteren Punkt der Tagesordnung nahmen die AWA-Trainings und das Turniergeschehen 2002 in Anspruch. Es gab im vergangenen Jahr 68 AWA-Trainings in ganz Österreich. Obwohl das Interesse und der Besuch keine Wünsche offen ließ, gab es Probleme bei der organisatorischen Abwicklung - die Anmeldeformulare kommen meistens zu spät, falsch ausgefüllt, unleserlich usw. - hier muss Abhilfe geschaffen werden. Wer an einem Training teilnehmen will, kann sich auch rechtzeitig und ordnungsgemäß anmelden!
Die Anzahl und Kategorie der Turniere sah 2002 wie folgt aus:
23 CHNW, 10 RT, total 33 Shows (2 RT und 1 CHNW mehr als 2001) + 5 AQHA Shows (9 approv., da doppelte Shows) + 2 APHA Shows (3 approv.) + 2 NRHA Shows + 1 ApHC (2 approv.) + 4 Reiningdays.
Die Anzahl der Starts ist gegenüber 2001 um 252, von 6.386 auf 6.638 angewachsen.
Vom AWA-Sekretariat wurden 2002 fünf österreichische Pferdemessen und die Americana in Augsburg betreut, wobei es allen Mitgliedern möglich war, Prospektmaterial aufzulegen, wovon auch rege Gebrauch gemacht wurde. Es wurden ferner "Tonnen" von WN und AWA-Jahrbüchern gratis an das Fachpublikum verteilt, was einen unerhörten Werbeeffekt für alle aktiven Mitglieder, wie Züchter, Trainer, Veranstalter und alle WN-Inserenten bedeutet, einen Werbeeffekt, den noch kein anderer Westernreitverein oder Westernzeitschrift-Herausgeber in Europa geschafft hat!
Für die tatkräftige Mithilfe vieler AWA-Mitglieder, allesamt wahre Idealisten, bedankte sich der Obmann herzlichst, mit dem Wunsch, sie mögen auch die weiteren Messejahre ihrem Idealismus treu bleiben.
Das AWA-Sekretariat, Mittelpunkt der Vereinstätigkeit, hat seinen Bürositz geändert, da das Haus, in dem die Büroräume in den letzten acht Jahren untergebracht waren, verkauft wurde. Das neue Büro befindet sich im selben Ort, 2392 Sulz/Wienerwald. Telefon- und Fax-Nummern sind im Interesse der Mitglieder gleichgeblieben. Die Adresse hat sich von Hauptstraße 40 auf Raitlstraße 154, 2. Stiege, 2. Stock geändert. Das neue Gebäude ist nur ca. 100 m vom alten entfernt.
Auch personalmäßig gab es Neuerungen. Nach dem Wechsel von Karin Weigl zur Österreichischen Wirtschaftskammer hat Elisabeth Gasser ihre Agenden übernommen. Halbtags stehen weiters Ingrid Stiel und Conny Schulz (Buchhaltung) Gerda Langer zur Seite.
Heinz Langer leitet die Redaktion der Western News, um alles Wissenswerte für unseren Sport unter einen Hut zu bringen.
Nach dem Vorjahresbericht von Helmut Schulz wies Gerda Langer den Kassabericht aus, der auch 2002 positiv abgeschlossen wurde. Nach der Bestätigung des Kassaberichtes durch die beiden Kassaprüfer Erika Kassowitz und Dagmar Zwickel konnten Kassier und Vorstand einstimmig entlastet werden. In weiterem Verlauf wurde auch der Voranschlag 2003 einstimmig genehmigt.
Jugendliche zahlen keinen Mitgliedsbeitrag (nur Einschreibgebühr und WN). WN-Bezieher, die zur AWA-Mitgliedschaft wechseln brauchen keine Einschreibgebühr bezahlen. Der Mitgliedsbeitrag bleibt trotz stetig steigender Kosten (Porto usw.) unverändert.
Ein weiterer wichtiger Punkt der Tagesordnung war die Neuwahl des AWA-Vorstandes.
Dabei fungierte dankenswerter Weise Wolfgang Schöninger als Wahlleiter. Es gab keine Veränderungen - die Kooptierung des alten, da bewährten und hochaktiven Vorstandes wurde vom Gremium einstimmig vorgenommen. Auch die Wahl der Kassaprüfer erfuhr keine Veränderung.
Neu in den Vorstand sollte ein ambitionierter, aktiver Jugendliche/r aufgenommen werden!
Das Reiningreferat übernahm Barbara Hengge, Reitersprecher verblieb Peter Eichberger, Richtersprecher Sylvia Katschker.
Die Berichte bzw. Vorschauen der Bundesländer blieben offen, da erst in Folge der Hauptversammlung die AWA-Generalversammlungen der einzelnen Bundesländerfraktionen stattfinden.
Gerda Langer referierte anschließend ausführlich über die Zusammenarbeit mit den Westernpferde-Zuchtverbänden, der Austrian Appaloosa Assoc., der Austrian Paint Horse Assoc. und der Austrian Quarter Horse Assoc. sowie über Regeländerungen der amerikanischen Hauptverbände, die an anderer Stelle genau erläutert werden.
Zur Vorschau für das laufende Jahr 2003 nahm wieder Obmann Helmut Schulz das Mikrofon zur Hand. Er berichtete über eine Fülle künftiger Vereinsaktivitäten, die unter anderem AWA High Point Earnings mit einem garantierten Preisgeld von 10.000,- Euro für die Plätze 1 bis 3 vorsehen. Das Preisgeld wird aus der 10%igen Erhöhung der WN-Inserate finanziert. Detaillierte Erläuterungen dazu sind in der WN nachzulesen.
Das Programm "Freizeit im Westernsattel" läuft wie gehabt weiter. Es gibt Preise für 200, 500 und 1.000 Reitstunden. Das Spitzenlimit von 1.000 Stunden im Westernsattel hat sich Dr. Leopold Simperl eritten!
Im Jugendprogramm werden neben einer Youth Judging Clinic im August auch Youth AWA Trainings veranstaltet, für welche die AWA die Kosten übernimmt. Die Jugendlichen können ihre Wünsche bezüglich Trainer selbst vorbringen.
Vom jeweiligen Bundesländerbudget sollen 20% für die Jugendarbeit reserviert werden.
Im Internet wird ein Diskussionsforum "Was wünscht die Jugend?" errichtet.
Ein Fortbildungskurs für alle findet unter Leitung von Jack Drechsler am 21. April 03 im WTC Wr. Neustadt statt. - Viele weitere Aktivitäten sind geplant, über die in der WN ausführlich berichtet wird. Hier alles aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Berichtes sprengen.
Nach diesen Ausführungen erfolgten die Ehrungen, Vergabe der Urkunden und Preisgeldgutscheinen für die verdienstvollen Mitglieder des vergangenen Jahres,
Allen voran die AWA Horse Champions 2002, wie Freckles Chic Olena, der unter Franz Ruk in der Reining S 43 Punkte erreichte, Galant 8 mit Annemarie Brieger und 48 Punkten in der Western Horsemanship, MS Motley, geritten von Claudia Krainhöfer, mit 39 Pleasurepunkten und Securitee Two, mit Kristina Kosenburger im Sattel, die in der selben Disziplin sogar 48 Punkte bereits erreichen konnte.
Mit den Ehrungen endete der offizielle Teil der 21. AWA-Generalversammlung und man konnte zum gemütlichen Teil übergehen.
Die hervorragende Band "Four Of A Kind" spielte zu Unterhaltung und Tanz auf und man sah nicht nur die Jungen, sondern auch so manchen "bemoosten Oldtimer" heftig das Tanzbein schwingen.
Die Gäste unterhielten sich noch bis nach Mitternacht zum Besten, delektierten sich an Speis und Trank des Hauses und waren sich schlussendlich einig, dass sie einen interessanten, aufschlussreichen, amüsanten und freundschaftsbetonten Abend im Gasthof Dorfmeister zu Weikersdorf verbracht hatten. - Was will man mehr?